Cryptid

21.07.2022 von Marcus Pohlmann

Cryptid

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Spieleranzahl: 3 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: 30 bis 50 Minuten

Erscheinungsdatum: 18.05.2022

Sprache: Deutsch

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Cryptid hatte bereits im Jahr 2018 beim britischen Verlag Orsprey Publishing seine Premiere. Dennoch stand es erst letzte Woche bei Wahl zum Kennerspiel des Jahres auf der Auswahlliste. Grund dafür ist die deutsche Ausgabe des Spiels von Skellig Games, die erst vor kurzem erschienen ist. Bis zu fünf Kryptozoologen machen sich in diesem Deduktionsspiel auf die Suche nach einem Fabeltier, das sich irgendwo auf der Landkarte versteckt hält.

Was steckt drin?

Der Spielplan von Cryptid setzt sich aus 6 Kartenteilen zusammen. Diese wiederum bestehen aus jeweils 18 Hexfeldern (den Habitaten) mit verschiedenen Geländearten – Gebirge, Sumpf, Wald, Wasser und Wüste. Einige der Felder sind dabei rot oder schwarz umrandet, hier handelt es sich um Territorien von Bären und Pumas. Wie sich der Spielplan zusammensetzt, wird mit einer der 54 Karten ermittelt. Diese teilen sich in zwei Schwierigkeitsgrade auf und haben auf der Vorderseite den Aufbau der Landkarte aufgedruckt. Auf der Rückseite findet sich Angaben zu den Hinweisbüchern. Fünf dieser „Bücher“, eigentlich nur Faltblätter liegen in der Schachtel – für jeden Spieler eins. Auf den Innenseiten befinden sich 96 Hinweise, die Aufschluss über das Habitat der gesuchten Kreatur geben. Die Hinweise haben die Form von Entfernungsangaben, beispielsweise „im Umkreis von 2 Feldern um einen Hinkelstein“ oder treffen konkrete Aussagen zum bewohnten Gelände wie „in der Wüste oder im Sumpf“ oder „nicht im Wald oder Gebirge“. Die Rückseite ist dagegen einer Spielübersicht vorbehalten.

Die Jagd kann beginnen!

Die Jagd kann beginnen!

Es gibt acht Strukturen, die auf dem Spielplan platziert werden. Dabei handelt es sich um 8 hölzerne Spielsteine für Hütten und Hinkelsteine. Ebenfalls aus Holz sind die restlichen Marker: je 12 Scheiben und 17 kleinere Quader in den fünf Spielerfarben.

Wie wird’s gespielt?

Vor Spielbeginn müssen sich die angehenden Kryptozoologen entscheiden, mit welchem Schwierigkeitsgrad spielen sie wollen. In der anspruchsvolleren Spielvariante gibt es eine Hütte und einen Hinkelstein mehr, außerdem dürfen Fragen auch mit Verneinungen beantwortet werden.

Die Landschaft im Detail

Die Landschaft im Detail

Um den Spielplan aufzubauen, ziehen die Spieler entweder eine Karte und oder nutzen die (englische) App. Die 6 Teile werden entsprechend zusammengelegt und mit den Strukturen bestückt. Jeder Spieler erhält die Holzmarker in seiner Farbe, sowie eines der Hinweisbücher. Schließlich legt er noch zwei Quader auf Felder, in denen sich das Habitat der Kreatur nicht befindet. Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und die Suche nach dem Fabelwesen kann beginnen.

Ist ein Spieler am Zug, hat er zwei Optionen. Entweder er befragt einen einzelnen Mitspieler oder er untersucht ein Feld des Spielplans. Im ersten Fall zeigt er auf eines der Felder und fragt, ob sich die Kreatur dort befinden könnte. Der Befragte muss nun (wahrheitsgemäß) antworten, indem er entweder einen Marker ablegt. Handelt es sich dabei um einen Würfel, bedeutet dies, das Wesen lebt nicht in diesem Habitat. Nun muss der Fragende ebenfalls einen Würfel auf ein Feld legen. Könnte es sich jedoch tatsächlich um das gesuchte Feld handeln, kommt eine Scheibe darauf.

Der Yeti ist gefunden!

Der Yeti ist gefunden!

Anstatt an einen einzelnen Mitspieler eine Frage zu stellen, kann der aktive Spieler auch ein Habitat durchsuchen. Dazu legt er eine Scheibe darauf. Anschließend fragt er, ob er mit seiner Vermutung recht hat. Sollte ein Mitspieler einen Würfel auf das Feld platzieren, ist die Suche gescheitert und der Zug endet. Legen jedoch alle eine Scheibe, ist die Kreatur aufgespürt und der Spieler kann sich als Entdecker feiern lassen.

Kann das Spiel was?

Das grundlegende Prinzip von Cryptid klingt in der Beschreibung etwas abstrakt. Allerdings erschließt es sich in der Praxis auf dem Spieltisch doch sehr schnell. Die App kann dabei wichtige Hilfestellungen geben, ist aber nicht zwingend notwendig. Der Spielablauf ist zumeist recht flüssig, wird aber immer wieder von längeren Denkpausen unterbrochen. Bereits in der zweiten, spätestens der dritten Partie wissen die Spieler auch, die Hinweise richtig zu deuten. So hängt die Lösung nicht von blinder Raterei, sondern der Kombinationsgabe ab. Das Spiel setzt natürlich Ehrlichkeit und Aufmerksamkeit bei der Beantwortung der Fragen voraus – eine falsche Angabe kann die Lösung unmöglich machen. Haben die Spieler den Ablauf verinnerlicht, bekommen sie hier ein sehr spannendes und durchaus forderndes Deduktionsspiel. Die Thematik tritt zwar leider ein wenig in den Hintergrund – allerdings tut dies dem Spielspaß keinen Abbruch.

Hinweise & Pläne

Hinweise & Pläne

Die Gestaltung der Elemente setzt in erster Linie auf Übersichtlichkeit und klare Unterscheidungen der Geländearten. Dies funktioniert sehr gut – einzig bei den gelben und grünen Holzmarkern hätte ich mir einen größeren Kontrast gewünscht. Die Regeln erklären die Abläufe ausführlich, wobei die Struktur ein wenig zu wünschen übrig lässt. Dies fällt jedoch nicht sonderlich negativ ins Gewicht, da die Zusammenfassungen und die App ausreichende Hilfestellungen geben. Qualitativ gibt es nichts an der Spielausstattung auszusetzen. Pläne und Karten machen einen stabilen Eindruck und auch die Hinweisbücher dürften zahlreiche Spielrunden überstehen.

Einen detaillierten Einblick in das Spielmaterial und die Regeln gibt es auf der Homepage von Skellig Games. Bei Osprey Publishing finden sich darüber hinaus noch Informationen zu den Autoren und zum frisch erschienenen ersten Ableger.

Wer auf der Suche nach einem spannenden, kniffligen Deduktionsspiel ist, wird von Cryptid sicherlich nicht enttäuscht.

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