
Kategorie: Brettspiel
Autor: Hisashi Hayashi
Zeichner: Dom2D
Entwickler: Cocktail Games
Verlag / Publisher: Pegasus Spiele
Genre: Kooperativ, Rätsel / Knobel, Strategie
Spieleranzahl: 2 bis 5 Spieler
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 20 bis 40 Minuten
Erscheinungsdatum: 13.07.2025
Sprache: Deutsch
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Die Situation ist aus zahlreichen Filmen oder Büchern bekannt: Eine Bombe tickt vor sich hin, Menschen rufen in wachsender Panik mehr oder minder nützliche Hinweise und jemand versucht schweißgebadet das richtige Kabel zu durchtrennen, um die verheerende Explosion zu verhindern. Ganz so dramatisch geht es glücklicherweise in Bomb Busters nicht zu – aber die Situation ist im Prinzip die Gleiche. Ein Team von bis zu fünf Entschärfern macht sich in immer schwierigeren Missionen daran, die passende Kabel zu finden und damit die Bombe unschädlich zu machen. Veröffentlicht wird das, zum Spiel des Jahres 2025 gekürte, kooperative Familienspiel von Pegasus Spiele. Ursprünglich ist es bereits im Vorjahr beim französischen Verlag Cocktail Games erschienen.
Was steckt drin?
Wie nicht anders zu erwarten, kommt den verschiedenen Kabelstücken in diesem Spiel eine besondere Bedeutung zu. Insgesamt finden sich 70 der kleinen Papp-Plättchen in der Schachtel. Beim Großteil, 48 Stück, handelt es sich um blaue, harmlose Kabel, mit Werten zwischen „1“ und „12“. Jeweils elf gelbe und rote Kabel erschweren die Entschärfung jedoch deutlich. Diese verfügen ebenfalls über Zahlenwerte – erweitert um eine Nachkommastelle. Für jeden Spieler gibt es einen „Kabelhalter“ in dem die Plättchen stecken, so dass die Mitspieler die Werte nicht sehen können. Weitere Marker stehen für Informationen im Spielverlauf bereit. Außerdem gibt es fünf Charakterkarten (die sich aber in spielerischer Hinsicht nicht wesentlich voneinander unterscheiden) und einen Satz mit zwölf Ausrüstungskarten, die in einigen Missionen zur Verfügung stehen. Diese ermöglichen es, beispielsweise einmalig Kabel zu tauschen, auszusetzen oder Hinweise an die Mitspieler zu geben.
Im Zentrum stehen allerdings die 66 Missionskarten – davon sind zu Beginn der Partie lediglich acht Stück – die Trainingsmissionen – verfügbar. Auf diesen Karten ist vermerkt, wie viele Kabelstücke in welchen Farben in Umlauf sind, welche Hilfsmittel zur Verfügung stehen und was für Sonderregeln gelten. Ein kleiner Spielplan hat Platz für die Ablage von bis zu fünf Ausrüstungskarten, die aktuell gespielte Mission und Marker. Außerdem findet sich hier ein Zünder, der anzeigt, wann die Bombe explodiert. Holzmarker werden für die Anzeige gelber und roter Kabel und deren Markierung auf dem Plan genutzt. Die achtseitige Anleitung bringt den Spielern die Regeln mittels zahlreicher Abbildungen näher.
Eine Besonderheit stellen die fünf verschlossenen Schachteln dar, die sich außerdem in der Spielbox befinden. Diese enthalten zum einen weitere Missionen mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad. Zum anderen gibt es hier, ohne zuviel verraten zu wollen, Ausrüstungsgegenstände, Charaktere und zusätzliche Spielelemente, die nach und nach zum Einsatz kommen. Bemerkenswert sind auch Aufkleber mit aufgedruckten Regeln, die nachträglich die Anleitung ergänzen.
Wie wird’s gespielt?
Zu Beginn wählen die Spieler ihren Teamcaptain und eine Mission. Diese gibt vor, wie viele und welche Kabelstücke zum Einsatz kommen. Außerdem liefert sie etwaige Sonderregeln oder ermöglicht Ausrüstungskarten oder (im späteren Verlauf) weiteres Spielmaterial.
Die Anzahl und der nummerische Wert der gelben und roten Kabel werden auf dem Spielplan mittels der Holzquader markiert. Sämtliche Kabelmarker werden verdeckt gemischt und gleichmäßig an die Spieler verteilt. Diese werden so auf dem Kabelhalter positioniert, dass nur der Spieler selbst, nicht aber seine Mitspieler die jeweiligen Nummern (und Farben) sehen können. Die Marker werden in aufsteigender Reihenfolge platziert. Nun darf jeder noch einen Infomarker mit dem entsprechenden Wert an die dazugehörige Position auf seinem Kabelhalter legen. So hat der Rest des Teams zumindest eine Orientierung über die Zahlenverteilung. Der Zeiger am Zünder wird gemäß der Spielerzahl eingestellt, die restlichen Info- und Bestätigungsmarker kommen auf die Felder des Spielplans. Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und die eigentliche Entschärfung der Bombe kann beginnen.
