
Kategorie: Kartenspiel
Autor: Friedemann Friese
Zeichner: Christian Opperer, Michael Menzel
Verlag / Publisher: Skellig Games
Genre: Familienspiel
Spieleranzahl: 2 bis 5 Spieler
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Erscheinungsdatum: 23.10.2025
Sprache: Deutsch
Mit Fair Enough veröffentlichen, wie im letzten Jahr auch, Skellig Games das offizielle Spiel zur SPIEL. Wenig überraschend dreht sich bei dem Werk von Friedemann Friese alles darum, auf der Messe möglichst reiche Beute zu machen. Allerdings gibt es bei dem Kartenspiel für bis zu fünf Sammler eine Zeitbegrenzung – ganz wie im richtigen Leben.
Was steckt drin?
Im Kern dreht sich das Spiel natürlich um die verschiedenen Objekte, welche die Spieler ergattern müssen. Insgesamt 90 dieser Sammelkarten gibt es, wobei sich diese in 9 Kategorien aufteilen, so z.B. Tradings Cards, Miniaturen, Merchandise oder Würfel. Die Karten enthalten, neben einer Illustration, die den meisten Platz einnimmt, mehrere Informationen. So hilft ein farbiger Balken mit einem entsprechenden Symbol bei der Unterscheidung der Kategorien. Auch eine Angabe von Siegpunkten (von „1“ bis „10“) ist hier platziert. Am unteren Kartenrand stehen die Zeiteinheiten, die es kostet um das Objekt zu ergattern. Neun Zeitkarten dienen der Bestimmung der Rundendauer.
Das Messemaskottchen Meeps präsentiert hier die zur Verfügung stehenden Zeiteinheiten – irgendwo zwischen „9“ und „30“. Manche dieser Karten sind einer bestimmten Spieleranzahl vorbehalten. Von jeder der drei Sonderkarten gibt es drei Exemplare – diese lassen einen Spieler durch Vorbestellung Zeit sparen, verdoppeln mit der Warteschlange die benötigten Zeiteinheiten oder legen mit „Ausverkauft“ eine Karte auf den Ablagestapel. Eine Karte für den Startspieler, einen Block, um die Punkte zu notieren und die vierseitige Anleitung in insgesamt fünf Sprachen vervollständigen die Ausstattung.
Wie wird’s gespielt?
Vor dem Beginn der Partie sortieren die Spieler die Zeitkarten entsprechend der Teilnehmerzahl aus. Sammel- und Sonderkarten werden in einen Stapel gemischt, von dem jeder drei Handkarten bekommt. Schließlich kommen noch drei offene Karten neben den Nachziehstapel.
Insgesamt sechs Runden werden gespielt, wobei sich jede Runde in zwei Phasen aufteilt. Den Beginn macht hier die Recherchephase. Dabei darf ein Spieler eine, zwei oder auch gar keine Karten der Auslage auf die Hand nehmen. Anschließend werden die Sammelkarten wieder aufgefüllt und der Nächste ist an der Reihe. Dies wird so lange fortgesetzt, bis sich jeder zwei Mal bedienen konnte – ein Handkartenlimit gibt es nicht.
Nun folgt die Sammelphase, in der die Spieler zuerst die oberste Zeitkarte aufdecken. Diese gibt an, wie viel Zeiteinheiten zur Verfügung stehen. Ist ein Spieler an der Reihe, kann er entweder eine Sammelkarte vor sich auslegen. Die benötigte Zeit wird dabei von den Einheiten auf der Zeitkarte abgezogen. Alternativ kann er auch bereits vor sich ausliegende Karten sichern, das bedeutet, die Karten werden beiseitegelegt und zählen für die Wertung. Allerdings scheidet er für die aktuel laufende Runde aus. Der Durchgang endet, wenn entweder die Zeit aufgebraucht ist oder alle Spieler ihre Karten gesichert haben. Sollten noch nicht gesicherte Karten ausliegen, so kommen diese auf den Ablagestapel und zählen am Ende der Partie nicht mehr.
Anschließend beginnt die neue Runde; die Handkarten bleiben erhalten. Der Spieler, der zuerst aus der vorherigen Runde ausgestiegen ist, übernimmt die Rolle des Startspielers.
Sind sechs Runden absolviert, endet die Partie und es folgt die Auswertung. Dabei addiert man die Punktwerte aller gesicherten Karten. Zusätzlich gibt es Boni für möglichst viele Karten des gleichen Sets. Der Wert der verbliebenen Handkarten wird verdoppelt und von der bisher erreichten Punktzahl abgezogen. Außerdem bringt jede nicht gespielte Sonderkarte nochmals 10 Minuspunkte. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.
Kann das Spiel was?
Nachdem die Erinnerung der letzten Messe noch relativ frisch ist, kann ich die Idee hinter Fair Enough sehr gut nachvollziehen: Wenn man sich nicht beeilt, die Spiele-Leckerlis rechtzeitig unter den Nagel zu reißen, sind sie weg. Friedemann Friese hat das Thema schön umgesetzt und daraus ein hübsches, schnelles und unterhaltsames Spiel gemacht. Es ist nicht immer ganz einfach, abzuschätzen, welche Sammelkarten man noch in seine Sammlung aufnehmen kann. Grade die Sonderkarten können die sorgfältige Rechnerei obsolet machen.
So hatte meine Testrunde in einer der ersten Partien praktisch keinerlei Pluspunkte gesammelt. Andererseits ist ein zu zaghaftes Vorgehen langweilig – und bringt den Spieler auch nicht voran. Eine gesunde Mischung aus Sicherheit und Risiko hat sich hier – wie eigentlich bei allen Push-Your-Luck-Spielen, bewährt. Der Spielmechanismus ist dabei einfach gehalten und sämtlkichen Altersgruppen zugänglich. Die Dauer einer Partie überschreitet selten die angegebene halbe Stunde – was völlig ausreichend ist. So lassen sich locker ein oder zwei Durchgänge spielen, bevor man sich gehaltvollerer Kost zuwendet.
Die Illustrationen von Christian Opperer fassen sehr gelungen die Dinge zusammen, die jeder von der SPIEL kennt. Von zerfledderten Trading Cards über Rank-and-File-Miniaturen bis hin zum Würfelkästchen aus poliertem Eichenholz ist alles vorhanden – und für jeden Spieleinteressierten eindeutig zuzuordnen. Insgesamt sehr stimmige Zeichnungen mit hohem Wiedererkennungseffekt. Auch das Meeps, das Messe-Maskottchen darf natürlich auf den Karten nicht fehlen. Diesen Part hat Michael Menzel übernommen.
Auf der Homepage von Skellig Games gibt es einige Informationen zum Spiel, außerdem die deutsche Anleitung als PDF-Download.
Fair Enough fängt gut die hektische Jagd nach Schnäppchen und raren Sammlerstücken ein und verpackt das Ganze in ein schnelles, unkompliziertes und sehr zugängliches Spielprinzip.
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