Rapa Nui

12.02.2012 von Marcus Pohlmann

Rapa Nui

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Genre:

Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: 30 bis 45 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.07.2011

Sprache: Deutsch

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Auf die ferne Osterinsel verschlägt uns der Spieleverlag Kosmos diesmal mit dem Kartenspiel Rapa Nui. Der Autor, Klaus-Jürgen Wrede, ist dem kundigen Spieler vor allem als Autor des zum Klassiker avancierten Carcassonne bekannt. In seinem neuesten Spiel geht es jedoch nicht darum französische Landschaften zu gestalten sondern als Häuptling eines pazifischen Eingeborenenstammes die Gunst der Götter zu erringen. Dafür muss der eigene Stamm wachsen und gedeihen, Opfergaben gesammelt und mächtige Steinköpfe errichtet werden.

Nach dem Öffnen der kleinen Box fällt zuerst das doch recht umfangreiche Spielmaterial auf. 100 Karten, aufgeteilt auf die vier Opfergaben Fisch, Getreide, Kartoffeln und Maulbeeren, zahlreiche Marker für Ruhmpunkte und den einzigen Rohstoff Holz sowie 50 Karten mit Jäger & Sammlern, Priestern, Holzfällern und den, für die Osterinseln typischen Moais, den gewaltigen Steingesichtern. Abgerundet wird das Material noch durch einen Opferstein, in diesem Fall eine Papp-Scheibe, vier Startkarten für jeden der bis zu vier Spieler und die sechsseitige Anleitung. Nachdem nun die Anleitung gelesen ist, alle Spielkomponenten gesichtet und die Vorbereitungen abgeschlossen sind, können sich die Spieler endlich daran machen, ihren Stamm in eine ruhmreiche Zukunft zu führen.
Der eigentliche Spielablauf ist dann recht simpel gehalten und bietet bis zu drei Handlungsmöglichkeiten für den aktiven Spieler. Ist genug Holz vorhanden oder eine entsprechende Anzahl Jäger & Sammler der passenden Sorte, so kann der Spieler zu Beginn seines Zuges eine Opferkarte erwerben. Nun kann er Karten aus der Hand vor sich auslegen, wobei ein Holzfäller oder Priester kostenlos ist, bis zu drei Jäger & Sammler oder gar ein Moai nur gegen die Zahlung der entsprechenden Holzmarken möglich sind. Wird das letztgenannte Monument errichtet, so wird der normale Spielablauf unterbrochen und jeder Spieler muss, soweit möglich, eine Opfergabe an die Götter entrichten, sprich auf den Opferstein ablegen. Die hier abgelegten Karten beeinflussen am Spielende nochmals erheblich die Punktwertung. Zum Abschluss des Zuges werden die Handkarten wieder auf drei aufgefüllt. Danach erfolgt eine Wertung bei der jeder Spieler Holz und Ruhmpunkte entsprechend seiner schon ausliegenden Karten erhält. Nun ist der nächste Spieler an der Reihe, der ebenfalls diese drei Phasen durchläuft. Dies wird so lange weiter geführt, bis die letzte Karte des Nachziehstapels aufgedeckt wird und es zu einer abschließenden Wertung kommt. Hier werden nun die bisher erworbenen Ruhmpunkte gezählt. Ferner gibt es für jeden eigenen Moai Punkte, sowie für Holz- und Opferkarten. Der Spieler mit den meisten Ruhmpunkten gewinnt natürlich das Spiel, sollte hier Gleichstand herrschen, so entscheidet die Anzahl der errichteten Monumente über den Sieger.

Mit Rapa Nui legt der Autor ein eigentlich recht simples Spiel vor, das aber bei aller kurzweiligen Unterhaltung vor allem für zwei Spielern einige gute strategische Möglichkeiten bietet und bei dem die Partien sich ausreichend unterscheiden, so dass das Spiel nicht zu schnell langweilig wird. Auch die Spielthematik ist recht gut umgesetzt, selbst wenn sich mir nicht unbedingt erschließt, warum die Spieler für die Errichtung von Steinstatuen Holz benötigen. Die Spieldauer bewegt sich, unabhängig von der Spielerzahl, mit etwas mehr als 30 Minuten in einem sehr überschaubaren Rahmen und so sind durchaus mehrere Partien an einem Abend drin. Der Ablauf mutet anfangs zwar etwas unübersichtlich und willkürlich an, allerdings verfliegt diese Eindruck schon nach wenigen Spielrunden und wenn die Spieler erst einmal die zu Grunde liegenden Mechanismen durchschaut haben, können sie sich daran machen, verschiedene Taktiken zu erproben um zum Erfolg zu gelangen.
Aufmachung und Spielmaterial sind hochwertig und stehen damit den anderen Produkten aus dem Verlag in nichts nach. Auch die Illustrationen von Katja Miller sind passend und geben recht gut den archaischen, primitiven Hintergrund des Spielgeschehens wider. Der einzige wirkliche Kritikpunkt ist für mich jedoch die Anleitung, die sich mir erst nach mehrmaligem intensivem Studium erschlossen hat. Der Regeltext wird zwar durch einige Beispiele und Randbemerkungen ergänzt, doch sind diese nicht unbedingt dazu geeignet Fragen zu beantworten. Erst mit Hilfe der Übersichtstableaus und einschlägiger Internet-Foren hat sich mir der komplette Spielablauf erschlossen. Von diesem Manko einmal abgesehen bietet Rapa Nui aber gute und nicht zu einfache Unterhaltung für die kleine Spielrunde.

Ein kurzweiliges Kartenspiel für zwischendurch, das auch nach mehrmaligem Spielen noch Spaß macht und mit einem recht geringen Zufallsfaktor auskommt.

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