
Kategorie: Brettspiel
Autor: Markus Slawitscheck
Zeichner: David Cochard
Verlag / Publisher: Schmidt Spiele
Genre: Familienspiel, Kinderspiel, Strategie
Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Erscheinungsdatum: 29.01.2026
Sprache: Deutsch / Englisch / Französisch
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Die Sommerferien stehen vor der Tür – genau der richtige Zeitpunkt, um sich nach einem Ferienjob umzuschauen. Traditionell steht dabei das Einräumen von Regalen recht hoch im Kurs. Doch anstatt im örtlichen Supermarkt Raviolidosen oder Tierfutter zu stapeln, machen sich bis zu vier Spieler daran, im Morty Sorty Magic Shop für Nachschub zu sorgen. Bereits vor einigen Monaten konnte ich vorab bei Schmidt Spiele einen Blick auf die Abläufe werfen. Mittlerweile ist das Spiel im einschlägigen Handel erhältlich – und prompt auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 2026 gelandet. Seit dem 30. Juni 2026 können sich Autor und Verlag außerdem über die Auszeichnung Spiele-Hit Familie beim Österreichischen Spielepreis freuen.
Was steckt drin?
Für jeden Spieler gibt es ein eigenes, doppelseitiges Regaltableau – aufgeteilt in drei Reihen und acht Spalten. Neben den Ablageflächen für die verschiedenen Ingredienzen sind hier weitere Informationen untergebracht. So können in der obersten Reihe nur Flaschen mit goldenem Deckel eingeräumt werden, darunter goldene und silberne und ganz unten ist zudem noch Platz für solche mit schwarzem Deckel. Ferner ist festgelegt, welche Nummer die Behälter haben dürfen. Außerdem gibt es in jedem Regalboden drei Zahlen-Schildchen, die Bonuspunkte geben, wenn die richtige Flasche an der Stelle steht. Weitere Schilder mit Boni am rechten Rand sowie eine Wertungsleiste am Fuß vervollständigen den Regalaufbau. Schließlich tummeln sich in jedem Tableau Frösche, Spinnen, Mäuse oder Schnecken – anhand derer die Spieler bei der Wertung unterschieden werden können. Je zwei Marker mit den gleichen Tieren kommen bei den Auszeichnungen zum Einsatz.
Um die Regale zu füllen gibt es insgesamt 104 verschiedene Papp-Marker in Form von Gläsern. Auch diese sind doppelseitig bedruckt und verfügen über drei Merkmale. Zum einen ist dies der Deckel in vier Farben. Zu Gold, Silber und Schwarz gesellt sich Blau (mit Sternchen) – diese dienen als eine Art Joker. Zahlen von „1“ bis „16“ sind hier ebenfalls zu finden. Und schließlich gibt es noch vier unterschiedliche Zutaten, die in den Behältern untergebracht sind: Augäpfel, Pilze, Alraunen und Wolken. Zur Aufbewahrung liegt ein Stoffbeutel in der Schachtel.
Eine Leiste für die Spezialgläser (mit dem blauen Deckel) enthält Angaben zu Übersicht und Wertung. Vier doppelseitig bedruckte Abzeichen geben Sonderpunkte für das Erfüllen bestimmter Aufgaben. Eine große und vier kleinere Wertungsrollen kommen ebenfalls bei der Auswertung zum Einsatz. 16 Katzen-Pöppel bringen entweder Punkte oder unterstützen beim Einräumen der Regale. Um die Übersicht über die erzielten Punkte zu behalten, liegt ein Wertungsblock bei. Das sechzehnseitige Regelheft enthält die Anleitung in deutscher, englischer und französischer Sprache. Den Link zu einem Video-Tutorial gibt es obendrauf.
Wie wird’s gespielt?
Zu Beginn erhält jeder Spieler sein Regaltableau und die Marker mit den entsprechenden Tieren darauf, außerdem zwei Katzen aus dem Vorrat. Wertungsrolle und Abzeichen werden ausgelegt und die Gläser im Beutel gemischt. Schließlich werden vier davon ungesehen abgelegt – damit sind alle Vorbereitungen abgeschlossen.
