
Kategorie: Kartenspiel
Autor: Simon Weinberg
Zeichner: Stefan Sonnberger
Entwickler: Mayfair Games
Verlag / Publisher: Huch!
Genre: Strategie
Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Erscheinungsdatum: 29.01.2026
Sprache: Deutsch
Bei Amazon bestellen (Affiliate*)
Makoto von Simon Weinberg ist im feudalen Japan angesiedelt und begleitet einen Ronin auf seinem Weg. Auf dieser Reise müssen bis zu sechs Spieler verschiedenste Kartenkombinationen ablegen und sich dabei gegenseitig überbieten, bevor sie das Ziel (und damit die Siegpunkte) erreichen. HUCH! übernehmen die Veröffentlichung auf dem heimischen Markt und tragen auch die Verantwortung für die Lokalisation der Regeln.
Was steckt drin?
In der kleinen, handlichen Schachtel finden sich zwölf Übersichtskarten in vier Sprachen und fünf Punktekarten mit Werten von „10“ bis „50“. Die eigentliche Spielmechanik dreht sich um die Roninkarten, von denen es je vier Stück zwischen „1“ und „16“ gibt. Dort sind verschiedene Szenen aus den Wanderungen des herrenlosen Samurai abgebildet. Wichtiger sind jedoch die Zahlen in den Ecken. Hinzu kommen bei einigen, besonders hervorgehobenen, Karten (2, 5 und 10) noch die Siegpunkte – denn nur diese zählen am Spielende. Zwei weitere Kartensätze, Schwertkarten und Orakelkarten, mit jeweils 16 Karten folgen diesem Schema. Drei zwölfseitige Anleitungen in deutscher, französischer und englischer Sprache beinhalten die Regeln.
Wie wird’s gespielt?
Abhängig von der Spielerzahl werden einige Karten aussortiert und kommen nicht zum Einsatz. Die restlichen Ronin- und Schwertkarten verteilen sich nach einem festen Schlüssel als Handkarten auf die Spieler und in die Tischmitte – das „Lager“. Die Orakelkarten dienen im Verlauf als Nachziehstapel.
Der Startspieler legt eine Karte oder eine Kombination mehrerer Karten ab. Diese können mehrfach den gleichen Wert haben oder eine „Straße“ bilden. Vier Karten, die denselben Wert haben, nennt man die „Unbesiegten“ – hier werden die Regeln etwas modifiziert. Anschließend darf er entweder eine Karte ins Lager legen oder Karten nehmen. Diese müssen jedoch alle den gleichen Zahlenwert haben – und außerdem niedriger sein, als die niedrigste ausgespielte Karte.
Die nachfolgenden Spieler haben nun zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Zum einen Können oder müssen sie passen; in diesem Fall ziehen sie eine Karte des Orakeldecks und legen dafür eine ihrer Handkarten ab. Ansonsten spielen sie ebenfalls Karten – ebenso viele, wie der Vorgänger, aber mit einem höheren Wert. Alternativ kann ein Spieler auch die „Unbesiegten“ auslegen – diese können dann nur von vier Karten mit einem höheren Wert übertroffen werden. Der Ablauf setzt sich so lange fort, bis alle anderen Spieler gepasst haben. Der Sieger darf die abgelegten Karten auf seinen Stapel für die Endabrechnung legen. Gelingt es einem Spieler, während eines Durchgangs alle Handkarten abzulegen, nimmt er sich außerdem die Punktkarte mit dem höchsten Wert.
Damit endet die Partie und es geht zur Ermittlung der Siegpunkte. Dafür werden lediglich die Karten mit dem Wert „2“ (20 Punkte), „5“ (5 Punkte“) und „10“ (10 Punkte) addiert. Hinzu kommen noch etwaige Punktkarten. Der Spieler, der die meisten Punkte sammeln konnte, ist der Sieger.
Der Autor empfiehlt, so viele Partien zu spielen, wie Mitspieler teilnehmen und dann daraus den Endpunktestand zu ermitteln.
Kann das Spiel was?
Makoto ist ein klassischer, überaus gelungener Vertreter des „Ladder Climbing“-Genres, wie es auf neudeutsch heißt. Dabei müssen sich die Spieler so lange überbieten, bis nur noch einer übrig bleibt. Die Mechaniken sind recht überschaubar gehalten, bieten aber dennoch einige Optionen. Der Austausch mit dem Lager oder dem Orakeldeck sorgt dafür, dass eine schlechte Starthand nicht die gesamte Partie zunichtemacht. Auch ermöglicht es geduldigen Spielern, sich aller Karten zu entledigen oder eine (eventuell) unschlagbare Ablage zusammenzustellen.
Dies, in Kombination mit dem fleißigen Zählen der abgelegten Karten und dem einen oder anderen Bluff bieten einige taktische Möglichkeiten. Man möchte schließlich, dass die Mitspieler viele (Punkt-)Karten in die Tischmitte legen, bevor man sich diese unter den Nagel reißt. Das die Wertung auf lediglich drei Kartenwerte beschränkt ist, hebt dies noch einmal hervor. Je mehr Spieler teilnehmen, desto besser, so zumindest mein Eindruck, funktioniert die Kartenablage. Das Ganze ist dabei flüssig und kommt ohne größere Wartezeiten aus. Spieler, die ihre Handkarten früh losgeworden sind, müssen allerdings etwas länger zuschauen.
Das Erste, was mir an dem Spiel aufgefallen ist, waren die sehr atmosphärischen Illustrationen von Stefan Sonnberger. Diese zeigen die Reise eines Ronin durch unterschiedlichste Landschaften und seine Begegnungen mit Personen und Wesenheiten auf dem Weg. Die Farbpalette nutzt viele Pastelltöne, während Kontraste und Schatten den Zeichnungen Tiefe verleihen. Insgesamt eine tolle Aufmachung, die leider für den eigentlichen Spielablauf keinerlei Bedeutung hat. Eigentlich kommt es nur auf den (gut lesbaren) Zahlenwert. Die Siegpunkte fallen dagegen kaum auf.
Die sehr glatten Karten „tellern“ bei meinem Rezensionsexemplare, das heißt, die Ränder heben sich und sie liegen nicht plan. Es hat den Anschein, als handelt es sich hier nicht um klassisches Spielkartenmaterial, sondern um folienkaschiertes Papier. Entsprechend muss man etwas vorsichtiger mit den Karten umgehen, da sie relativ empfindlich auf Knicke und allzu enthusiastisches Mischen reagieren. Die Anleitung führt gut und übersichtlich durch Aufbau und Ablauf und lässt keine Fragen offen. Abbildungen und Beispiele sorgen für ein gutes Verständnis.
Bei HUCH! auf der Homepage gibt es weitere Informationen zum Spiel und einige der Grafiken als Download. Die Regeln sucht man hier allerdings vergeblich.
Makoto kann mit seinem durchdachten Ablauf, den taktischen Möglichkeiten und mit der wirklich gelungenen Aufmachung punkten.
* Affiliate-Link: Mit einen Kauf bei Amazon über diesen Link unterstützt du die Redaktion. Das Produkt kostet dich dabei nichts extra.



