Dungeon Fighter

23.03.2022 von Marcus Pohlmann

Dungeon Fighter

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Spieleranzahl: 1 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: ca. 45 Minuten

Erscheinungsdatum: 27.01.2022

Sprache: Deutsch

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Gute zehn Jahre liegt die Veröffentlichung von Dungeon Fighter bereits zurück. Dies haben Horrible Guild zum Anlass genommen, via Crowdfunding eine zweite Edition dieses ungewöhnlichen Dungeon Crawlers auf den Markt zu bringen. Am Grundprinzip hat sich dabei wenig geändert: Bis zu sechs Spieler stürzen sich, nur mit ihren Würfeln und etwas Geschick bewaffnet, in das nächstbeste Verlies, um den Endgegner und seine Schergen zu besiegen. HeidelBÄR Games sorgen dafür, dass das Spiel in deutscher Fassung auch den Weg in die heimischen Spieleläden findet.

Was steckt drin?

Im Zentrum des Spiels liegt eine große Zielscheibe, die sich aus vier Teilen zusammensetzt. Jeder der Ringe verfügt über einen anderen Punktwert, von „1“ bis „5“. Vier leere Felder und vier Felder mit einem Wert von „6“ sind auf dem Plan verteilt. Im Spielverlauf kommen drei verschiedene Kartentypen zum Einsatz. Der Dungeon setzt sich aus 21 Verlieskarten zusammen. Diese enthält eine Illustration des Raumes, den Namen und eine kurze Beschreibung. Wichtig sind die Symbole am linken Rand. Zum einen geben sie an, wie weit die Gruppe im Dungeon vorankommt, zum anderen sind hier die Sonderregeln aufgeführt. Manche Räume heilen die Spieler, geben zusätzliche Goldmünzen, verstärken die Monster oder erfordern besondere Würfeltechniken.

Von den Ausrüstungskarten sind 48 enthalten. Auch hier gibt es neben dem Namen eine passende Zeichnung. Daneben sind die Kosten in Goldmünzen gelistet und die Vorteile, die die Karte bringt. Waffen erhöhen beispielsweise den Schaden, Rüstungen schützen vor Angriffen und Tränke bringen einmalige Boni.

Das Verlies wartet

Das Verlies wartet

Die 54 Monsterkarten teilen sich in 48 gewöhnliche Gegner und 6 besonders schwere Endgegner auf. Auf diesen Karten finden sich Informationen zum Typ des Monsters (zum Beispiel Menschen, Untote oder Dämonen), den Lebenspunkten, dem verursachten Schaden und der Belohnung. Außerdem verfügen viele Kreaturen noch über Sonderregeln. So stehlen Goblins beispielsweise Gold aus dem Vorrat der Spieler oder Vampire regenerieren verursachten Schaden – häufig gibt es zudem Einschränkungen, was den Würfelwurf angeht.

Die richtige Unterlage macht den Unterschied

Die richtige Unterlage macht den Unterschied

Acht verschiedene Charaktere stehen für die Spieler zur Auswahl. Für jeden gibt es einen separaten Heldenbogen, auf dem neben dem Namen und dem Porträt auch ein Zitat abgedruckt ist. Jeder Held verfügt über drei Fähigkeiten, die er mit dem Würfel in der jeweiligen Farbe aktiviert. Beispielsweise verursacht der Held bei einer bestimmten Art von Monster mehr Schaden, heilt sich und seine Kameraden oder fügt der Schatztruhe Goldmünzen hinzu. Diese Truhe kommt in Form eines Papp-Markers, während die 30 Münzen aus Kunststoff bestehen. Zwölf sechsseitige Würfel kommen im Kampf zum Einsatz. Neun davon haben fünf leere Seiten, und eine mit dem Treffersymbol. Die roten, blauen und grünen Würfel zeigen dagegen drei Mal dieses Symbol.

Eine Leiste mit Lebenspunkten für die Monster, Herz- und Narbenmarker und Plättchen für verschiedene Fähigkeiten gehören ebenfalls zum Spielmaterial. Die großformatige Anleitung umfasst 20 Seiten.

Wie wird’s gespielt?

Das Spielfeld wird zusammengesteckt und die Verlies- und Ausrüstungskarten gemischt. Die Spieler stellen den Stapel mit den Monsterkarten so zusammen, so dass die schwächeren Monster oben liegen. Anschließend wählt jeder seinen Charakter (im Solo-Spiel zwei) und nimmt sich den dazugehörigen Heldenbogen. Außerdem benötigt er noch einen Lebensmarker und etwaige Fähigkeitsmarker. Schließlich erhalten die Spieler noch ein paar Goldmünzen und weiße Würfel für ihre Schatztruhe und bestimmen einen Startspieler. Das restliche Spielmaterial wird in Reichweite gelegt. Nun kann die Reise durch den Dungeon beginnen.

Die wackeren Helden

Die wackeren Helden

Der Startspieler zieht zwei der Verlieskarten und schaut sich diese an. Eine davon deckt er auf, die andere kommt wieder unter den Kartenstapel. Anschließend wird der Soforteffekt der Verlieskarte abgehandelt. Beispielsweise erhalten die Spieler einen Extra-Würfel, zusätzliches Gold oder der Gegner wird stärker. Nun decken sie die Monsterkarte auf und ermitteln die Lebenspunkte des Monsters. Diese ergeben sich durch den aufgedruckten Kartenwert, die gewählte Schwierigkeitsstufe und die Sonderregeln des Raumes.

