
Kategorie: Würfelspiel
Autor: Florian Nadler
Zeichner: Christian Effenberger
Verlag / Publisher: Amigo
Genre: Familienspiel, Strategie
Spieleranzahl: 2 bis 5 Spieler
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Erscheinungsdatum: 21.09.2024
Sprache: Deutsch
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Im ausgehenden 19. Jahrhundert macht sich eine Handvoll Meisterdiebe daran, die Villen der gehobenen Gesellschaft, um die dort gelagerten Kostbarkeiten zu erleichtern. So zumindest die Prämisse von Beutezug. Natürlich sind es die Spieler, die dabei in die Rolle der Verbrecher schlüpfen und versuchen mit Geschick (und vor allem Glück) Beute zu machen. Veröffentlicht wird die taktische Würfelei für bis zu fünf angehende Einbrecher vom hessischen Verlag Amigo.
Was steckt drin?
Das Spielmaterial besteht aus zwei Komponenten. Zum einen sind dies die insgesamt 15 sechsseitigen Würfel – je drei in fünf verschiedenen Farben. Dazu kommen 55 Beutekarten. Diese teilen sich in vier „Schwierigkeitsstufen“ auf. Die meisten mit dem Wert „0“, außerdem je neun Stück mit „2“, „3“, „4“ und „5“. Während auf der Rückseite die jeweilige Schwierigkeit mit dem dazugehörigen Haus aufgedruckt ist, finden sich auf der Vorderseite gleich mehrere Informationen. Zum einen wird die Stufe noch einmal wiederholt, viele Karten bringen dem geschickten Dieb außerdem Beute in Form von Siegpunkten.
Darüber hinaus gewähren einige Karten auch Vorteile, beispielsweise Wiederholungswürfe oder Boni auf farbige Würfel. Schließlich, der wichtigste Aspekt der Beutekarte, sind dort die benötigten Würfelergebnisse gelistet, um einen erfolgreichen Raubzug durchzuführen. Diese bestehen aus einer Kombination von bis zu fünf Würfeln in unterschiedlichen Farben, die mindestens eine gewisse Augenzahl aufweisen müssen.
Das weitere Spielmaterial besteht aus fünf Charakterkarten und den dazugehörigen Chips. Marker für Platzierung, Beute und Wiederholungswürfe gehören ebenfalls zum Inhalt der Schachtel. Die Regeln finden in der doppelseitigen Anleitung ihren Platz.
Wie wird’s gespielt?
Jeder Spieler bekommt einen Charakter (der jedoch keinen Einfluss auf den Spielverlauf hat) und den dazugehörigen Chip. Die gemischt Karten mit dem Wert „0“ und kommen etwas abseits. Die Stapel mit den restlichen Karten, getrennt nach Schwierigkeit, werden übereinandergelegt. Würfel liegen in Reichweite. Die obersten drei Karten vom Stapel mit der „2“ werden aufgedeckt und nebeneinandergelegt.
Die Jagd nach dem wertvollsten Diebesgut erstreckt sich über insgesamt sieben Runden, deren Ablauf sich jeweils wiederholt. Dabei wählt jeder in seinem Zug eine Beutekarte, indem er seinen Chip darauf legt. Der letzte Spieler, der seine Beute ausgesucht hat, nimmt nun die auf der Karte angegebenen Würfel und versucht damit, das geforderte Ergebnis zu erreichen. Dabei kann er die Boni bereits erworbener Karten nutzen, um das Würfelergebnis zu modifizieren oder Wiederholungswürfe zu nutzen. Ist der Wurf erfolgreich, erhält er die Beutekarte und legt diese in seinen Spielbereich. In kommenden Runden kann er den nun deren Effekt nutzen. Auch seinen Charakterchip bekommt er zurück. Sollten die Chips anderer Einbrecher ebenfalls auf der Beute gelegen haben, „fallen“ diese eine Reihe nach unten. Nun wird wieder auf drei Karten aufgefüllt und in der nächsthöheren Reihe eine weitere aufgedeckt.
Gelingt es dem Spieler dagegen nicht, das benötigte Wurfergebnis zu erreichen, so darf er zwei Karten mit dem Wert „0“ ziehen und sich eine davon aussuchen. So erhält er für die kommenden Runden immerhin einen Bonus.
Waren alle Spieler an der Reihe, so wird die Zugreihenfolge für den nächsten Durchgang ermittelt. Derjenige mit der meisten Beute beginnt mit der Wahl eines neuen Ziels.
Nach der siebten Runde erfolgt die Abrechnung. Dabei addiert jeder seine Beutepunkte der erbeuteten Karten, außerdem etwaige Chips, die er im Spielverlauf erworben hat. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl ist der erfolgreichste Dieb und damit Sieger der Partie.
Kann das Spiel was?
Ich bin generell ein großer Freund von Würfelspielen, die nicht nur vom Glück abhängig sind. In eben diese Kategorie fällt auch Beutezug. Dabei ist das Spiel einsteigerfreundlicher und schneller als die meisten Vertreter des Genres. Die recht unkomplizierten Regeln sorgen dafür, dass sich Gelegenheitsspieler oder der Zocker-Nachwuchs problemlos zurechtfinden. Auch die geringe Vorbereitungs- und Spielzeit unterstützen dies.
Die Auswahl der Beute, der Chip mit dem Wiederholungswurf und die Unterstützungskarten sorgen zudem dafür, dass der Glücksfaktor ein wenig abgemildert wird und der zurückliegende Spieler etwas Hilfestellung bekommt. Dadurch waren in unseren Testrunden die meisten Raubzüge recht ausgeglichen und bis kurz vor Ende spannend. Auch der Frustfaktor, immer ein Problem, wenn die Würfel nicht laufen, hält sich in einem sehr überschaubaren Rahmen und tut dem Spielspaß keinen Abbruch. Dennoch gab es Partien, in denen fast alle „0“-Karten zum Einsatz kamen. Grade in größeren Gruppen kommt auch ein wenig Taktik bei der Auswahl der Beute und der Spielreihenfolge hinzu. Autor Florian Nadler hat hier ein Spiel geschaffen, dass sich sehr schön für eine schnelle Runde zwischendurch eignet und ohne viel Erklärung und Vorbereitungszeit auskommt – dabei aber dennoch nicht in wilde Würfelorgien ausartet.
Bei den Zierelementen hat sich Christian Effenberger an der Belle Époque orientiert, was zur thematischen Ausrichtung passt. Die Illustrationen selbst sind dagegen eher spärlich eingesetzt und beschränken sich fast ausschließlich auf die Charaktere. Dabei hätte ich gerne die „Beute“ auf den Karten gesehen. Die Regeln sind verständlich geschrieben und gegliedert. Großzügige Beispielbilder sorgen zudem für gute Orientierung. Wie beim Dietzenbacher Verlag üblich gibt es ein kurzes Video-Tutorial, das den Einstieg zusätzlich erleichtert.
Die Regeln stehen es auf der Homepage von Amigo in deutscher und englischer Sprache als Download zur Verfügung. Dazu finden sich hier noch einige weitere Informationen zum Spiel selbst.
Mit Beutezug bekommen die Spieler ein schönes, unkompliziertes Familienspiel, das nicht langweilig wird und sich sehr gut für eine Runde (oder auch zwei) zwischendurch eignet.
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