Barpig

19.02.2020 von Marcus Pohlmann

Barpig

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Spieleranzahl: 3 bis 7 Spieler

Altersempfehlung: ab 13 Jahren

Spieldauer: 30 bis 45 Minuten

Erscheinungsdatum: 17.11.2017

Sprache: Englisch

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Abends im Hotel, nach dem Besuch der Spielemesse, kommen immer gerne die neuen Errungenschaften auf den Tisch. Im letzten Jahr war Barpig eines dieser Spiele, die als Absacker dienten. Da ich sowohl Spielablauf als auch die Illustrationen recht interessant fand, stattete ich am nächsten Messetag dem niederländischen Verlag Barpig einen Besuch ab, um mir ein Exemplar zu sichern. Allerdings hat es nun doch etwas länger gedauert, bis ich mich intensiver mit dem Spiel beschäftigen konnte.

Was steckt drin?

Die kleine Schachtel enthält, von einem sechsseitigen Würfel abgesehen, lediglich Karten. Diese teilen sich in verschiedene Arten auf. Lediglich eine Karte ist dabei den Regeln und der Zusammenfassung des Spielablaufs vorbehalten. Für jeden der bis zu sieben Spieler gibt eine „Level Card“, die anzeigt, wie betrunken sein Charakter ist und welche Stufe er bereits erreicht hat. Ebenfalls für die Spieler gibt es die Karte „Bartab“ – auf der die verbleibenden Getränke festgehalten werden. Zehn Charaktere stehen bei Barpig zur Auswahl. Dabei nutzen die Autoren klassische Fantasy-Rollenspiel-Helden – allerdings in Schweineform. Der Name der Charakterklasse wird mit einem Getränk kombiniert, beispielsweise Barbeerian, Palealedin oder Whisking.

Das Gelage kann beginnen

Das Gelage kann beginnen

Außerdem verfügt jeder Charakter über eine Herausforderung, die im Spiel zum Tragen kommt. Das Gros der Karten wird allerdings von den Gegenständen eingenommen. Insgesamt gibt es davon 39 Stück, wobei einige mehrfach im Deck vorkommen. Auch hier steht wieder eine Illustration im Mittelpunkt – gemeinsam mit der Bezeichnung des Gegenstandes und seinen Kosten (in Getränken). Zudem verfügt jeder Gegenstand über Sonderregeln.

Wie wird’s gespielt?

Jeder Spieler erhält eine Level- und eine Bartap-Karte, die übereinandergelegt werden. Alle beginnen mit zehn Getränken und auf Stufe 1. Außerdem einen zufälligen Charakter, der auf die beiden Karten kommt und eine Gegenstands-Karte, die der Spieler auf die Hand nimmt. Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und die Partie kann beginnen.

Alle Spieler würfeln, derjenige mit dem höchsten Ergebnis fängt an – es wird so lange gewürfelt, bis es einen eindeutigen Sieger gibt. Der Spieler steigt mit seinem Charakter eine Stufe auf und liest anschließend den Text seiner Karte vor. Dies ist die Herausforderung, die ein oder mehrere Mitspieler erfüllen müssen. So wählt beispielsweise die Pourceror (eine Mischung aus Zauberin und Bedienung) ein Tier aus. Alle anderen Spieler machen dieses Tier nach. Der schlechteste Tierimitator verliert ein Getränk und wird um eine Stufe betrunkener. Dagegen wählt der Palealedin ein Monster aus – alle anderen Spieler müssen nun erklären, warum sie eben nicht dieses Monster sein können. Daraufhin wird abgestimmt, wessen Erklärung am unglaubwürdigsten ist. Dieser Spieler bekommt die Anzahl an Stimmen von seinen Getränken abgezogen. Die Gegenstands-Karten können jederzeit gespielt werden. Sie ermöglichen es einem Spieler, die Karten der Mitspieler zu stehlen, erzwingen einen Wechsel der Charakter-Karte, lassen einen Charakter nüchtern werden oder verschonen vor einer Herausforderung.

Der Magier ist nicht mehr ganz nüchtern

Der Magier ist nicht mehr ganz nüchtern

Nachdem diese Phase abgeschlossen ist, können die Spieler Gegenstände auf dem Markt kaufen oder ihre Getränke auffüllen. Ein Spieler muss ansagen, welche der beiden Handlungen er ausführen möchte. Anschließend zieht der Spieler die oberste Karte des Stapels. Nimmt er die Karte auf die Hand, so bezahlt er mit der entsprechenden Anzahl Getränke. Will der Spieler stattdessen seinen Getränkevorrat auffüllen, legt er sie offen ab und erhält dafür den Wert an Getränken.
Anschließend beginnt die nächste Runde wieder mit einem Würfelwurf – der letzte Startspieler ist davon ausgenommen. Wenn ein Spieler die fünfte Stufe erreicht hat, endet das Spiel mit seinem Sieg.

Kann das Spiel was?

Barpig ist ein sehr einfach, schnelles und lustiges Kneipenspiel. Anspruch und Tiefgang sucht der Spieler hier vergeblich, dafür kann das Spiel mit tollen Artworks und skurrilen Aktionen aufwarten. Die Interaktion steht hier eindeutig im Vordergrund – zusammen mit dem Spaß am Spielen. Das dabei durchaus Schadenfreude aufkommen kann, mag nicht jedem liegen. Sehen die Spieler dies jedoch nicht allzu verbissen, so ist Barpig eine sehr gute Möglichkeit die Wartezeit auf die Pizza zu überbrücken. Wie bei vielen Spielen dieser Art, macht es mit mehr Spielern auch mehr Spaß – fünf Kneipengäste sollte es daher schon sein

Was man so alles in der Kneipe findet

Was man so alles in der Kneipe findet

Die Regeln auf der Karte sind recht dürftig. Eine Erklärung der verschiedenen Spielsituationen oder gar Beispielbilder sucht man hier vergeblich. Glücklicherweise ist das Spiel nicht übermäßig komplex, so dass einer Partie dies nicht Wege steht. Die Illustrationen kombinieren Fantasy-Klischees mit Schweinen, machen dies aber sehr liebenswert und treffend. Letztendlich waren es diese Zeichnungen, die für mich den Kaufausschlag gegeben haben. Die Kartentexte hätten etwas größer sein können, sind aber noch lesbar. Das Papier ist ungewöhnlich schwer und stabil, dennoch würde ich die Verwendung von Kartenhüllen empfehlen. Der beiliegende sechsseitige Würfel ist qualitativ „unter aller Sau“ – scharfkantige Gußgrate, unausgewogen und einfallslos weiß. Dieser musste direkt einem Exemplar aus meiner Würfelsammlung weichen.

Deutlich ausführlichere Regeln, eine umfangreiche Kartenerklärung (unter anderem auf Deutsch) und ein Tutorial-Video stellen Barpig auf ihrer Homepage zur Verfügung. Dort gibt es auch Informationen zur kürzlich erschienenen Erweiterung.

Fantasy affine Freunde lockerer Trink- und Partyspiele werden an Barpig sicherlich ihre Freude haben – einen nicht allzu hohen Anspruch vorausgesetzt.

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