Mansions of Madness – Second Edition

30.05.2018 von Marcus Pohlmann

Mansions of Madness - Second Edition

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Spieleranzahl: 1 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 13 Jahren

Spieldauer: 90 bis 240 Minuten

Erscheinungsdatum: 27.07.2016

Sprache: Englisch

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Die Arkham Horror-Reihe mit ihren zahlreichen Ablegern gehört, alleine schon wegen der Thematik, zu meinen Lieblingsspieleserien. Während die meisten Spiele vor diesem Hintergrund sich mit der eher weit gefassten Bedrohung durch den Cthulhu-Mythos auseinander setzen, findet dies bei Mansions of Madness auf einer sehr kleinen, überschaubaren Ebene statt. In diesem Fall erforscht eine kleine Gruppe Investigatoren eine eng definierte Örtlichkeit und deckt dabei blasphemische Geheimnisse auf. Neben dem eigentlichen Spiel ist auch ein Tablet notwendig, da eine (kostenlose) App die Verwaltungsaufgaben übernimmt, ebenso wie die Rolle des Spielleiters. Veröffentlicht wird die zweite Edition des Spiel, wie auch der Rest der Serie, von Fantasy Flight Games in englischer Sprache.

Das umfangreiche Material in der Schachtel sollte vor Spielbeginn gesichtet werden, damit es nicht zur Verwirrung kommt. Den Kern bilden dabei 24 doppelseitig bedruckte Kartenteile in verschiedenen Größen und Formen. Vom Billardzimmer eines Herrenhauses über die verlotterten Hinterhöfe und modrigen Kai-Anlagen von Innsmouth bis zum Kellergewölbe mit Folterinstrumenten oder einem Opferaltar wird hier alles abgedeckt Aus diesen Kartenteilen wird im weiteren Verlauf das Spielbrett zusammengestellt. Das zweite Augenmerk liegt dagegen auf den Figuren: Acht Spielercharaktere sind mit Miniatur und Bogen enthalten. Jeder Charakter verfügt über sechs Attribute, wie beispielsweise Stärke, Geschick oder Willenskraft, sowie körperliche und geistige Gesundheit. Zusätzlich hat jeder Charakter noch eine Sonderfähigkeit – dies kann eine zusätzliche Aktion sein, Würfelboni oder eine besondere Ausrüstungskarte. Die Bandbreite reicht hier vom Butler und den Priester bis zum Straßenkind oder der Parapsychologin. Auch sind 24 Monster mit Basen und Übersichtsplättchen vorhanden. Hier haben die Autoren einen Streifzug durch den Cthulhu-Mythos unternommen und die gängigen Wesenheiten in das Spiel gepackt. Es gibt Karten für alltägliche Gegenstände wie Taschenlampen oder Flinten und besondere Gegenstände, wie Beweismaterial, Mythosbücher oder Ältere Zeichen. Ebenfalls enthalten sind 30 Zaubersprüche und Zustände, die bestimmte Spieleffekte beschreiben. Karten für körperlichen und geistigen Schaden behindern die Charaktere oder sorgen gar dafür, dass sie sich gegen die Gruppe wenden. Schließlich gibt es noch eine ganze Reihe von Markern, beispielsweise um besondere Orte auf dem Spielfeld zu kennzeichnen, für Türen, Wände oder Barrikaden. Noch mehr Marker sind für Nichtspielercharaktere und Hinweise vorgesehen, die eingesammelt und für verschiedene Aufgaben eingesetzt werden können. Für Proben liegen fünf achtseitige Würfel in der Schachtel, drei Seiten sind blank, auf drei Seiten ist ein Älteres Zeichen abgebildet und zwei Seiten zeigen das Hinweis-Symbol. Vervollständigt wird das Spielmaterial von zwei Regelheften und einem „Conversion Kit“, dass es ermöglicht Material aus der ersten Edition zu nutzen.
Eine Spielrunde beginnt mit der Auswahl der Charaktere und des Szenarios (gekennzeichnet durch Dauer und Schwierigkeit) in der dazugehörigen App. Dabei kann es sich beispielsweise um ein konspiratives Treffen mit einem FBI-Agenten in Innsmouth handeln, merkwürdige Vorfälle in einem Herrenhaus in Arkham oder der Schutz einer Bekannte vor einem Fluch. An dieser Stelle wird auch die Startausrüstung der Charaktere generiert, die beliebig innerhalb der Gruppe verteilt werden kann. In einem kurzen Intro bekommen die Spieler Hintergrund, Ort und weitere grobe Angaben zu der Aufgabe, die sie erwartet. Anschließend zeigt die App den Raum, in dem die Spieler beginnen, sowie sämtliche Marker und Figuren, die hier platziert werden.
Nun beginnt die eigentliche Spielrunde, die sich in zwei Phasen aufteilt. In der „Investigator Phase“ wickeln die Spieler ihre Handlungen ab. So können sie ihre Figuren beispielsweise auf dem Spielplan bewegen, neue Räume erkunden, Marker untersuchen, mit Nichtspielercharakteren interagieren oder auch Monster attackieren. Meist zieht der Spieler dabei seine Figur auf dem analogen Spielfeld und tippt parallel auf der Oberfläche der App. Betritt die Figur dabei einen neuen Raum, so greift wieder die App ein, zeigt den Raumaufbau und berücksichtigt Ereignisse die unter Umständen eintreten. Sind für Handlungen (Angriffe, Untersuchungen, besondere Aktionen) Würfelwürfe erforderlich, so kommt eine entsprechende Rückmeldung über die benötigten Erfolge und die daraus resultierenden Konsequenzen. Meist ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Würfel von den Attributen des Charakters und seiner Auswirkungen abhängig – gelegentlich kommen noch besondere Modifikatoren durch das Spiel selbst hinzu. Haben alle Spieler ihre Aktionen ausgeführt, so folgt die „Mythos Phase“, die komplett von der App gesteuert wird. Hier geschehen zufällige Ereignisse, Spieleffekte treten ein und die Monster bewegen sich oder greifen die Charaktere an. Auch hier gibt das Tablet die nötigen Proben und Handlungen vor. Danach sind wieder die Spieler an der Reihe.
Das Spiel endet entweder, wenn eine gewisse Rundenanzahl überschritten wird oder wenn es den Spielern gelingt, die Siegbedingungen des Szenarios zu erfüllen. Sowohl über Dauer als auch über die Ziele sind die Spieler zu Beginn allerdings im Unklaren.

