#mylife

27.03.2020 von Marcus Pohlmann

#mylife

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Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 14.08.2019

Sprache: Deutsch

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Spielrunden in Zeiten der grassierenden Epidemie gestalten sich zunehmend schwierig. Alleine genug Spieler zu finden ist mittlerweile eine Herausforderung. Dennoch ist es mir gelungen, eine kleine Gruppe Unverzagter zusammenzubekommen. Bei der Auswahl der Spiele kamen natürlich Krankheitsthemen wie Pandemie oder einer seiner zahlreichen Ableger zur Sprache. Aber da die Realität mit ihren Herausforderungen schon erschreckend genug ist, entschieden wir uns für ein unverfänglicheres Thema. Die Wahl fiel dabei auf #mylife, ein kleines Kartenspiel des hessischen Verlages Amigo. Bis zu sechs Spieler können hier ihren Lebensweg neu bestimmen (zumindest für die Dauer der Partie) und sich eine entsprechende Biographie erspielen.

Was steckt drin?

Das Spielmaterial besteht aus insgesamt 130 Karten und der zweiseitigen Anleitung. Die Karten wiederum teilen sich in verschiedene Arten auf. Sechs Babykarten stehen den Spielern für ihren Lebensweg zur Verfügung. Auf der Karte ist die großformatige Illustration eines Säuglings zu sehen. Außerdem verfügt es über eine Kombination aus zwei der vier Eigenschaften (Glück, Weisheit, Gesundheit und Wohlstand). Das Gros der Karten, insgesamt 100, besteht aus den verschiedenen Lebensereignissen. Diese sind fortlaufend durchnummeriert, ebenso gibt es wieder eine kleine Illustration. Rechts oben sind die Voraussetzungen für das Ausspielen der Karte vermerkt, beispielsweise braucht der Spieler für die Gründung eines Start-Ups zwei Mal Glück, für die Altersteilzeit drei Weisheitsymbole oder für das Studium Geld und Gesundheit.

Die lieben Kleinen liegen bereit

Die lieben Kleinen liegen bereit

Am unteren Kartenrand ist die Erfahrung aufgelistet, die die Karte bringt. Dabei kann es sich um zusätzliche Eigenschaften oder Siegpunkte handeln. Zehn Karten mit Lebensabschnitten dienen der Unterteilung. 14 Lebensziele, wie eine Erbschaft, ein Fußballturnier oder einen Hexenschuss bringen weitere Siegpunkte.

Wie wird’s gespielt?

Jeder Spieler zieht ein zufälliges Baby als seinen Spielcharakter. Lebensabschnitte und -ziele werden als Kartenstapel bereitgelegt. Der Stapel mit den Ereignissen für die zweite Lebenshälfte wird zusammengestellt. Schließlich erhält jeder Spieler sechs Handkarten der ersten Lebenshälfte (1 bis 50 Jahre).
Eine Partie geht über zehn Runden, die sich wiederum in fünf Phasen aufteilen. Zuerst werden ein Lebensabschnitt und ein Lebensziel von den entsprechenden Stapeln aufgedeckt. Anschließend wählt jeder Spieler eine seiner Handkarten und legt diese verdeckt vor sich ab. Die restlichen Karten gibt er an den linken Mitspieler weiter. Haben alle ihre Wahl getroffen, decken sie die Karten zeitgleich auf. Die Ereigniskarte wird im Lebensweg des Charakters entsprechend dem Alter einsortiert. Stimmt die Karte dem grade ausliegenden Lebensabschnitt überein oder kann der Spieler alle Anforderungen erfüllen, erhält er die entsprechenden Belohnungen. Ebenso gibt es die Punkte für erfüllte Lebensziele. Nach der fünften Runde wird die letzte Handkarte abgelegt und die Spieler erhalten sechs neue Karten für den zweiten Lebensabschnitt. Der weitere Ablauf bleibt auch in diesem Durchgang gleich.

Bis hierhin läuft es ganz gut

Bis hierhin läuft es ganz gut

Nach der zehnten Runde addieren die Spieler die Siegpunkte ihres Lebensweges. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. Bei Gleichstand dient die Lebensereigniskarte mit dem höchsten Alter als Entscheidung.

Kann das Spiel was?

Das Konzept von #mylife ist ungewöhnlich, auch der Spielablauf ist originell. Ein Draft-Mechanismus in Verbindung mit einer Art Deckbuilding sorgt für viel Interaktion zwischen den Spielern. Dabei ist es sowohl möglich zu improvisieren, als auch eine längerfristige Strategie zu verfolgen. Im Vordergrund steht jedoch nicht der Wettstreit um die Siegpunkte, sondern die Entwicklung des Lebenslaufs. Dieser kann dabei tatsächlich dem realen Lebensweg ähneln, oder doch völlig ungeahnte Wendungen nehmen. Besonders Spaß macht es dabei, wenn die Spieler ihre Lebensereignisse weiter ausschmücken. Die Regeln sind im Prinzip recht einfach – es muss lediglich darauf geachtet werden, welche Ereignisse aktuell aktiv sind. Die Abrechnung am Ende zieht sich etwas in die Länge, auch hier müssen einige Bedingungen beachtet werden.

Die Lebensziele

Die Lebensziele

Die Zeichnungen von Jan Bintakies zeichnen sich nicht durch Detailreichtum oder stimmige Farbgebung aus. Dennoch hat jede Illustration ihren ganz eigenen Charme und passt hervorragend zu Stimmung des Spiels. Besonders die Art, wie die Charaktere im Laufe der Ereignisse altern hat mir dabei sehr gut gefallen. Die Anleitung greift häufig auf Beispielabbildungen zurück, um den Spielablauf zu veranschaulichen. Erklärende Texte tragen weiter zum Verständnis bei.

Wie gewohnt gibt es auf der Homepage von Amigo mehr Informationen zum Spiel. Auch die Anleitung in deutscher und englischer Sprache steht dort als Download bereit. Das obligatorische Erklärvideo lässt allerdings noch auf sich warten.

#mylife bringt mit seinem unaufgeregten Spielablauf und dem originellen Konzept Abwechslung auf den heimischen Spieltisch.

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