
Kategorie: Brettspiel
Autor: Kasper Lapp
Zeichner: Chris Quilliams
Entwickler: Final Score Games
Verlag / Publisher: Asmodee
Genre: Familienspiel, Strategie
Spieleranzahl: 1 bis 4 Spieler
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 bis 45 Minuten
Erscheinungsdatum: 30.01.2026
Sprache: Deutsch
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Kasper Lapp hat in seiner Laufbahn als Spieleautor schon die unterschiedlichsten Themen und Mechaniken genutzt, wie beispielsweise bei DIESEM oder JENEM Spiel. Nun widmet er sich mit INK dem Zusammenspiel von Farben. Bis zu vier angehende Künstler versuchen in dem, von Asmodee veröffentlichten, Legespiel möglichst schnell ihre Tintenfässer unterzubringen.
Was steckt drin?
Die Schachtel verfügt gleich über mehrere auffällige Komponenten. Zum einen sind dies natürlich die insgesamt 100 Tintenfässer aus Kunststoff. Je 25 Stück pro Spielerfarbe und 25 zusätzliche in Schwarz, die in der Endphase zum Einsatz kommen. Je zehn Palettenkarten dienen den Spielern als Ausgangspunkt und zur Platzierung ihrer Fässchen. Sie verfügen über eine Kombination von zwei Farben, die im weiteren Verlauf von Bedeutung ist. Die eigentlichen Gemälde setzen sich aus 95 quadratischen Tintenplättchen zusammen, die in je vier Viertel in diversen Farbkombinationen unterteilt sind. Manche davon enthalten zudem leere weiße Punkte und solche mit Zahlangaben. Ein Tableau, zu dem zwölf Plättchen gehören, umfasst die Bonusaktionen. Diese bieten Vorteile, beispielsweise ermöglichen sie es, Tintenfässer nachträglich zu verschieden, zusätzliche Punkte oder Felder zu platzieren oder behindern die gegnerischen Gemälde. Weitere Plättchen, gekennzeichnet mit einem oder zwei „X“ blockieren im Spielverlauf Teile der Kunstwerke.
Das Rondell, der Kern der Zugmechanik, umfasst sechs Anlegestellen für Tintenplättchen. Zwei Stoffbeutel, Startplättchen für die Spieler, sowie unterschiedliche Marker runden das Spielmaterial ab. Die Regeln finden in der sechsseitigen Anleitung Platz. Ein separates Blatt fasst die Sonderaktionen zusammen und enthält zudem alles Wissenswerte zur Solo-Variante.
Wie wird’s gespielt?
Jeder Spieler wählt seine Farbe und bekommt die entsprechenden 25 Tintenfässer. Außerdem erhält er eine zufällige Palettenkarte und ein ebensolches Startplättchen. 12 Fässer kommen dabei auf die Palette und sind damit in ihrer Farbwahl eingeschränkt. Die verbliebenen Fässer stehen daneben und können beliebig genutzt werden. Eines kommt auf das Startfeld des Rondells. Die Spieler legen vier Aktionskarten in das dafür vorgesehene Tableau, die Plättchen mit dem „X“ liegen im Beutel, die mit „XX“ gekennzeichneten werden vorerst nicht benötigt. Schließlich kommen die 95 Tintenplättchen in den Sack. Daraus ziehen die Spieler sechs Stück und platzieren diese an den entsprechenden Stellen des Rondells. Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und die Partie kann beginnen.
Ist ein Spieler an der Reihe, zieht er seinen Marker an eine beliebige Stelle des Rondells, nimmt sich das dortige Plättchen und legt es an sein bestehendes Gemälde vor ihm an. Hierbei darf es lediglich nicht diagonal platziert werden. Gelingt es ihm, eine Farbfläche zusammenzustellen, die der Zahl auf einem der weißen Felder entspricht, kann er diese werten. Er stellt nun Tintenfässer auf alle leeren Punkte – entweder von seiner Palette, wenn die Farbe passt oder von den Joker-Fässern. Erfüllt er darüber hinaus noch die Bedingungen einer Bonusaktion, so führt er diese sofort aus. Hierdurch können sich weitere Aktionen ergeben.
