Das Syndikat

24.05.2018 von Marcus Pohlmann

Das Syndikat

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Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 31.03.2017

Sprache: Deutsch

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In einer nicht allzu fernen, dystopischen Zukunft haben riesige Konzerne die Macht unter sich aufgeteilt, lediglich eine kleine Gruppe leistet noch Widerstand. Das Syndikat macht sich das daraus entstehende Chaos für ihre kriminellen Machenschaften zu nutze und ist interne Grabenkämpfe verstrickt. Jeder der bis zu vier Spieler übernimmt dabei die Rolle eines aufstrebenden Gangsterbosses und muss Einfluss, Macht und vor allem Geld an sich raffen. Veröffentlicht wird das Spiel, ebenso wie das vor dem gleichen Hintergrund angesiedelte Der Widerstand vom Heidelberger Spieleverlag, mittlerweile Teil von Asmodee.

In der Schachtel finden sich mehrere Stanzbögen mit der Spielwährung ISK, die auch gleichzeitig als Siegpunkte fungieren. Für jeden der vier Spieler gibt es eine Tafel, auf der er seine bereits genutzten Karten ablegen kann. Diese Tafel ist in vier Bereiche aufgeteilt, durch die Karten von Runde zu Runde wandern. Im Spiel gilt es 20 Aufträge zu erfüllen, diese sind in fünf Farben und vier Schwierigkeitsgrade aufgeteilt, je schwieriger ein Auftrag, desto höher fällt die Belohnung aus. Um diese Missionen durchzuführen stehen den Spielern 60 Spezialisten zur Verfügung. Hier reicht die Bandbreite vom Hacker über den Trickbetrüger, vom Dieb zum Vollstrecker und von der Femme Fatale bis zum Drahtzieher. Jede dieser Karten ist drei, die Anführer vier Mal im Spiel vorhanden. Neben einer bestimmten Fähigkeit (Grips, Tempo oder Kraft) ist jedem Spezialisten eine Aktion zugeordnet, die er ausführen kann. So kann der Erpresser beispielsweise schon erfüllte Aufträge austauschen, der Hochstapler stiehlt Geld aus der Bank und von den Mitspielern oder der Fahrer des Fluchtwagens stellt bereits ausgespielte Karten wieder zur Verfügung. Zusätzlich enthält die Box die kleine Informanten-Erweiterung, die 20 neue Spezialisten ins Spiel bringt. Die Regeln finden in einem achtseitigen Heft Platz, ebenso wie ein FAQ.
Je nach Spielerzahl werden einige ISK und Aufträge aus dem Spiel entfernt. Danach bekommt jeder Spieler eine Spielertafel, drei Anführer sowie drei zufällig gezogene Spezialisten und drei Münzen als Startkapital. Die Aufträge werden sortiert und in aufsteigender Reihenfolge ausgelegt, der Nachziehstapel mit den Spezialisten und das Geld werden ebenfalls für alle erreichbar platziert.
Ist ein Spieler am Zug, so rückt er zuerst alle abgelegten Karten auf seiner Tafel ein Feld vor. Danach kann er sich entscheiden, ob er einen oder mehrere Spezialisten ausspielt um deren Aktionen zu nutzen, beispielsweise um neue Karten zu ziehen oder Geld zu stehlen. Alternativ kann er sich dafür entscheiden einen der ausliegenden Aufträge zu erfüllen, beispielsweise einen Wissenschaftler entführen oder Beamte bestechen. Dafür muss er mehrere Spezialisten mit den geforderten Symbolen ablegen. Im Gegenzug bekommt der Spieler die Auftragskarte und die entsprechende Belohnung. Genutzte Spezialisten werden auf der Tafel abgelegt. Schließlich nimmt der Spieler alle Karten, die auf dem Sammelpunkt am Ende der Tafel liegen wieder auf die Hand – diese stehen für die nächsten Runde zur Verfügung.
Das Spiel endet auf drei mögliche Arten: alle Münzen sind unter den Spielern verteilt; der letzte Auftrag wurde erfüllt oder der Kartenstapel mit den Spezialisten ist ebenso aufgebracht wie der Ablagestapel. Ist das Spiel zu Ende zählen die Spieler ihr Geld und erhalten zusätzlich noch Bonuspunkte für erfüllte Aufträge der selben Farbe. Der Spieler mit den meisten Punkten ist Sieger und steigt in der Gangster-Hierarchie auf.

Freunde kooperativer und friedlicher Spiele sollten von Das Syndikat lieber die Finger lassen – hier geht es darum, die Konkurrenz klein zu halten und den eigenen Profit zu maximieren. Dabei wird gestohlen, sabotiert und verschoben wo es nur geht; ein rundum destruktives, aber sehr unterhaltsames Spiel. Natürlich ist die Erfüllung der Missionen sehr vom Glück beim Ziehen der Spezialisten abhängig, doch erlauben die kriminellen Machenschaften durchaus auch taktische Varianz. Dabei hat es sich bewährt, erst spät im Spielverlauf Geld zu horten und die ersten Züge lieber damit zu verbringen die eigene Kartenhand aufzubauen. Der Einsatz der Spezialisten lässt sich, im gewissen Rahmen, dem Spielstil anpassen, belohnt aber vor allem flexible Spieler. Sehr gut hat mir dabei der Mechanismus der Kartenerholung gefallen; auch die Möglichkeit häufig in die Abläufe der Mitspieler eingreifen zu können sorgt für viel Interaktion – bietet aber auch ein nicht unerhebliches Ärger-Potential.
Die Illustrationen und auch die restliche Aufmachung des Spiels kommen der finsteren Zukunftsvision, in der die Handlung angesiedelt ist, sehr entgegen. Die eingeschränkte Farbpalette, die zwielichtigen Charaktere und die leicht futuristische Aufmachung sorgen für die richtige Spielatmosphäre. Das Regelheft ist strukturiert aufgebaut und führt die Spieler in einfachen Schritten in die Abläufe ein, auch die FAQs sind nützlich um einige grundsätzliche Fragen zu klären. Eine nette Geste des Heidelberger Spieleverlages ist auch die Integration der Erweiterung „Informanten“ für die deutsche Veröffentlichung.
Die Spielregeln und weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Verlages.

Ein einfaches, spannendes und recht schnelles Kartenspiel für Spieler, die keine Probleme damit haben, sich bei ihren Mitspielern unbeliebt zu machen.

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