Anschließend kommt es zum Kampf gegen das Monster. Dabei attackieren die Spieler nacheinander den Gegner, in dem sie die farbigen Würfel werfen. Für den Angriff wählt der Spieler einen der noch zur Verfügung stehenden Würfel. Bevor der Würfel auf der Zielscheibe landet, muss er mindestens einmal von der Tischplatte abgesprungen sein. Sonderregeln können diesen Wurf weiter modifizieren, beispielsweise muss er unter dem Bein hindurch geworfen werden, der Spieler wirft blind oder lässt den Würfel über seine Nasenspitze rollen.

Landet er auf der Zielscheibe, erleidet das Monster Schaden in entsprechender Höhe. Fähigkeiten und Ausrüstung modifizieren diesen Wert weiter. Ist der Gegner nicht besiegt, ist der nächste Spieler an der Reihe. Sind die farbigen Würfel aufgebraucht, kommen die weißen Würfel in der Schatztruhe zum Einsatz. Alternativ können die Spieler auch Schaden erleiden und die farbigen Würfel zurückholen. Verliert ein Spieler seinen letzten Lebenspunkt, erhält er eine Narbe – die Anzahl der Punkte wird permanent reduziert und er büßt eine Fähigkeit ein. Haben sie das Monster besiegt, erhalten die Spieler zur Belohnung Goldmünzen.

Erfolgreiche Shopping-Tour

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Haben sie Verlieskarten mit zehn oder mehr Ladensymbolen gesammelt, erreichen sie ein Geschäft und können ihr Gold ausgeben. Hier gibt es zusätzliche weiße Würfel und Ausrüstungskarten zu kaufen, aber auch Heilung für die Helden. Anschließend geht es mit der nächsten Verlieskarte weiter.

Haben die Spieler auf diese Weise den zweiten und den dritten Laden erreicht, wartet danach der Endgegner. Dazu wird aus den sechs Karten eine zufällig gezogen und der letzte Kampf beginnt. Auch hier gelten wieder etwaige Sonderregeln des Monsters. Allerdings haben die Spieler nicht mehr die Möglichkeit, ihre farbigen Würfel zurückzuholen. Das Spiel endet mit einem Sieg der Helden, wenn es ihnen gelingt, dem Endgegner Schaden in Höhe seiner Lebenspunkte zuzufügen. Sie verlieren die Partie, wenn alle Helden keine Lebenspunkte mehr haben oder sämtliche Würfel aufgebraucht sind.

Kann das Spiel was?

Dungeon Fighter nimmt sich selbst nicht sonderlich ernst. Hier steht eindeutig der Spaß im Vordergrund – nicht ausgeklügelte Taktiken oder eine hochkomplexe Spielmechanik. Entsprechend funktioniert es auch nur mit den passenden Mitspielern. Das Spiel lebt von den komischen Verrenkungen am Tisch. Und natürlich von der Suche nach den Würfeln, die überall landen, nur nicht auf der Zielscheibe. Die Regeln sind einfach genug, dass auch jüngere Spieler problemlos damit zurechtkommen. Und Dank der Thematik und des Ablaufs eignet sich der Dungeon Crawler auch sehr gut als Partyspiel. Einen ganzen Abend möchte ich nicht mit Dungeon Fighter verbringen, aber für eine, zwei Partien in lockerer Runde oder als Absacker ist das Spiel hervorragend. In der Solo-Variante übernimmt der Spieler zwei Helden. Dies funktioniert zum Wurftraining recht gut, macht aber nicht so wirklich Spaß. Eine Tischdecke bzw. eine Neoprenmatte als Würfelunterlage haben sich in den Testrunden sehr bewährt.

Fiese (und merkwürdige) Monster

Fiese (und merkwürdige) Monster

Spielerisch hat sich im Vergleich zur ersten Edition wenig geändert, allerdings wurde das komplette Design des Spielmaterials überholt und gestrafft. Die Illustrationen sind, passend zum Charakter des Spiels, im Comic-Stil gehalten und bedienen sämtliche Fantasy-Klischees. Die verwendeten Symbole sind fast alle selbsterklärend und die Kartengestaltung übersichtlich. Die Anleitung beschreibt den Spielablauf, besonders den Kampf, ausführlich – hier bleiben keine Fragen offen. Ebenso werden die verschiedenen „Wurftechniken“ kurz erklärt. Das Inlay der Schachtel ist so gestaltet, dass alles sicher seinen Platz findet, und rundet den sehr guten Gesamteindruck ab.

Mehr Bildmaterial und weitere Informationen zum Spiel gibt es auf der Homepage von HeidelBÄR Games. Außerdem stellt der Verlag die Regeln in Form eines PDF-Downloads bereit. Auf der Seite gibt es zudem einen Ausblick auf die vier(!) Erweiterungen, die im Herbst veröffentlicht werden.

Dungeon Fighter liefert eine Würfelorgie der etwas anderen Art ab und macht vor allem in lockerer Runde sehr viel Spaß.

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