Mansions of Madness – Streets of Arkham

16.09.2018 von Marcus Pohlmann

Mansions of Madness - Streets of Arkham

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Spieleranzahl: 1 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 13 Jahren

Spieldauer: 90 bis 240 Minuten

Erscheinungsdatum: 04.11.2017

Sprache: Englisch

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Bisher waren es meist abgelegene Herrenhäuser oder heruntergekommene Käffer die von cthuloiden Schrecken heimgesucht wurden. Mit dieser großen Erweiterung für das Horror-Brettspiel Mansions of Madness ändert sich dies nun. Streets of Arkham macht die Straßen und Häuser der altehrwürdigen neuenglischen Stadt zum Schauplatz schrecklicher Rituale und außerweltlicher Bedrohungen. Die hier vorliegende, englische, Box wird von Fantasy Flight Games veröffentlicht, die deutsche Version gibt es, wie gewohnt, von Asmodee.

Die umfassende Rezension zum Grundspiel kann man HIER nachlesen, auch die Besprechungen zu den anderen bisher erschienenen Erweiterung finden sich auf unserer Seite.

Der Hauptteil des Spielmaterials in der Box besteht aus den 17 doppelseitig bedruckten Kartenteilen. Wie der Titel der Erweiterung vermuten lässt, handelt es sich bei einigen dieser Teile um Straßen und Gassen der Stadt. Daneben finden sich aber auch die Ausstellungsräume eines Museums, ein Labor, eine Flüsterkneipe, ein Gartenpavillon oder gar ein komplettes Diner. Wie bereits die anderen Erweiterungen, so kann auch Streets of Arkham mit neuen Investigatoren aufwarten; zu den Figuren gehören dabei auch die Charakter-Karten mit den regelrelevanten Angaben sowie einigen Hintergrundinformationen. So verfügt der Schnapsbrenner Finn Edwards über rundum ausgeglichene Attribute, zudem kann er sich ein zusätzliches Feld bewegen bevor oder nachdem er einen Raum untersucht hat. Die Jazz-Sängerin Marie Lambeau legt dagegen viel Wert auf soziale Kontakte und Beweglichkeit. Ihre besondere Fähigkeit ermöglicht es der Sängerin zu zaubern, ohne dafür eine Aktion aufzuwenden. Die abtrünnige Kultistin Diana Stanley ist in den Geheimnissen des Mythos bewandert, allerdings haben diese auch Spuren in der Investigatorin hinterlassen und ihre Willenskraft geschwächt. Der junge Polizist Tommy Muldoon ist recht robust und damit die erste Wahl, wenn es zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt. Unterstützung erhält er dabei durch „Becky“, seine treue Schrotflinte. Aber auch die Gegner erhalten mit sieben Figuren Verstärkung. Jeweils zwei Mal sind vorhanden Gangster, Skelette und Sternenvampire, die auch durch Wände gehen können. Ein großer Lloigor stellt den Hauptgegner dieser Box dar; dieser weißt zwar keine herausragenden Fähigkeiten auf, ist aber alleine Dank seiner Widerstandsfähigkeit ein heftiger Gegner. Alle Monster haben neben einer Figur auch ein dazugehöriges Plättchen mit den Werten und eine Base. Ebenfalls hinzugekommen sind verschiedene Gegenstände, von der einfachen Thermoskanne über ein Skalpell bis hin zu einer Knochenflöte. Eine besondere Art von Gegenstand geht mit einer Regelerweiterung einher. Durch Drogen und Medikamenten lassen sich die Eigenschaften eines Investigators permanent steigern. Auch Elixiere ermöglichen Steigerungen, allerdings kommen diese meist mit einem negativen Nebeneffekt, beispielsweise wird der Charakter betäubt. Den Spielern stehen drei neue Zaubersprüche (mit jeweils fünf Karten) zur Verfügung, um Licht zu machen, einen anderen Charakter agieren zu lassen oder ein Attribut zu steigern. Hinzu kommen noch jeweils fünf Schaden- und Horror-Karten, sowie acht neue Zustände. Das restliche Spielmaterial besteht aus Markern für zwölf Nichtspielercharaktere, Türen, Wände und Möglichkeiten, die Attributssteigerungen anzuzeigen. Die vierseitige Anleitung gibt einen Überblick über Spielmaterial und Regeln.
Neben der physischen Ausstattung wird zum Spielen von Streets of Arkham auch die App benötigt, die für diese Erweiterung drei Szenarien beisteuert. Die Universität von Arkham wird in „Astral Alchemy“ (Schwierigkeit: 4 von 5; Dauer: 90-120 Minuten) durch außerirdische (und untote) Kreaturen bedroht und die Investigatoren müssen die Eindringlinge vertreiben. Was wie ein einfacher Bandenkrieg aussieht, entwickelt sich in „Gangs of Arkham“ (Schwierigkeit: 3 von 5; Dauer: 180-240 Minuten) durch einen bizarren Mord rasch in eine ganz andere Richtung. Die Ermittlungen führen die Spieler ins Carmichael Hotel, in dem offensichtlich merkwürdige Dinge vor sich gehen. Eine Reihe von fatalen Missgeschicken rund um das Miskatonic Museum alarmiert die Kuratorin in „Ill-Fated Exhibit“ (Schwierigkeit: 5 von 5; Dauer: 120-180 Minuten). Die Investigatoren lassen sich nachts in den Ausstellungsräumen einschließen und versuchen herauszufinden, ob an den Gerüchten über ein verfluchtes Artefakt etwas dran ist.

Mansions of Madness fühlt sich eher wie ein Rollenspiel als ein Brettspiel an und diese Erweiterung verstärkt diesen Eindruck weiter. Viel Interaktion mit der Umgebung und mit Nichtspielercharakteren, überraschende Plottwists und eine atmosphärische Story sorgen für ein intensives Spielerlebnis. Neue Investigatoren, Monster und Ausrüstungsgegenstände sorgen für eine größere Auswahl, und die neu eingeführten Mechaniken zur Steigerung der Werte macht es den Spielern leichter ihre Aufgaben zu bewältigen. Aber es sind vor allem die drei Szenarien, durch die Streets of Arkham glänzt. Durch die Bank weg stimmig, spannend und durchdacht bieten sie ein abendfüllendes Spielvergnügen – wobei die vorgeschlagene Spieldauer (teils deutlich) überschritten wurde. Fantasy Flight Games haben hier wieder eine hervorragende Arbeit abgeliefert, die eigentlich ein Pflichtkauf für Fans der Serie ist.
Das Artwork, sowohl das gedruckte als auch das digitale, behalten die Stimmung und das hohe Niveau der anderen Veröffentlichungen bei. Die verschiedenen Zeichner, obwohl sie sich im Stil unterscheiden, liefern ein düsteres, atmosphärisches Gesamtbild ab. Die Qualität des Spielmaterials ist gewohnt hoch; die Figuren, vor allem die Charaktere, sind detailliert modelliert und aus einem recht harten Kunststoff gegossen – und damit durchaus zur Bemalung geeignet.
Wie gewohnt gibt es weitere Informationen zu dieser Erweiterung, und natürlich auch zu den anderen Spielen der Serie, auf der Homepage des Verlages.

Spielerisch gibt es bei Streets of Arkham keine großen Änderungen – aber Dank des Materials und in erster Linie der Szenarien ist es für mich die bisher beste Erweiterung.

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