Blackout (Shadowrun 6 Quellenbuch)

15.06.2020 von Joanna Lenc

Blackput Shadowrun 6 Quellenbuch

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Sprache: Deutsch

Nach der Veröffentlichung des Grundregelwerks zur 6. Edition von Shadowrun und dem ersten Quellenbuch Berlin 2080 dürfen Spieler und Leiter nun einen Blick auf den amerikanischen Kontinent riskieren. Am 30. Juli 2080 gegen Mitternacht passiert etwas, das sich für Monate nicht nur auf die UCAS, sondern auch auf die ganze Welt auswirkt: Ein Zusammenbruch der Stromversorgung und Matrix in Detroit. Der Blackout. Zeitgleich greifen Schwärme von Bugs aus dem Untergrund die Stadt und ihre Umgebung an. Dies ist der Beginn von Ereignissen, die Geschichte schreiben werden.

Blackout: Licht aus – Chaos an!

Wie es zu einem Zusammenbruch der regionalen Matrixgitter in und um Detroit herum kommen konnte ist unklar. Zu Beginn der Ereignisse sind die Informationen noch sehr vage. Einige wenige Wettersatelliten konnten noch Bilder aufzeichnen, was sich in Detroit abgespielt hat, jedoch wurden sie kurz darauf zerstört. Bekannt ist nur, dass Militärtruppen von Ares überall im Sprawl mit ihrem Einsatz gegen eine große Zahl von Insekten begannen.

Wer über die Möglichkeiten und Skills verfügt, versucht sich mittels von VPN-Zugängen mit der Außenwelt zu verständigen. Nach und nach kommen so einige weitere Informationen ans Tageslicht. Diejenigen, die am nächsten am Geschehen dran sind, schweigen aber über die Vorfälle. Weder von Ares noch von der UCAS-Regierung gibt es Informationen. So bleibt vielen nichts anderes übrig als zu spekulieren, was sich wirklich in Detroit abgespielt hat.

Doppelseite aus dem Quellenbuch Blackout - Mit Kommentaren

Doppelseite aus dem Quellenbuch Blackout – Mit Kommentaren

Dass ein Blackout dieses Ausmaßes sich auf das umliegende Gebiet und auf andere Länder und Kontinente auswirkt, ist nicht unerwartet. Viele andere Konzerne und Organisationen nutzen die Gelegenheit, um ihre eigene Macht und ihre Ansprüche geltend zu machen und auszudehnen. Die gesamte UCAS gerät ins Schwanken.

Straßenkämpfe und politische Auswirkungen

Blackout beschäftigt sich mit den Ereignissen in und um Detroit, aber auch mit den Auswirkungen über die Grenzen hinaus. Die Ereignisse ziehen sich bis März 2081 und bilden damit die Entwicklung der aktuellen Zeitlinie. Neben kurzen Geschichten über besondere Ereignisse und wie bekannte Personen diese erleben, gibt es – wie für Quellenbücher des Systems üblich – Berichte mit Kommentaren aus den Chatrooms. Sie helfen dabei das Geschehen einzuordnen und für Abenteuerideen auszubauen. Dass diese Kommentare dabei einen Einblick in die Personen bieten, von denen sie stammen, macht das Quellenbuch nicht nur lesenswerter. Sie bieten noch mehr Spielraum für den Ausbau von wichtigen NPCs und mehr. Viele Passagen lesen sich wie Kurzgeschichten und Romane. Sie sind spannend geschrieben und bieten einen umfangreichen Einblick in die Welt der Schatten auf der anderen Seite der Welt.

Blackout verfolgt dabei streng die Zeitlinie, die Ereignisse überschlagen sich jedoch und lassen sich in zumindest zwei Lager zuteilen. Zum einen gibt es die Bedrohung durch die Bugs und damit einhergehende Kämpfe auf den Straßen und im Untergrund. Der Blackout wirkt sich aber auch politisch aus und so gibt es zum anderen eine Metaebene, die über die Grenzen Detroits hinausgeht. Die Zersplitterung der UCAS droht, andere Länder mischen sich ein, Konzerne wollen auch eine Scheibe vom großen Kuchen und dann gibt es da noch die Präsidentschaftswahlen, die unmittelbar bevorstehen. Da den Überblick zu behalten ist gar nicht so einfach.

Es ist hilfreich das Buch beim ersten Mal der Reihe nach querzulesen, sodass bereits bekannt ist, wo in etwa sich welche Informationen verbergen. Das Inhaltsverzeichnis ist danach auch etwas aussagekräftiger und hilft dabei gesuchte Informationen wiederzufinden. Vermisst habe ich eine Art Zeittabelle mit den wichtigsten Ereignissen und Verweisen zu den jeweiligen Kapiteln. Das hätte dem sonst wirklich sehr guten Quellenbuch noch das Sahnehäubchen mit Kirsche obendrauf gelegt.

Trotz weniger Illustrationen ist das Layout stimmig

Trotz weniger Illustrationen ist das Layout stimmig

Must-Have für Sammler und Spielleiter

Aus diesem Quellenbuch lassen sich bereits zahlreiche Ideen für Runs und Kampagnen rausziehen passend dazu gibt es aber auch den eigenen Kampagnenband „30 Nächte und 3 Tage“, der zeitgleich erschienen ist und sich mit den Ereignissen in Toronto zur selben Zeit befasst.

Das Buch selbst passt wunderbar in die Shadowrun 6-Sammlung, ist genauso gestaltet wie Berlin 2080 mit der Ausnahme, dass die Seitenzahlen nicht mehr am oberen Seitenrand zu finden sind, sondern in der Fußzeile. Ebenfalls befinden sich weniger Illustrationen im Inneren, was einerseits schade ist, aber den Inhalt selbst nicht mindert. Anzumerken ist noch, dass es auch hier wieder ein Lesebändchen gibt.

Wer sich mit der aktuellen Zeitlinie in Shadowrun 6 befassen möchte, kommt an Quellenbüchern wie Blackout nicht vorbei. Die hier präsentierten Ereignisse lassen sich nicht nur angenehm lesen, sie bieten viel Material und Spielideen für Gruppen in der UCAS aber auch dem Rest der Welt. Schließlich hat keiner behauptet, dass wir bei Shadowrun nicht in den Flieger steigen können um nach Übersee zu fliegen, oder? Es gibt – bis auf Abzüge in der B-Note – nichts zu beanstanden: Ein Must-Have, insbesondere für Sammler und Spielleiter, die Wert auf die Zeitlinie und den offiziellen Kanon legen.

Offizielle Seite zu Shadowrun 6

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