Crime Tours

16.03.2022 von Marcus Pohlmann

Crime Tours

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Spieleranzahl: 1 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: ca. 45 Minuten pro Fall

Erscheinungsdatum: 01.11.2021

Sprache: Deutsch

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Schaut man auf die Veröffentlichungshistorie von Sonja Klein, so wird offensichtlich, dass die Autorin ein Faible für Krimi- und Rätselspiele hat. Da passt es recht gut, dass der Gmeiner Verlag auf eben jenes Genre spezialisiert ist. Wenn ich richtig gezählt habe, ist Crime Tours bereits das elfte Spiel, das sie im Meßkirchener Verlag veröffentlicht. Bis zu vier Ermittler werden hier rund um den Globus geschickt, um sechs Kriminalfälle zu lösen.

Was steckt drin?

Der Inhalt der Schachtel setzt sich aus verschiedenen Karten zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei die 51 quadratischen Fall-Karten. Deren Aufbau ist immer ähnlich: Am Kopf ist ein schmales, farbiges Bild der jeweiligen Stadt zu sehen. Auf der linken Seite finden sich einige Informationen wie beispielsweise der Stadtname, der genaue Ort und das Datum.

Hinzu kommt ein Verweis (soweit notwendig) auf die passenden Tipp-Karten. Den größten Raum nimmt jedoch das Feld in der Mitte ein. Hier wird der Ablauf des Verbrechens beschrieben und Fakten zusammengetragen. Diese teilen sich in die Kategorien Fallgeschehen, Zeugenaussagen und Spurensicherung auf. Häufig gibt es noch die Abbildung eines Beweisstückes. Auf gut einem Drittel der Karten findet sich dagegen lediglich ein ernüchterndes „Die Spur ist falsch!“. Die 54 Tipp-Karten ähneln im Aufbau den Fall-Karten, sind aber nur halb so breit. Sie enthalten Hinweise, unter Umständen aber auch die notwendigen Informationen zur Lösung. Die Aufklärung der Verbrechen findet sich auf sechs separaten Karten.

Auf der Suche nach den Dieben

Auf der Suche nach den Dieben

Um die Antworten zu überprüfen, nutzen die Spieler eine kleine und zwei großformatige Decodiertafeln. Auf diesen findet sich eine Kombination aus Buchstaben, Ziffern, Daten und Städten. Die achtseitige Anleitung vervollständigt das Spielmaterial.
Außerdem wird Notizmaterial benötigt. Zugriff auf eine Suchmaschine, eine Wissensdatenbank und/oder ein umfassendes Lexikon erleichtern die Aufklärung der Verbrechen ungemein.

Wie wird’s gespielt?

Zuerst müssen sich die Spieler entscheiden, welchen der sechs Fälle sie lösen möchten. Diese unterscheiden sich in Schwierigkeitsgrad und Umfang. Der Stapel mit den Fallkarten wird dabei nicht gemischt. Es werden lediglich die Karten herausgenommen, auf die in den Ermittlungen verwiesen wird. Die Tipp-Karten und die Decodiertafeln sollten greifbar liegen.

Bei den Verbrechen kann es sich beispielsweise um den Mord an einem Hotelier handeln, den Diebstahl von Kunstschätzen oder einen Bombenanschlag. Der Ablauf von Crime Tours ist bei jedem Fall identisch. Die Spieler müssen die Informationen auf der Karte nach Hinweisen durchforsten. Diese können in den Zeugenaussagen, Bildern, oder den Beweisstücken versteckt sein. Manchmal steht die Lösung dabei quasi auf der Karte, in anderen Fällen muss Binärcode bemüht werden, das Allgemeinwissen der Spieler oder geographische Kenntnisse.

Fallbeschreibung und Lösungshinweis

Fallbeschreibung und Lösungshinweis

Haben die Spieler die Hinweise richtig interpretiert, ergeben sich daraus ein Ort und ein Datum. Mittels der Decodiertafel können sie anschließend die Nummer der nächsten Karte ablesen und dort ihre Ermittlungen fortsetzen. Nebenbei erhalten die Spieler weitere Informationen, die sie am Ende benötigen. Jeder Fall erstreckt sich über vier bis sieben Karten. Auf der letzten müssen die Spieler zehn Fragen zum Tathergang, zu den Tätern und deren Motiv beantworten.
Für jede richtige Antwort erhalten sie Punkte, falsche Antworten werden mit Punktabzug geahndet. Anhand einer Tabelle können die Ermittler ablesen, wie erfolgreich sie waren.

Kann das Spiel was?

Sowohl das zugrunde liegende Konzept als auch die Fälle von Crime Tours finde ich recht originell und gelungen. Die Aufklärung der Verbrechen erfordert Ermittlungsarbeit und Kombinationsgabe. Auch die Fähigkeit, „um die Ecke“ ist nötig – die eine oder andere Frage lässt sich schlussendlich nicht mittels der vorhandenen Beweise beantworten. Dies ist für ein Krimispiel nicht ideal, ist aber am Ende jedes Falles dennoch nachvollziehbar.

Die Aufklärung

Die Aufklärung

Mit den Rätseln, die zum jeweils nachfolgenden Tatort führen habe ich dagegen mehr Probleme. Manchmal kommen die Spieler mit Logik oder einem guten Auge weiter. Für einen Gutteil der Lösungen mussten jedoch Online-Ressourcen zu Rate gezogen werden. Wieder andere Aufgaben waren für meine Spielrunde schlicht nicht nachzuvollziehen. Teils hatten wir nicht einmal ansatzweise eine Idee, in welche Richtung die Lösung liegen könnte. Die Tipp-Karten helfen dabei in den meisten Fällen, andere haben sich dagegen eher als verwirrend erwiesen. Wir haben die Ermittlungen zu zweit oder zu dritt geführt, wobei ein Spieler immer als „Buchhalter“ fungiert hat. Die Spieldauer variiert stark, meist zwischen 30 und 60 Minuten pro Fall.

Die Karten sind mit einem Auge auf gute Lesbarkeit gestaltet, auch wenn die Abbildungen teils etwas größer sein könnten. Dagegen sind die Decodiertafeln unübersichtlich und die Texte zu klein. Hier wäre eine andere Lösung vielleicht spielerfreundlicher gewesen. Die Anleitung fasst die Regeln verständlich zusammen, allerdings hätte ich mir Beispiele gewünscht – grade in Hinsicht auf die Decodiertafeln.

Mehr Informationen zum Spiel gibt es auf der Homepage des Gmeiner Verlag. Hier bekommt der interessierte Leser auch einen Überblick der restlichen Krimis von Sonja Klein, wie beispielsweise diesem HIER.

Crime Tours verbindet eine gelungene Idee, stimmige Verbrechen und ein interessantes Spielkonzept. Bei den eigentlichen Rätseln besteht dagegen noch Raum für Verbesserungen.

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