Blood Red Skies – Battle of Britain

18.08.2018 von Marcus Pohlmann

Blood Red Skies - Battle of Britain

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Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: 30 bis 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 21.04.2018

Sprache: Englisch/Deutsch

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Im Programm des britischen Miniaturenhersteller Warlord Games finden sich eigentlich nur Tabletop-Spiele, zumeist mit historischem Hintergrund, die Figuren im 28 mm-Maßstab nutzen. Für Blood Red Skies – Battle of Britain weicht der Verlag auf den den deutlich kleineren Maßstab 1:200 aus. Geschrieben hat das Spiel um Luftkämpfe vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges der umtriebige Autor Andy Chambers, der vor allem durch seine Arbeit für Games Workshop bekannt sein dürfte. Die Box ist als Einsteiger-Set gedacht, um zwei Spielern den Start in dieses System zu ermöglichen.

Das zentrale Element der Battle of Britain-Box sind die enthaltenen Flugzeuge, die für die Spieler den Ausgangspunkt für ihre künftigen Flotten bilden sollen. Sechs deutsche Messerschmitt BF109 und sechs britische Spitfire Mark II aus Kunststoff befinden sich in der Box. Zu den Flugzeugen gehören entsprechende Basen, die in drei Positionen (Neutral, Vorteilhaft, Nachteilig) gestellt werden können. Außerdem gibt es für jeden Flugzeugtyp eine Karte mit Werten für Bewaffnung, Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit und besonderen Eigenschaften. Die Rückseite ergänzt einige historische Angaben zum Flugzeug. Plättchen mit Angaben zur Erfahrung des Piloten (in vier Abstufungen) werden auf der Base platziert; schließlich sind noch zwei kleine Bögen mit Decals vorhanden, um die Flugzeuge ihren Nationen zuzuordnen. Es gibt 45 Karten, aus denen sich die Spieler ihre „Action Decks“ zusammen stellen können. Diese berücksichtigen die Eigenschaften der Flugzeuge, die Besonderheiten des Schlachtfeldes oder eine bestimmte Art der Kriegsführung. Hinzu kommen noch herausragende Fähigkeiten, die nur von Piloten mit dem höchsten Erfahrungsgrad „Ace“ eingesetzt werden können. Ergänzt wird das Spielmaterial durch verschiedene Pappmarker, beispielsweise für Treffer, Beschleunigung oder Deckung. Ebenfalls vorhanden sind Schablonen für Wolken oder Fesselballone, die bei dem Spiel als Gelände dienen und die drei schweren Bomber, die in den Missionen zum Einsatz kommen. Auch die Utensilien zur Entfernungs- und Positionsbestimmung sind aus Pappe gefertigt. Zehn sechsseitige Würfel kommen während der Würfelproben (Angriff, bestimmte Manöver, besondere Fähigkeiten) zum Einsatz. Schließlich liegen drei Hefte der Schachtel bei: Die Grundregeln, die erweiterten Regeln und die Szenarien. Das erste Heft geht, neben einer Beschreibung des Spielmaterials, vor allem auf die Mechanismen ein, die während eines Spiels zum Einsatz kommen. Die erweiterten Regeln konzentrieren sich vor allem auf den Einsatz des „Action Deck“ – einem Kartendeck, das jeder Spieler abhängig von verschiedenen Variablen, bespielsweise den eingesetzten Flugzeugen und Piloten sowie dem Kriegsschauplatz, zusammen stellt. Das Heft mit den Szenarien enthält fünf Missionen, die mit dem Material aus der Grundbox geflogen werden können. Neben Spielfeldaufbau und einer Empfehlung der eingesetzten Flugzeuge finden sich hier zudem noch Sonderregeln und natürlich die Siegbedingungen. Außerdem liefert dieses Heft die nötigen Regeln zur Zusammenstellung der eigenen Truppen für freie Schlachten. Auf zwei Übersichtsbogen werden die Spielabläufe zusammengefasst.
Haben sich die Spieler auf eine Mission geeignet, das Spielfeld aufgebaut und Truppen sowie das Action Deck vorbereitet, kann die Partie beginnen. Die Flugzeuge werden abhängig von ihrem Zustand (Neutral, Vorteilhaft, Nachteilig) aktiviert, wobei immer der Pilot mit dem höchsten Erfahrungsgrad und dem schnellsten Flugzeug zuerst agiert. Erst wenn ein Flugzeug alle vier Schritte seiner Aktion abgehandelt hat, ist die nächste Maschine am Zug. Im ersten Schritt der Aktivierung kann ein Flugzeug auf gegnerische Modelle schießen, soweit sie in Reichweite und im korrekten Winkel stehen. Die Anzahl der Würfel für den Angriff ergibt sich aus dem Level des Piloten und der Bewaffnung des Flugzeugs. Wurde bei dem Wurf eine oder mehrere „6“ geworfen, erhält das angegriffene Flugzeug einen Beschußmarker. Der Angegriffene hat nun die Möglichkeit auszuweichen, dazu muss er mit einer bestimmten Anzahl Würfel (Manövrierfähigkeit plus Pilotenlevel) ebenfalls eine „6“ werfen. Gelingt ihm dies nicht, so verschlechtert sich die Position seines Flugzeuges um einen Grad – sollte sie bereits Nachteilig sein, so wird das Flugzeug abgeschossen und aus dem Spiel entfernt. Im nächsten Schritt kann der Spieler die Position des Flugzeugs um einen Grad verschlechtern um beispielsweise besondere Manöver auszuführen. Das Flugzeug bewegt sich bis zu seinem maximalen Geschwindigkeitswert und kann am Ende der Bewegung eine Drehung von bis zu 45° ausführen. Schließlich kann der Spieler als letzten Schritt die Aktion des Piloten nutzen um erneut zu schießen, die Position wechseln oder die Position eines gegnerischen Modells verschlechtern. Während verschiedener Schritte der Aktivierung kann der Spieler außerdem eine Aktionskarte spielen – in der Regel nur eine pro Flugzeug. Damit können weitere Manöver ausgeführt, zusätzliche Würfel für Angriff oder Verteidigung generiert oder andere Vorteile genutzt werden.
Gelingt es einem Spieler die vorgegebenen Szenario-Bedingungen zu erfüllen so gewinnt er. Sollte ein Spieler mehr Beschußmarker als Flugzeuge haben, so scheidet er aus dem Spiel aus.