Ist ein Spieler an der Reihe, kann er eine von drei Aktionen ausführen. Die häufigste davon wird wahrscheinlich der „Duo-Schnitt“ sein. Dabei bestimmt er eines seiner eigenen Kabel und ein Kabel mit dem gleichen Wert eines seiner Mitspieler. Nun zeigt er auf dieses und nennt den Wert. Ist die Einschätzung richtig, so legen beide Spieler die Kabelmarker offen an die entsprechende Position vor ihren Kabelhaltern. Handelt es sich dagegen um das falsche Kabel, bewegt sich der Zeiger des Zünders auf dem Spielplan um ein Feld nach vorne und ein Info-Marker mit der korrekten Zahl kommt davor.
Erreicht der Zeiger das letzte Feld – oder hat der Spieler versehentlich das rote Kabel eines Mitspielers durchtrennt – explodiert die Bombe und die Partie endet mit einer Niederlage. Bei der zweiten Aktion handelt es sich um den „Solo-Schnitt“. Dieser kann durchgeführt werden, wenn ein Spieler alle vier Kabel mit dem gleichen Wert auf seinem Kabelhalter (oder die beiden im Spiel verbliebenen) hat. In diesem Fall werden diese offen abgelegt. Die dritte und letzte Möglichkeit ist es, in seinem Zug die „Roten Kabel sichern“. Dies kommt zum Einsatz, wenn ein Spieler nur noch rote Kabel auf seinem Kabelhalter hat. In diesem Fall legt er sie alle offen vor sich ab.
Die Bombenentschärfer sind erfolgreich, wenn es ihnen gelingt, alle Kabel von den Kabelhaltern abzulegen. Damit haben sie die Partie gewonnen und können sich gleich an die nächste Mission machen. Erreicht der Zeiger das letzte Feld des Zünders oder wird das falsche Kabel durchtrennt, kommt es zur Explosion und das Spiel endet mit einer Niederlage.
Obwohl im weiteren Spielverlauf noch unterschiedlichste Elemente hinzukommen, ändert sich an diesem grundlegenden Ablauf nur noch wenig.
Kann das Spiel was?
Bomb Busters verfügt über einen durchdachten Deduktionsmechanismus und ein kooperatives Spielgefühl, dessen Reizen man sich schwer entziehen kann. Der modulare Aufbau, die zahlreichen Wendungen im Spielverlauf sowie die sich allmählich steigernde Komplexität sorgen für eine durchgängig hohe Motivation. Die ersten Missionen ermöglichen es den Spielern, sich mit den Abläufen vertraut zu machen und liefern das eine oder andere Erfolgserlebnis. Später gilt es mehr Elemente zu beachten, ohne dass es jedoch unübersichtlich wird. Allerdings steigt dabei auch die Explosionsrate erheblich.
Da eine Partie nicht übermäßig lange dauert, kam es (zumindest in meiner Spielrunde) immer wieder zu einem erneuten Anlauf. Meist braucht das Team für eine Mission eine halbe Stunde – manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger. So lassen sich an einem Abend locker zwei oder drei Runden spielen, ohne das sich Ermüdungserscheinungen einstellen. Die bisherigen Testrunden (aktuell sind wir bei Mission 17) wurden durchgängig mit einem Team von vier Entschärfern gespielt, so dass jeder einen Kabelhalter im Einsatz hat. Wie sich die weiteren Einsätze entwickeln und wie sich das zusätzlich Spielmaterial integriert, kann ich daher zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich abschätzen. Allerdings habe ich schon einen Blick darauf geworfen…
Die Aufmachung steht im Gegensatz zur eigentlich dramatischen, explosiven Handlung. Die Charakterkarten (und auch die Schurken) sind in einem sehr freundlichen Comic-Stil in Szene gesetzt – ebenso wie der Rest der Illustrationen. Spätere Einsätze setzen sich aus kleinen Szenarien zusammen, die eine durchgängige Geschichte ergeben, was zur Atmosphäre beiträgt. Marker, Plättchen und Spielplan sind solide und qualitativ hochwertig. Die Karten machen dagegen einen etwas labberigen Eindruck, was besonders bei den größeren Missionskarten auffällt.
Die Anleitung führt die Spieler sehr detailliert durch die ersten Schritte ihrer Entschärfer-Karriere, ergänzt durch zahlreiche Abbildungen und ausführliche Erklärungen. Später kommen immer wieder kleine Ergänzungen hinzu, die als Sticker in die Anleitung geklebt werden und erst ab diesem Zeitpunkt fürs Spiel relevant sind.
Pegasus Spiele haben auf ihrer Homepage mehr Informationen zum Spiel bereitgestellt. Neben den Regeln als Download gibt es hier auch einige Audio-Files, die in späteren Missionen wichtig sind.
Die Auszeichnung Spiel des Jahres 2025 hat sich Bomb Busters durchaus verdient. Das hübsch anzuschauende Logik- und Deduktionsspiel macht Spaß und bietet mit seinen zahlreichen Missionen immer neue Herausforderungen.
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