Die Kommune

08.01.2026 von Marcus Pohlmann

Die Kommune

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Serie:

Spieleranzahl: 4 bis 7 Spieler

Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Spieldauer: ca. 60 bis 90 Minuten

Erscheinungsdatum: 03.10.2024

Sprache: Deutsch

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Lange Zeit war es für mich eine liebgewonnene Tradition gegen Ende des Jahres ein Krimi-Dinner zu veranstalten. Aufgrund privater und beruflicher Entwicklungen geriet dies aber leider sehr ins Hintertreffen. Mittlerweile stapeln sich daher die entsprechenden Boxen und Bücher im Schrank. Um das Ganze wieder langsam angehen zu lassen – mit neuen und teils unerfahrenen Mitspielern – suchte ich in meinem Fundus ein Spiel mit einer relativ geringen Einstiegshürde.

Meine Wahl fiel dabei auf Die Kommune vom Samhain Verlag. Die Macher bezeichnen den ersten Teil ihrer Irrlicht-Serie selbst eher als Krimi-Snack denn vollwertiges Dinner. Mit einer flexiblen Spielerzahl zwischen vier und sieben Mitbewohnern, einer maximalen Dauer von gut 90 Minuten, einem nachvollziehbaren Szenario und sehr geringem Vorbereitungsaufwand richtet es sich in erster Linie an Neulinge in dem Genre.

Was steckt drin?

Das gesamte Spielmaterial findet in einem 60seitigen Heft im DIN A5-Format Platz. Die Seiten (vom Umschlag abgesehen) verfügen alle über eine Perforation und lassen sich heraustrennen.

Einige der symphatischen Mitbewohner

Einige der symphatischen Mitbewohner

Neben einer kurzen Einleitung, einer Erklärung der Begrifflichkeiten und dem Mietvertrag der Kommune folgt die Beschreibung der Ausgangssituation. Daran schließt sich die Vorstellung aller sieben Charaktere (Künstlerin, Punklady, Hippie, Nerd, Diva, Spießer und Veganerin) an. Auf jeweils sechs Seiten erhalten die Spieler eine Illustration ihrer Figur und einen kurzen Einleitungstext, der zu Beginn verlesen wird. Danach folgen allgemeine Hinweise zu Motivationen und Beziehungen zu den Mitbewohnern. Informationen zum Verbleib der Ratte, zu Auffälligkeiten und zu möglichen Verdächtigen sind ebenfalls vorhanden. Den Abschluss bilden einige Punkte, die dabei helfen, Gespräche und Ermittlungen in Gang zu bringen. Auf der letzten Seite ist Platz für Notizen und die Entlarvung des Täters.

Wie wird’s gespielt?

Abhängig von der Spielerzahl bleiben einige Rollen unbesetzt – in meiner Testrunde kamen jedoch alle sieben Charaktere zum Einsatz. Idealerweise haben sich die Spieler schon vor Beginn des Krimi-Snacks mit den Personen, die sie verkörpern, vertraut gemacht.

Als Einleitung erhalten alle Bewohner der Kommune die gleichen Grundinformationen: Die Ratte Ralf, der Hauptmieter der Wohnung, wird gegen Mittag tot im Bio-Abfalleimer in der Küche gefunden. Nun wird eine WG-Versammlung einberufen, um den oder die Schuldige zu überführen.

Der Mietvertrag

Der Mietvertrag

Die Spielrunde beginnt damit, dass sich alle Anwesenden vorstellen. Danach folgt eine recht formlose Plauderrunde, in der jeder seine Informationsschnipsel beisteuert. Diese dienen der Rekonstruktion des vergangenen Abends und dem Verbleib der Ratte.

Hatten sie ausreichend Zeit, Hinweise zu analysieren, erreicht das Spiel irgendwann den Punkt, an dem es nichts mehr zu diskutieren gibt. Nun notiert jeder für sich den Mitbewohner, den er für den Täter hält – gerne auch, welches Motiv dieser gehabt haben könnte. Diese Verdächtigungen werden schließlich vorgelesen.

Erst dann erfolgt die Auflösung des Falles. Am Ende des Heftes gibt es eine kurze Beschreibung, warum welcher Charakter es nicht sein konnte und natürlich auch, wer Ralf auf dem Gewissen hat. Und auch die Frage nach dem Motiv wird beantwortet…

Kann das Spiel was?

Wer in das Genre der Krimi-Dinner einsteigen möchte, bekommt mit Die Kommune einen ordentlichen Startpunkt. Vorbereitungszeit und Spieldauer halten sich in einem sehr überschaubaren Rahmen. Die Charakterbeschreibungen geben den Spielern einen recht guten Eindruck von den Persönlichkeiten der Mitbewohner und liefern Hilfestellungen zu deren Verkörperung. Jeder der Anwesenden trägt ein kleines (meist schmutziges) Geheimnis mit sich herum – das idealerweise im Laufe des Abends zu Tage tritt. Allerdings hätte ich mir doch an manchen Stellen noch weitere bzw. ausführlichere Erklärungen gewünscht. Grade wenn die Diskussionsrunde ins Stocken gerät, wäre dies nützlich gewesen. Auch detailliertere Informationen zum Ableben der Ratte fehlen – was die Lösung aber zu einfach gemacht hätte. So blieben die Vermutungen teils recht vage – alle Begründungen sind durchaus nachzuvollziehen. Lediglich ein Spieler konnte in unserer Runde Täter und Motiv korrekt benennen – Spaß hatten trotzdem alle.

[SPOILER!] Eine Charakterbeschreibung

[SPOILER!] Eine Charakterbeschreibung

Obwohl es sich bei dem Opfer „nur“ um eine Ratte handelt, ist die Altersempfehlung ab 16 Jahren nicht ganz unberechtigt. Vieles in der Wohngemeinschaft dreht sich doch um Sex und Drogen (und ein wenig Gewalt) – ohne dabei zu explizit zu werden.
Im Fokus des Heftes stehen natürlich die verschiedenen Texte, ergänzt durch Illustrationen der Mitbewohner. Das Ganze ist übersichtlich aufgemacht und wird im handlichen Format präsentiert.

Informationen zum Spiel und einen kurzen Überblick über die Charaktere gibt es auf der Homepage des Samhain Verlags. Für Freunde des Genres gibt es hier zahlreiche weitere Krimi-Dinner zu entdecken – mit unterschiedlichsten Settings und verschiedenen Ansprüchen an die Spieler.

Für Neulinge bietet Die Kommune einen schönen, einfachen Einstieg in dieses Genre, aber auch erfahrene Spieler bekommen hier gute, wenn auch kurze, Unterhaltung geboten.

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