Grand Grimoire der Mythos-Magie

03.03.2018 von Marcus Pohlmann

Grand Grimoire der Mythos-Magie

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Erscheinungsdatum: 15.11.2017

Sprache: Deutsch

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Über 30 Jahre gibt es das Horror-Rollenspiel H.P. Lovecrafts Cthulhu mittlerweile schon auf dem heimischen Markt. Das es dabei selbst für ambitionierte Kultisten nicht immer einfach ist, den Überblick zu behalten in welcher Veröffentlichung welche Passage steht, versteht sich beinahe von selbst. Pegasus Press nehmen sich dieses Problems an und legen mit dem Grand Grimoire der Mythos-Magie eine Zusammenfassung von Zaubersprüchen und magischen Ritualen aus allen bisherigen Publikationen vor.

Der gut 200 Seiten starke Hardcover-Band beginnt mit einem kurzen Exkurs zum Einsatz von Magie. Dabei gehen die Autoren auf den Einfluss von Sternkonstellationen, Opfern und der geistigen Haltung des Ausführenden ein. Das zweite Kapitel beschäftigt sich dagegen mit den Spielregeln, die zum Einsatz kommen. Die Möglichkeit von Fehlschlägen wird hier ebenso berücksichtigt, wie auf die benötigte Zutaten und die tiefer gehenden Auswirkungen, die Magie auf die Charaktere haben kann.
Daran schließt sich die eigentliche Auflistung der Zauber an. Diese werden in verschiedene Kategorien, abhängig von ihren Auswirkungen eingeteilt. So gibt es beispielsweise Schutz- und Schadenszauber, Verwandlungsmagie oder Rituale, die der Beschwörung von Wesenheiten dienen. Die Auflistung der über 600 Einträge folgt dabei einem einheitlichen Schema. Nach dem Namen und der Zuordnung in eine Kategorie sind Kosten (in Magie- und Stabilitätspunkten) und Dauer aufgeführt. Daran schließt sich eine Beschreibung des jeweiligen Zaubers an, die Besonderheiten bei der Wirkung und seine Effekte enthält. Sollte das Ritual noch unter anderen Namen geführt werden, so werden diese am Ende des Eintrags aufgelistet. Gelegentlich schließen sich noch weitere Angaben und Bemerkungen, beispielsweise eine Tabelle mit variablen Effekten oder die Beschreibung einer beschworenen Kreatur, an. Über den Band verteilt gibt es außerdem drei Nichtspielercharaktere, die Hexe Hestia Locksby, den Nekromanten Thomas Davenport und den Antiquar Niels-Viggo Schou, die einen engen Bezug zu Magie haben und die vom Spielleiter nach Bedarf eingesetzt werden können.
Die hier vorgestellten Zauber enthalten gängige Klassiker, wie die Sprüche der „Kontakt-/Rufe-/Kontrolle“-Familien, mit denen die Charaktere die unterschiedlichsten Mythos-Wesen zu sich holen und beherrschen können, der universelle Schutz durch das „Ältere Zeichen“ oder den beliebten Angriffszauber „Verdorre Gliedmaßen“. Dagegen gibt es auch zahlreiche Exoten, die nur selten in den bisherigen Publikationen zum Einsatz kamen. So verhindert „Koschtschoys Tod“ das Ableben des Zaubernden mittels eines Hühnereis, mit dem „Momoy-Ritual“ kann der Charakter einen kurzen Abstecher in die Traumlande oder ein Gegner wird mit dem „Zauberspruch, der in Ib unterging“ in eine Spinne verwandelt.
Eine alphabetische Übersicht sämtlicher Einträge beschließt den Band.

Magie kommt im Cthulhu-Rollenspiel, zumindest auf Seiten der Spieler, nicht übermäßig häufig zum Einsatz. Dem Spielleiter wird jedoch mit diesem Band ein umfassender Fundus zur Verfügung gestellt, aus dem er sich bedienen kann. Praktisch jede Spielsituation kann mit einem der hier enthaltenen Zauber abgedeckt werden. Ganz gleich, ob ein NSC von den Toten wieder auferstehen soll, unsichtbare Dinge sichtbar gemacht werden müssen oder Menschen in für sie undenkbare Situationen gebracht werden sollen – irgendwo findet sich auf diesen Seiten die richtige Antwort. Durch diese Zusammenstellung entfällt die eher nervige Suche in unterschiedlichsten Quellenbänden, auch die Sortierung in Kategorien erleichtert die Aufgabe des Spielleiters ungemein. Angesichts der Masse an vorgestellten Zaubern sind die nur kurzen Einträge durchaus zu verschmerzen – einzig die beiden Kapitel zum Einsatz von Magie hätten etwas umfangreicher ausfallen können. Die drei enthaltenen Nichtspielercharaktere passen zwar thematisch in den Band, wirklich nötig wären sie, zumindest für mich, allerdings nicht gewesen. Letzten Endes bekommt der Leser mit dem Grand Grimoire der Mythos-Magie eine umfassende, sehr nützliche (und wohl auch vollständige) Übersicht aller bisher erschienenen Zaubersprüche für dieses Spielsystem.
Die Aufmachung ist, wie nicht anders von Pegasus Press gewohnt, hochwertig und ausgesprochen hübsch anzuschauen. Der Hardcover-Band liegt gut in der Hand und der Titel wird durch eine partielle Lackierung weiter aufgewertet. Die Illustrationen im Innenteil reichen von einfachen Skribbles in den Seitenecken bis hin zu opulenten, seitenfüllenden Auszügen aus magischen Büchern, komplett mit obskuren Schriftzeichen und okkulten Diagrammen. Die Optik ist sehr stimmig auf das Thema des Bandes abgestimmt und sorgt für die richtige Atmosphäre beim Lesen.

Wer mehr über das Horror-Rollenspiel und die bisherigen Publikationen herausfinden möchte, bekommt auf der Verlagsseite einen umfassenden Überblick, sowie die Möglichkeit ein kostenloses Einsteigerregelwerk herunter zu laden.

Das Grand Grimoire der Mythos-Magie bietet dem Leser genau das, was der Titel verspricht – eine umfassende Sammlung aller Zaubersprüche und Rituale für H.P. Lovecrafts Cthulhu.

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