Ist ein Spieler an der Reihe, zieht er fünf Gläser aus dem Beutel und lässt diese auf den Spieltisch fallen – diese bilden die Auslage. Sollten Gläser mit blauen Deckeln dabei sein, kommen diese direkt an die Spezialglas-Leiste und eine entsprechende Anzahl Marker wird nachgezogen. Danach wählt er ein Glas und platziert es in seinem Regal. Hier gilt es verschiedene Regeln zu beachten, beispielsweise die Farbe des Deckels und die Höhe der Zahl. Auch muss der Wert der Zutaten immer von links nach rechts aufsteigend sein. Mit dem Einsatz von Katzen lassen sich diese Regeln etwas umgehen. So können gleiche Werten nebeneinander liegen oder umgedreht werden.
Nun nimmt der nächste Spieler eines der verbliebenen Gläser und legt es ebenfalls an. Dies wird so lange wiederholt, bis jeder Spieler einmal an der Reihe war oder gepasst hat. Überzählige Marker werden für diese Partie aus dem Spiel entfernt.
Erfüllt ein Spieler dabei eines der Ziele, beispielsweise drei unterschiedliche Zutaten untereinander oder ein ausgefülltes Regelfach, bekommt er direkt die entsprechende Belohnung – meist in Form von Katzenmarkern oder Gläsern mit blauem Deckel.
Die Partie endet direkt, wenn die Auslage nicht mehr auf fünf Gläser aufgefüllt werden kann – danach erfolgt die Auswertung. Dabei kommt der dazugehörige Block zum Einsatz, dessen Einträge nacheinander abgehandelt werden. Es gibt Punkte für vollständige Reihen, für die verschiedenen Reagenzien – abhängig von deren Anzahl, passende Ziffern an bestimmten Stellen der Regelböden, verbliebene schwarze Katzen und etwaig erfüllte Abzeichen. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt und kann sich über eine permanente Anstellung im Zauberladen freuen.
Beim Spiel zu zweit werden mehr Gläser zu Beginn der Partie entfernt, ansonsten ändert sich der Ablauf nicht. Durch die zusätzlichen Wertungsrollen lässt sich die Endabrechnung (und damit das Legeverhalten der Spieler) etwas modifizieren. Auch die Rückseite der Spielertableaus enthält Modifikationen zur ursprünglichen Wertung.
Kann das Spiel was?
Morty Sorty Magic Shop kann mit seinem unaufgeregten Spielablauf, den überschaubaren Regeln und (leichten) strategischen Herausforderungen punkten. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein einfaches, familienfreundliches Plättchen-Lege-Spiel. Allerdings kommen auch Optimierer und kompetitive Spieler durchaus auf ihre Kosten. Mittels der Katzen und Spezial-Gläser lassen sich Synergie-Effekte zu nutzen oder die Regalplanung langfristig auslegen. Der Zugmechanismus gefällt mir ebenso wie die Varianz beim Einsatz der Wertungsrollen und der Abzeichen – so ist gewährleistet, dass es genug Abwechslung gibt. Insgesamt ein Spiel, das sich sowohl für entspannte Runden mit jüngeren Spielern wie auch als dankbares Futter für Gelegenheitsspieler eignet. Aber auch hartgesottene Zocker dürften mit der Arbeit im Zauberladen ihren Spaß haben – da jedoch eher zum Aufwärmen.
Die Zeichnung von David Cochard sind putzig anzuschauen – vor allem die Tiere, die die Regale bevölkern. Dies sorgt für eine familienfreundliche Atmosphäre, bei der selbst die Augäpfel nicht erschreckend wirken. Das Spielmaterial ist generell sehr schön gestaltet und macht einen wertigen Eindruck. Die Anleitung liefert eine ausführliche und gut strukturierte Beschreibung der Abläufe. Fragen bleiben dabei keine offen.
Auf der Homepage von Schmidt Spiele finden sich weitere Informationen zum Spiel und Wissenswertes über den Autor. Das Video-Tutorial hat der Verlag ebenfalls hier untergebracht.
Mit Morty Sorty Magic Shop bekommen die Spieler ein hübsch anzuschauendes Lege- und Sammelspiel, das gleich in mehrerer Hinsicht überzeugen kann.
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