Die Regeln zu Blood Red Skies sind erstaunlich einfach gehalten und die Spieler erfassen schnell die grundlegenden Mechaniken. Mit zunehmender Spielerfahrung – und dem Einsatz des Action Decks – nimmt die Spieltiefe jedoch deutlich zu. In erster Linie geht es in jeder Runde darum, eine günstigere Position einzunehmen als der Mitspieler. Eine entsprechend große Bedeutung kommt daher der Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit der Flugzeuge zu. Die taktischen Überlegungen haben hier eindeutig Vorrang vor dem Würfelglück und auch der Einsatz der Fähigkeiten und Karten ist nicht zu unterschätzen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Position der Flieger, aber diese elementare Eigenheit des Spielsystems ist schnell verstanden und ermöglicht Optionen während eines Gefechtes, beispielsweise Drehungen um 180° oder zusätzliche Reichweite. Das in Box enthaltene Material reicht in jedem Fall aus, um einige sehr spannende Gefechte zu fliegen. Natürlich kommt die wirkliche spielerische Vielfalt mit dem Einsatz von mehr und unterschiedlichen Fliegern – die hier nur kurz angerissen werden. Die Kosten für den weiteren Ausbau der eigenen Luftflotte bewegen sich in einem überschaubaren Rahmen, zumal nur eine Handvoll weiterer Modelle erforderlich ist.
Die Illustration und die Farbgebung sind im typischen Stil der Propagandaplakate der damaligen Zeit gehalten, was sehr gut zum Spielhintergrund passt. Die Regelhefte sind verständlich geschrieben und logisch aufgebaut, so dass die ersten Kämpfe schon nach wenigen Minuten starten können. Würfel, Marker und Karten machen eine soliden Eindruck und der Plastikeinleger der Box sorgt dafür, dass nichts verrutscht. Die Flugzeugmodelle sind aus einem relativ weichen Kunststoff gefertigt und biegsam, vor allem an den Flügeln. Der Detailgrad ist, gemessen an der geringen Größe, recht hoch und kann durch eine einfache Bemalung noch hervorgehoben werden.
Auf der Homepage von Warlord Games gibt es neben mehr Informationen zum Spiel auch ein Tutorial-Video sowie die Regeln als kostenlosen Download – auch in deutscher Sprache.

Blood Red Skies – Battle of Britain bietet einen sehr guten (und zudem preiswerten) Einstieg um strategische Luftschlachten vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges als Tabletop-Spiel umzusetzen.

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