Die glorreichen Gilden von Buttonville

17.05.2026 von Marcus Pohlmann

Die glorreichen Gilden von Buttonville

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Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 30.01.2026

Sprache: Deutsch

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Das titelgebende Städtchen ist zu Beginn von Die glorreichen Gilden von Buttonville noch verwaist. Es liegt an den bis zu vier Spielern allerlei skurrile Geschöpfe zu rekrutieren, um die Straßen zu bevölkern. Veröffentlicht wird das Kartenspiel aus der Feder von Christian Kudahl und Erik Andersson Sundén von Ravensburger, die damit ihr Programm der Erwachsenen- bzw. Familienspiele weiter ausbauen.

Was steckt drin?

Die erste Aufgabe der Spieler besteht darin, die 300 Karten mit 25 verschiedenen Kreaturen (mit je 12 Exemplaren) zu sortieren und im fein säuberlich unterteilten Inlay zu verstauen. Bei diesen merkwürdigen Wesen handelt es sich um die künftige Bevölkerung von Buttonville. Die Karten bestehen aus einer Illustration sowie Symbolen für Typ und Gildenzugehörigkeit. Spielentscheidend ist jedoch der Text, der sich am Fuß der Karte befindet. Dieser beschreibt die Regeln des Wesens und ihre Auswirkungen auf den Spielverlauf. So ermöglicht Marty der Zeitreisende seinem Besitzer einen zusätzlichen Zug, Hackbert der Holzfäller spendiert Knöpfe, während Leguana die Baronin es mehr Karten bringt. Generell lassen sich die Effekte in vier Kategorien aufteilen: einmalige Soforteffekte, die mit dem Ablegen des Sets ausgelöst werden, machen das Gros aus. Dazu kommen Aktionen, die im eigenen Zug aktiviert werden, dauerhafte Effekte, die in bestimmten Situationen Auswirkungen haben.

Noch ist die Stadt leer

Noch ist die Stadt leer

Und schließlich gibt es noch solche Effekte, die erst am Spielende relevant sind und die Punkteverteilung beeinflussen. Papp-Knöpfe stellen die Währung des Spiels dar, hier gibt es zwei Varianten mit unterschiedlichen Werten. Um diese adäquat aufzubewahren ist eine Truhe im Spielumfang enthalten; ebenfalls aus Pappe. Spielhilfen, Wertungsübersichten und eine Art Startspielermarker sowie die sechsseitige Anleitung vervollständigen das Spielmaterial.

Wie wird’s gespielt?

Vor Beginn der Partie müssen sich die Spieler entscheiden, welche Gilden bzw. Getreue mitspielen. Dazu wählen sie acht oder neun der Kartensets und mischen diese. Die Anleitung gibt hier einige Hilfestellungen zur Auswahl und enthält thematisch aufeinander abgestimmte Zusammenstellungen bereit. Der untere Teil des Kartenstapels ist um 90 Grad gedreht – dies leitet die Endphase des Spiels ein. Als „Startkapital“ bekommt jeder noch zwei Knöpfe und zieht vier Handkarten. Fünf aufgedeckte Karten vom Nachziehstapel liegen in der Tischmitte – sie bilden den Markt.

Die Bewohner im Detail

Die Bewohner im Detail

In seinem Zug muss ein Spieler zwei Karten ziehen – in einer beliebigen Kombination aus Markt und Kartenstapel. Fehlende Karten im Markt werden sofort ersetzt. Ist dieser Schritt abgehandelt, kann er zudem Handkarten vor sich ablegen. Dabei muss es sich um ein Set gleicher Wesen handeln. Zu diesem Zeitpunkt greift auch meist der aufgedruckte Effekt der Karte – gelegentlich beeinflusst durch die Größe des Sets. So ermöglicht es beispielsweise, Bella die Bardin zusätzliche Karten zu ziehen, Tiberius der Tüftler lässt einen Spieler eine weitere Karte an ein bereits bestehendes Set anlegen (und hebelt damit die Spielregeln aus) und Daphne die Diebin stiehlt einem Mitspieler Knöpfe. Nach dem Auslegen muss noch überprüft werden, ob der Spieler das Handkartenlimit von sieben nicht überschreitet und ob nicht zwei Sets mit gleichen Gildenmitgliedern ausliegen. In beiden Fällen müssen die betreffenden Karten ablegt werden. Anschließend ist der Nächste an der Reihe.

Einige der Bewohner

Einige der Bewohner

Ist der untere Teil des Stapels erreicht, folgen noch zwei Runden, bevor es zur Wertung kommt. Dabei bekommen die Spieler Punkte entsprechend der Kartenanzahl ihrer gesammelten Sets – je mehr Karten, desto höher die Ausbeute. Auch für Knöpfe gibt es noch eine kleine Belohnung in Form von Siegpunkten. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt, wie so häufig, die Partie.

Kann das Spiel was?

Die glorreichen Gilden von Buttonville lässt sich am ehesten als Sammelkartenspiel bezeichnen – kombiniert mit leichten Deck-Building-Elementen. Die Abläufe sind schnell und unkompliziert, die vorhandenen Synergieeffekte nicht übermäßig verschachtelt, (zumindest ist mir bisher noch keiner aufgefallen und das Konkurrenzdenken zwischen den Spielern zwar existent, aber nicht stark ausgeprägt. Grade für jüngere Spieler, oder solche, die eigentlich mit dem Genre nicht wirklich viel anfangen können, präsentiert sich hier ein schöner Einstieg. Durch die überschaubare Kartenanzahl, den offen ausliegenden Markt und mittels der passenden Karten lassen sich durchaus einige langfristige Taktiken entwickeln, was das Spiel für „ernsthafte“ Spieler interessant macht. Sehr gut haben mir die vorgeschlagenen Kombinationen gefallen, mit etwas mehr Spielerfahrung sind aber auch eigene Zusammenstellungen kein Problem.

Ordnung muss sein!

Ordnung muss sein!

Ein besonderer Hingucker sind natürlich die Illustrationen von Matt Owen, der dem Spiel einige wirklich skurrile Geschöpfe spendiert. Die Ideen, die er auf Papier bringt reichen dabei von anthropomorphen Tieren über belebte Gegenstände und Roboter bis hin zu normalen Menschen und Untoten. Der Stil hat durchaus etwas Bilderbuchhaftes und unterstreicht für mich die Ausrichtung auf eine jüngere Spielerschaft. Der Rest des Spielmaterials ist ebenfalls mit viel Liebe zum Detail gestaltet und rundet den guten Gesamteindruck ab. Das Inlay der Schachtel ist so ausgelegt, das die Karten ordentlich sortiert sind, was die Vorbereitungszeit deutlich reduziert.

Auf der Homepage von Ravensburger gibt es die Regeln als PDF, so dass interessierte Spieler einen Blick darauf werfen können.

Die glorreichen Gilden von Buttonville bietet einen schönen, gelungenen Einstieg in das Genre und kann mit seinen klaren Abläufen, den vielfältigen Kombinationen und der gelungenen Aufmachung punkten.

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