Zieht ein Spieler seinen Marker auf dem Rondell über das Startfeld, so nimmt er ein zufälligen „X“-Plättchen aus dem Beutel und muss die entsprechenden Felder auf seinem Gemälde abdecken. Alternativ kann er auch passen und damit auf seinen Zug verzichten.
Gleich, für welche Option sich der Spieler entscheidet, danach ist der Nächste an der Reihe.
Das Spiel endet entweder, wenn das letzte Tintenplättchen aus dem Beutel gezogen wird, oder wenn ein Spieler sein letztes Tintenfass auf seinem Gemälde platziert. Nun wird die Runde zu Ende gespielt. Derjenige, der alle (oder zumindest die meisten) Fässer setzen konnte, gewinnt.
Im Solo-Modus tritt der Spieler gegen einen vom Spiel gesteuerten Gegner in verschiedenen Schwierigkeitsgraden an. Hier gewinnt er, wenn er sein letztes Tintenfass vor dem virtuellen Mitspieler setzen kann.
Kann das Spiel was?
Die Gemälde, die bei INK entstehen, erinnern eher an Piet Mondrian – schon ein wenig abstrakt. Dass dies dem Spielspaß jedoch keinen Abbruch tut, liegt an der unterhaltsamen Spielmechanik, die sich Kasper Lapp hier ausgedacht hat. Das Grundprinzip ist altbekannt und bewährt: Ich versuche möglichst große, zusammenhängende Flächen zu bauen und damit meine Punkte zu machen. Was das Spiel für mich jedoch interessant macht, ist zum einen der Auswahlmechanismus der Plättchen. Hier hat der Spieler im Prinzip freie Auswahl, muss dafür aber die Einschränkungen durch die „X“-Plättchen in Kauf nehmen. Der andere reizvolle Aspekt sind die Bonusaktionen. Diese belohnen geduldiges, planvolles Bauen mit nützlichen Effekten, die gelegentlich sogar Kettenreaktionen auslösen.
Dabei bleibt das Spiel entspannt; Konkurrenzdruck ist zwar vorhanden, aber auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Abläufe sind nicht komplex und eignen sich sowohl für den Spielernachwuchs, wie auch als lockere Einstimmung für anspruchsvolle Spiele. Mit den richtigen Mitspielern lassen sich allerdings deutlich „ernsthafte“, strategische Partien spielen, bei denen es auf jeden Zug ankommt. Diese Flexibilität in Niveau und Anspruch gefällt mir sehr gut.
Nicht wirklich überzeugen konnte mich dagegen der Solo-Modus. Rein von der Spielmechanik funktioniert dieser zwar tadellos, jedoch fehlt mir hier der Spielspaß. Um in Regeln und Abläufe zu finden, war er allerdings nützlich.
Die Ausstattung weiß ebenfalls zu gefallen. Die Beutel machen einen stabilen Eindruck, ebenso wie die Plättchen. Das Tableau für die Sonderaktionen mit seinen abgesetzten Fächern ist praktisch und die Tintenfässchen sind hübsch anzuschauen. Das Artwork beschränkt sich dagegen auf wolkige Farbflächen mit entsprechenden Unterteilungen. Kein wirklicher Hingucker, aber im Kontext der Spielidee passend. Die Anleitung führt anschaulich durch den gesamten Spielablauf – eine ganze Seite ist einer Beispielrunde vorbehalten.
Asmodee haben auf ihrer Homepage einige Informationen zum Spiel bereitgestellt, so unter anderem die Regeln als Download. Ein besonderes Leckerli sind hier zwei Bonusaktionen zum Selbstausdrucken. Mehr Bildmaterial, ein kleines Tutorial und Schnellstartregeln gibt es bei Final Score Games – allerdings nur in englischer oder französischer Sprache.
Mit INK bekommen die Spieler, ein schönes, entspanntes Legespiel, das sich sowohl für die Familienrunde wie auch als Absacker gut eignet.
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