High Society

14.07.2018 von Marcus Pohlmann

High Society

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Spieleranzahl: 3 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: ca. 20 Minuten

Erscheinungsdatum: 31.05.2018

Sprache: Englisch

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Vor über 20 Jahren veröffentlichte der umtriebige Spieleautor Dr. Reiner Knizia sein Auktionsspiel High Society. Natürlich ist es mittlerweile, ebenso wie die (thematisch abgewandelte) Neuauflage, schon lange vergriffen. Der britische Verlag Osprey Games, ursprünglich auf Tabletop-Spiele spezialisiert, baut kontinuierlich sein Brettspiel-Segment weiter aus und hat dem Spiel über Geld und Statussymbole dafür eine optische Generalüberholung verpasst und neu auf den Markt gebracht.

Für jeden der bis zu fünf Spieler liegt ein Set aus 11 Geldkarten in unterschiedlicher Farbe bereit. Die Werte bewegen sich dabei zwischen 1.000 und 25.000 Francs (das Spiel ist in Frankreich, um das Jahr 1900, angesiedelt). Mit diesen Karten bieten die Spieler in mehreren Runden auf die 16 Status-Karten. Bei 10 davon handelt es sich um Luxusartikel oder Statussymbole, beispielsweise Schmuck, Kunstgegenstände oder eine Kreuzfahrt, die beim Ende des Spiels Punkte bringen. Drei Prestigekarten verdoppeln die erreichte Punktzahl und die drei Schande-Karten ziehen entweder 5 Punkte ab, halbieren die Punktzahl oder zwingen den Spieler eine Karte abzulegen. Darüber hinaus finden sich in der Schachtel noch Karten mit Werbung für anderes Spiele des Verlages und die achtseitige Anleitung.
Jeder Spieler erhält die Geldkarten in seiner gewählten Farbe; die Status-Karten werden gemischt und in die Tischmitte gelegt. Nun deckt der Startspieler die oberste Karte auf und die Spieler geben nacheinander offen ihre Gebote auf diese Karte ab. Möchte (oder kann) ein Spieler ein vorangegangenes Gebot nicht erhöhen, so passt er. Dies wird so lange fortgesetzt, bis alle Spieler bis auf einen gepasst haben – dieser Spieler mit dem höchsten Gebot erhält die Karte. Das eingesetzte Geld aller Spieler wird abgelegt und aus dem Spiel entfernt. Sollten kein Spieler ein Gebot abgeben, so bekommt der letzte Spieler in der Reihe die Karte kostenlos. Bei den Schande-Karten ändert sich der Ablauf der Bietrunde: der Spieler, der zuerst passt erhält die Karte, darf aber auch sein bisher eingesetztes Geld behalten. Alle anderen Spieler müssen ihr Geld ablegen.
Vier der Karten haben einen andersfarbigen Hintergrund. Wird die letzte dieser Karten aufgedeckt endet das Spiel direkt und die Auswertung beginnt. Der Spieler mit dem wenigsten Geld scheidet dabei sofort aus und wird nicht weiter berücksichtigt. Die verbliebenen Spieler zählen die Punkte, die sie durch die ersteigerten Luxusgegenstände bekommen haben und berücksichtigen Boni und Mali durch die Sonderkarten. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl hat sich an die Spitze der gehobenen Gesellschaft gekämpft und gewinnt das Spiel.

High Society ist erstaunlich gut gealtert – zu keinem Zeitpunkt haben die Spieler den Eindruck, dass die ursprüngliche Veröffentlichung bereits so lange zurück liegt. Die Runden laufen sehr schnell, unkompliziert und durchaus spannend ab; die Spieler müssen wirklich jedes Gebot vorsichtig abwägen. Grade die Gefahr sich finanziell zu verausgaben besteht ständig und es ist wichtig, auch die Gebote der Mitspieler im Auge zu behalten. Impulskäufe werden meist bei Spielende bestraft, aber manchmal muss man eine Karte einfach ersteigern. Das Spiel bietet schöne Möglichkeiten sich bei den Auktionsrunden gegenseitig hochzuschaukeln und die Einkäufe der anderen Spieler zu kommentieren, was den Spielspaß deutlich steigert. Mit drei oder vier Spielern funktioniert die Jagd nach den Luxusartikeln zwar auch, aber erst zu fünft entwickelt das Spiel die richtige Dynamik.
Das Artwork orientiert sich stilistisch stark an der Belle Époque oder der Art nouveau. Medusa Dollmaker hat mit ihren Zeichnungen sowohl die Stimmung dieser Ära als auch den Hintergrund des Spiels hervorragend eingefangen. Die Verwendung von zwei unterschiedlichen Kartengrößen dient der Übersichtlichkeit des Spiels, allerdings hätten Osprey Games auf ein stabileres Material zurückgreifen können. Die kurze Anleitung fasst die Regeln verständlich zusammen; Schulenglisch ist dabei zum Regelstudium völlig ausreichend. Allerdings fehlt mir eine fest definierte Reihenfolge in der die Karten am Ende abgerechnet werden. Für die Testrunden haben wir uns daher am Beispiel im Regelheft orientiert.
Weitere Informationen zum Spiel und zum Autor gibt es auf der Homepage des Verlages.

Das Spielprinzip funktioniert tadellos und sorgt für kurzweilige, spannende Spielrunden. Die stimmigen Illustrationen werten High Society dabei noch einmal deutlich auf.

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