Feind meines Feindes

16.10.2019 von Marcus Pohlmann

Cthulhu - Feind meines Feindes

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Erscheinungsdatum: 24.10.2018

Sprache: Deutsch

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Ein Großteil der Abenteuer, die Pegasus Press in letzter Zeit für das Cthulhu-Rollenspiel veröffentlicht hat, waren One-Shots oder konnten als Intermezzo für eine laufende Spielrunde genutzt werden. Nun legt der Friedberger Verlag mit Feind meines Feindes wieder einmal eine zusammenhängende, dreiteilige Kampagne vor, angesiedelt zu Beginn der 1920er.

Ich bemühe mich zwar, in dieser Rezension nicht zu viel vom Plot zu verraten, aber Spieler sollten auf keinen Fall weiter lesen.

Um was geht es?

Der 96seitige Band enthält neben einer ausführlichen Einleitung drei Abenteuer, die durch kleinere Interludien miteinander verbunden sind. Diese kurzen Abschnitte geben den Charakteren die Möglichkeit, die Zeit zwischen den Abenteuern sinnvoll zu nutzen. So können sie Reisevorbereitungen treffen oder Recherchen durchführen.
Die Einleitung liefert eine kurze Zusammenfassung der drei Hauptabenteuer, sowie der Hintergründe. Dieser Teil des Bands stellt auch die beteiligten Organisationen und wichtigsten Personen vor. Schließlich erhalten die Spieler noch Hinweise zu Erschaffung von Charakteren speziell für diese Kampagne.
Der erste Teil „Mord im Jagdschloß“ führt die Investigatoren im September 1921 auf den Landsitz des Freiherrn zu Köpenick, eines preußischen Adligen. Dieser hat vor Ort eine ganze Reihe Forscher, Wissenschaftler und Gelehrte versammelt, um eine Expedition nach Kreta zu organisieren. Diese Vorbereitungen werden jäh unterbrochen, als der Junker Heumann, die rechte Hand des Freiherrn, einem feigen Mordanschlag zum Opfer fällt. Es liegt nun an den Spielern, den oder die Schuldigen zu ermitteln, und ihrer gerechten Strafe zuzuführen.
In „Die Steintafeln von Valusien“ ist die Grabungsexpedition im Sommer 1922 auf Kreta angekommen. Vor dem Hintergrund des türkisch-griechischen Konfliktes erforschen die Investigatoren einen lange verschollenen Tempel und bergen dort uralte Relikte, unter anderem die besagten Steintafeln. Die Expedition muss sich dabei nicht nur mit den regionalen Gepflogenheiten herum schlagen, sondern auch mit mysteriösen Diebstählen, Schlangen und Saboteuren.
Der letzte Teil der Kampagne „Mittsommernachtsalptraum“ führt die Investigatoren, wiederum ein Jahr später, in das schwedische Städtchen Vittskövle. Einige Fundstücke der Expedition wurden gestohlen und anscheinend ist einer der ursprünglichen Geldgeber dafür verantwortlich. Die Spieler müssen nun einen Weg finden, in das Schloss des Diebes zu gelangen, die Artefakte zu bergen und ein gotteslästerliches Ritual zu verhindern.

Gehört der Band in die Sammlung?

Feind meines Feindes bietet drei völlig unterschiedliche Abenteuer. Der erste Teil besteht aus reiner Ermittlungsarbeit. Im zweiten Teil dürfen die Spieler in die Fußstapfen von Indiana Jones schlüpfen – Schlangengrube inklusive. Der Abschluss liefert neben Action auch die Mythos-Komponente, die zuvor allenfalls unterschwellig vorhanden war. Jedes Abenteuer funktioniert für sich genommen sehr gut, gemeinsam liefern sie eine abwechslungsreiche, spannende Kampagne. Nutzt der Spielleiter, wie von den Autoren beabsichtigt, die verschiedenen Gruppierungen und Interessengemeinschaften, so ergeben sich interessante Verflechtungen. Diese stellen im Abenteuerverlauf die Loyalitäten der Charaktere mehrfach in Frage. Es kann dabei durchaus vorkommen, dass die Investigatoren innerhalb der Gruppe für verschiedene Auftraggeber arbeiten – was wiederum zu sehr intensivem Rollenspiel führt.
Die Abenteuer sind sauber ausgearbeitet und bieten viele Details für den Spielleiter. Durch die umfangreichen Hintergrundinformationen lassen sich Elemente der Kampagne zudem sehr einfach für eigene Szenarien zweckentfremden. Dabei gefällt mir Grundidee ausgesprochen gut, außerdem sind die Nichtspielercharaktere stimmig und die Schauplätze abwechslungsreich. Hier haben die drei Autoren einfach alles richtig gemacht.
Das übliche zweispaltige Layout der Cthulhu-Publikationen wird durch zahlreiche historische Fotografien aufgelockert. Hervorgehobene Textkästen liefern wichtige Beschreibungen und Informationen für den Spielleiter. Hand-Outs sorgen für die richtige Atmosphäre und das Kartenmaterial von Chris Schlicht für die Übersichtlichkeit. Das Cover von Mark Freier vermittelt dem Betrachter eine vage Vorstellung, um was es sich in der Kampagne drehen könnte, verrät aber nicht zu viel.

Pegasus Press liefern auf ihrer Homepage weitere Informationen zu dem Band. Die entsprechenden Hand-Outs stellt der Verlag ebenfalls zur Verfügung – sehr vorbildlich!

Mit Feind meines Feindes liefert der Verlag eine ausgesprochen gelungene, wenn auch kurze, Kampagne für das Horror-Rollenspiel.

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