
Kategorie: Kartenspiel
Autor: Duvey Rudow, George Feledichuk, Leo Taylor
Zeichner: René Amthor
Verlag / Publisher: Amigo
Genre: Familienspiel, Kinderspiel
Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Erscheinungsdatum: 30.01.2026
Sprache: Deutsch
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Das Verlagsprogramm von Amigo Spiele quillt geradezu über vor schnellen, meist unkomplizierten und familienfreundlichen Kartenspielen. Umso erstaunlicher ist es, dass es dem Dietzenbacher Verlag immer wieder gelingt, neue Idee auf den Spieltisch zu bringen. So ist es auch bei Greedy Goose der Fall, bei dem bis zu sechs Spieler sich (im übertragenen Sinne) den Bauch mit allerlei Leckereien vollschlagen wollen.
Was steckt drin?
Die Schachtel präsentiert sich im hinlänglich bekannten, handlichen Format und umfasst neben der doppelseitigen Anleitung insgesamt 90 Karten. Den Großteil bilden hier die 78 Snackkarten. Auf diesen sind verschiedene Gänse abgebildet, die sich an Torten, Trauben, Brot oder auch Melonen gütlich tun. Eine großformatigen Illustration steht im Mittelpunkt, daneben sind die Hintergrundfarbe und die aufgedruckten Zahlen („1“ bis „4“) von Bedeutung. Hinzu kommen 12 Aktionskarten, die es ermöglichen eine Karte an einen Mitspieler weiterzugeben oder sich eine von diesem zu nehmen.
Wie wird’s gespielt?
Je nach Teilnehmeranzahl werden die schwarz umrandeten Karten aussortiert. Lediglich in einer Partie mit fünf oder sechs Spielern kommen alle 90 Karten zum Einsatz. Die gemischten Karten werden verdeckt auf dem Spieltisch ausgebreitet; jeder Spieler zieht drei Handkarten. Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und die Völlerei kann beginnen.
Ist ein Spieler am Zug, deckt er eine der Karten in der Tischmitte auf. Anschließend kann er sich für eine von drei Optionen entscheiden. Entweder er lässt die Karte offen liegen und passt. Alternativ kann er die umgedrehten Karten auf seine Hand nehmen. Als letzte Möglichkeit dreht er eine weitere Karte um. Dies kann er so lange fortsetzen, bis er sich für eine der anderen beiden Aktionen entscheidet oder zwei gleiche Karten aufgedeckt sind. In diesem Fall nimmt er alle auf seine Hand. Aktionskarten können, müssen aber nicht, eingesetzt werden.
Nun wird überprüft, ob der Spieler zu gierig war und sich „überfressen“ hat. Die Zahlen auf den Karten geben an, wie viele Leckereien dieser Sorte er auf der Hand halten darf. Wird dieses Limit überschritten, werden alle betreffenden Karten abgelegt. Ansonsten behält er seine Kartenhand für die kommende Runde. In beiden Fällen ist der Nächste an der Reihe.
Wird die letzte Karte auf dem Tisch aufgedeckt, darf der Spieler noch seinen Zug beenden, bevor die Auswertung erfolgt.
Dazu zählen die Spieler lediglich die Anzahl ihrer derzeitigen Handkarten. Hier bringt jede Karte einen Siegpunkt – ausgenommen die Karte mit dem Wert „1“. Diese beschert ihrem Besitzer gleich drei Punkte.
Kann das Spiel was?
Vorbereitungen, Erklärungsaufwand und Spieldauer halten sich bei Greedy Goose in einem überschaubaren Rahmen. Dafür bekommen die Spieler ein lockeres, leichtes Kartenspiel, das sogar die eine oder andere taktische Überlegung belohnt, aber auch (manchmal) den Mut zum Risiko. Nicht zu unterschätzen ist zudem der „Ärgerfaktor“, der grade bei größeren Spielrunden zum Tragen kommt. Wer ein wenig auf die Karten seiner Mitspieler achtet, kann mit großzügigen „Geschenken“ oder Passen der Konkurrenz ein Schnippchen schlagen.
Dabei ist der Ablauf nie wirklich gemein oder bösartig, so dass es sich auch gut für jüngere Spieler eignet. Generell haben Partien zu fünft oder sechst deutlich besser funktioniert als mit geringerer Spielerzahl. Es macht einfach viel mehr Spaß, seine Mitspieler anzustacheln, eine weitere Karte zu nehmen – und sich dann zu freuen, wenn es eben eine zu viel war. Das Spiel ist, unabhängig von der Anzahl der Spieler schnell, die Wartezeiten halten sich in einem überschaubaren Rahmen und lustig ist es auch noch. Die Spieler sollten sich generell an den Gedanken gewöhnen, häufig Karten abzulegen, wobei es mehrere Testspiele gab, in der alle (oder zumindest annähernd) die gleich Punktzahl hatten. Als Tie-Breaker dient hier sowohl die Kartenanzahl wie auch die unterschiedlichen Snacks.
Die Illustrationen von René Amthor beschränken sich auf fünf verschiedene Gänse bei der Nahrungsaufnahme sowie die drei Aktionskarten. Ein paar mehr Zeichnungen wären nett gewesen, funktionieren aber mit dem Spielablauf nicht. In jedem Fall unterstreicht das Federvieh nochmals den lockeren Charakter des Spiels. Die Anleitung setzt großzügig auf bebilderte Beispiele zur Ergänzung der Regeltexte, was dafür sorgt, dass man direkt losspielen kann. Wem selbst dies zu lange dauert, kann auch auf das Tutorial-Video des Verlags zurückgreifen.
Wie gewohnt stellen Amigo Spiele auf ihrer Homepage die Spielregeln als Download bereit. Dazu gibt es weitere Informationen zum Spiel.
Wer auf der Suche nach einem unkomplizierten Familienspiel oder einem lockeren Absacker ist, bekommt mit Greedy Goose leicht verdauliche, schmackhafte Kost.
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