Die erste Edition von Mansions of Madness oder Villen des Wahnsinns, wie die deutsche Ausgabe von Asmodee heißt, fand ich spielerisch sehr gelungen – allerdings standen Aufbauzeit und Verwaltungsaufwand in keinem Verhältnis zum eigentlichen Spiel. Dieses langwierige (und sehr lästige) Prozedere hat in der Neuauflage nun das Tablet übernommen – auch die Rolle des Spielleiters entfällt. Die Spieler können sich voll und ganz auf die Lösung ihrer Mission konzentrieren. Daneben liefert die App noch einen stimmigen Soundtrack und einen Sprecher, der das Geschehen erläutert. Der Spielablauf ist flüssig, die Regeln nicht übermäßig komplex und lassen den Spielern Raum für eigene Entscheidungen. Für mich stehen hier nicht die Regelmechanismen im Vordergrund, sondern das gemeinsame, stimmige Spiel. Der Schwierigkeitsgrad ist, selbst bei den „einfachen“ Szenarien recht knackig und die Spieler sollten sich auf die eine oder andere verlorene Partie einstellen. Die Handhabung der App gestaltet sich erstaunlich intuitiv und stört weit weniger, als es auf den ersten Blick erscheinet. Damit gelingt dem Spiel, zumindest aus meiner Sicht, hervorragend die Verbindung aus analogem und digitalem Spielerlebnis.
Optisch präsentiert sich das Spiel ausgesprochen finster und atmosphärisch. Die Illustrationen, zumeist aus anderen Arkham Horror-Spielen entlehnt, sind stimmig und tragen viel zum Spielspaß bei. Die Figuren sind ausreichend detailliert, das Spielmaterial qualitativ hochwertig und die Ausstattung ist wirklich umfangreich. Dazu kommt eine gelungene App, die nicht nur klaglos alle Verwaltungsaufgaben übernimmt, sondern auch für das ganze „Drumherum“ sorgt.
Weitere Informationen zur Spiele-Serie finden sich auf der Homepage des Verlages; die App lässt sich für einen ersten Eindruck auf den entsprechenden Portalen herunter laden.

Mit der zweiten Edition von Mansions of Madness ist dem Verlag ein großartiges Brettspiel gelungen, das auch viele Rollenspielelemente stimmig integriert und für ein spannendes, cthuloides Spielerlebnis sorgt.

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