
Kategorie: Würfelspiel
Autor: Richard Garfield
Zeichner: Quentin Regnes
Entwickler: Iello
Verlag / Publisher: Hutter, Iello
Genre: Strategie
Serie: King of Tokyo
Spieleranzahl: 2 Spieler
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Erscheinungsdatum: 05.05.2025
Sprache: Deutsch
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Mit schöner Regelmäßigkeit veröffentlichen Iello neues Material zu ihrer beliebten Monster-Prügelei, seien dies nun besondere Editionen, einzelne Kreaturen oder Abwandlungen des Themas. Mit King of Tokyo – Duell hat sich Autor Richard Garfield nun daran gemacht und eine Variante für zwei Spieler entwickelt. Der Vertrieb auf dem heimischen Markt erfolgt wie gewohnt über Hutter Trade aus Günzburg.
Was steckt drin?
Das zentrale Element der Spielmechanik ist der schmale Spielplan. Dieser umfasst Ablageflächen für drei Powerkarten, doch viel wichtiger sind die beiden Leisten. Die Ruhmes- und die Zerstörungsleiste bestehen jeweils aus 15 Schritten, wobei der Startpunkt in der Mitte liegt. Teile der Leisten sind zudem grafisch hervorgehoben. Insgesamt sechs Monster stehen für die beiden Spieler zur Verfügung. Dabei handelt es sich um alte Bekannte wie beispielsweise The King oder den Gigazaur, aber auch (relativ) neue Kreaturen wie den Space Penguin und Cyber Kitty. Auf jeder Tafel gibt es neben einer großen Illustration Angaben zu Trefferpunkten und der individuellen Sonderfähigkeit – der Superpower. Hinzu kommen zwei Scheiben, mittels derer sich die aktuellen Lebenspunkte des Monsters einstellen lassen.
Insgesamt zwei weiße und sechs sechsseitige Würfel gehören zum Spielumfang. Wobei hier, wie beim Grundspiel, die Zahlen auf den Seiten durch Symbole gekennzeichnet sind. Kennern sind die Bedeutung von Tatze, Herz und Blitz wahrscheinlich bekannt – diese sorgen für Schaden, heilen Verletzungen oder liefern Energiebrocken. Der Stern steht für Ruhm, die Ruine für Zerstörung und mit dem Ausrufezeichen lassen sich die Fähigkeiten aktivieren. Bei den Energiebrocken handelt es sich um die bewährten Glasquader.
Damit können die Spieler im Verlauf die Powerkarten kaufen – insgesamt 50 an der Zahl. Die Karten bringen einmalige oder permanente Vorteile, gewähren beispielsweise Boni beim Würfeln, erhöhen oder senken Schaden und lassen ihn auf den Leisten für Ruhm und Zerstörung voranschreiten. Neben der Beschreibung der Effekte, ihren Kosten und der großformatigen Illustration tragen einige Karten außerdem ein „Hype“-Symbol. Außer diesen Markern sind noch weitere Chips für Zusatzwürfel vorhanden, ein Bogen mit Stickern, zwei Holzmarker für Ruhm und Zerstörung und die 16seitige Anleitung.
Wie wird’s gespielt?
Die Spieler nehmen gegenüber, an den kurzen Seiten des Spielplans, Platz und die zwei Marker werden auf die mittigen Startfelder der jeweiligen Leisten platziert. Drei Powerkarten liegen offen auf den Feldern des Plans, der Rest als Nachziehstapel verdeckt daneben. Nun wählen die beiden Kontrahenten ihre Monster und stellen die Lebenspunktescheiben entsprechend ein. Würfel, Energiebrocken und die restlichen Marker kommen in Griffweite.
Gespielt wird abwechselnd, wobei sich der Zug eines Spielers in vier Phasen aufteilt. Zu Beginn wirft er die sechs Würfel. Durch Chips oder Powerkarten kann er zusätzliche Würfel erhalten. Dieser Wurf kann zwei Mal wiederholt werden. Sind die Wiederholungswürfe aufgebraucht oder ist der Spieler vorher mit dem Ergebnis zufrieden, folgt die Auswertung. Für jede Tatze verursacht das Monster beim Gegner einen Punkt Schaden. Mit gewürfelten Herzen regeneriert die Kreatur Lebenspunkte, währen die Blitze dem Spieler Energiebrocken bescheren.
Für je drei Ruhm- oder Zerstörungssymbole kann er den entsprechenden Marker um ein Feld bewegen. Ausrufezeichen lösen die Superpower aus. So multipliziert beispielsweise Meka Dragon die Anzahl der Tatzen in einem Wurf mit den Ausrufezeichen, Cyber Kitty erhält zusätzliche Energiebrocken und Gigazaur darf für zwei Ausrufezeichen auf einer der beiden Leisten ziehen. In der dritten Phase kann der Spieler Powerkarten kaufen, indem er den geforderten Preis zahlt. Verzichtet er darauf, bekommt er stattdessen einen Brocken. Erwirbt ein Spieler eine Karte mit einem „Hype“-Symbol, platziert er den entsprechenden Marker auf einer der beiden Leisten. Diese können sowohl als Verlängerung, wie auch als Abkürzung dienen oder andere Dinge auslösen. Schließlich werden noch etwaige Effekte zum Ende des Zuges abgehandelt und der Mitspieler ist an der Reihe.
Dieser Ablauf setzt sich so lange fort, bis eine von drei Siegbedingungen eintritt. Zum einen unterliegt ein Spieler, wenn die Lebenspunkte seines Monsters auf Null sinken. Er gewinnt, falls beide Marker gleichzeitig in seiner Spielfeldhälte im Scheinwerferlicht stehen, oder ein Marker das letzte Feld der Leiste erreicht.
Gelingt es den Spielern eine der besonderen Herausforderungen zu erfüllen, die am Schachtelrand abgedruckt sind, beispielsweise acht Würfel mit dem gleichen Ergebnis zu haben, zu gewinnen, ohne dem gegnerischen Monster Schaden zuzufügen oder mindestens zehn Powerkarten zu kaufen, darf er einen der beiliegenden Sticker auf die passende Stelle kleben.
Kann das Spiel was?
Machen die anderen Teile der Serie erst mit sechs Monstern richtig Spaß, so funktioniert King of Tokyo – Duell doch erstaunlich gut. Die grundlegenden Mechaniken bleiben erhalten, so dass sich Veteranen sofort zurechtfinden. Dennoch gibt es hier genug eigenständige Elemente, die das Spiel interessant machen. Die unterschiedlichen Siegbedingungen, die Superpower und die Hype-Karten sorgen für einen sehr abwechslungsreichen und weitgehend ausgeglichenen Verlauf. Selbst mit schlechten Würfelergebnissen lässt sich meist noch etwas Nützliches anfangen, so dass kein Zug verschwendet wird. Das Konkurrenzdenken steht hier im Vordergrund, und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, seinem Mit-Monster das Leben schwer zu machen. Die Spieler stehen sich in offenem Schlagabtausch gegenüber – was es zu einem echten Duell macht. Die Spieldauer ist variabel, geht aber selten über die angegebenen 20 Minuten hinaus.
Die Illustrationen von Quentin Regnes sind herrlich überzogen und recht bunt, was den nicht ganz Ernst gemeinten Charakter des Spiels betont. Besonders die Sticker treiben den Niedlichkeits-Faktor auf die Spitze. Einzig der Spielplan wirkt ein wenig unübersichtlich und „hektisch“. Ansonsten macht das Spielmaterial einen rundweg soliden, wertigen Eindruck. Angefangen von den hübschen Markern, über die als Comic gestaltete Anleitung mit zahlreichen Beispielen bis hin zum durchdachten Box-Inlay liefert der Verlag hier eine sehr gute Arbeit ab.
Iello bzw. Hutter stellen auf ihrer Homepage neben der deutschen Anleitung als Download noch weiteres Bildmaterial zur Verfügung. Außerdem können sich interessierte Spieler hier einen kleinen Trailer anschauen.
Wer ein spannendes, lustiges Spiel für zwei Personen sucht und comichafte Monster-Prügeleien mag, kommt nicht an King of Tokyo – Duell vorbei.
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