Bad Bones

26.09.2020 von Marcus Pohlmann

Bad Bones

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Spieleranzahl: 1 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: 30 bis 45 Minuten

Erscheinungsdatum: 06.05.2020

Sprache: Deutsch

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Im letzten Jahr waren auf der SPIEL auffällig viele Verlage mit Tower-Defense-Spielen (beispielsweise diesem HIER) vertreten. Das Genre war vor einiger Zeit hauptsächlich als Computerspiel verbreitet, hat aber mittlerweile zahlreiche Umsetzungen als Brettspiel erfahren. Das Grundprinzip ist dabei eigentlich immer gleich: eine Horde Gegner nähert sich aus allen Richtungen der eigenen Festung. Der Spieler muss seine Basis mit allerlei Helden, Fallen, Kriegsmaschinen und Zaubersprüchen verteidigen. Mit Bad Bones schicken Pegasus Spiele einen eigenen Vertreter des Spielprinzips ins Rennen um die Zuschauergunst. Bei dem Titel, ursprünglich als Crowdfunding von Sit Down! veröffentlicht, versuchen bis zu sechs Spieler die untoten Horden von ihren Türmen fern zu halten.

Was steckt drin?

Für jeden der Spieler gibt es einen doppelseitig bedruckten Spielplan – sein eigenes, kleines Königreich. Dabei kommt eine Seite beim regulären Spiel zum Einsatz, die andere in der kooperativen Variante. Das Spielfeld selbst teilt sich in ein 5 x 5-Raster auf, wobei in der Mitte Platz für den Turm vorgesehen ist. Am Spielfeldrand befinden sich Markierungen, die für den Einsatz der Gegner benötigt werden. Und schließlich finden sich auf einigen Feldern Symbole, mit denen die Untoten die Richtung wechseln. Zudem gibt es für jeden Spieler eine Heldenfigur und vier Turmstockwerke. Friedhofstafeln und je fünf Häuser kommen zusätzlich an den Spielfeldrand. Hinzu kommen Fallenmarker, mit denen die Gegner beispielsweise auf das Feld eines Mitspielers gesetzt werden, die Richtung ändern oder zerstört werden.

Ein großer Tisch ist wichtig

Ein großer Tisch ist wichtig

Das Erweiterungsmodul bringt neben Waffen für die Helden auch Münz-Marker, mit denen sich die Spieler individuell ausrüsten können. 180 Skelettplättchen dienen als Gegner, dabei hat jedes Plättchen eine spezifische Ausrichtung und ein Symbol, das anzeigt, auf welchem Spielfeldrand es ins Spiel kommt. Im Erweiterungsmodul mit den Anführern kommen Skelette mit Sonderfertigkeiten hinzu. So vernichtet der Saboteur Fallen, der Skelettkönig beendet das Spiel sofort oder der Menschenfreund baut ein bereits zerstörtes Gebäude wieder auf. Für alle diese Marker gibt es einen Stoffbeutel, aus dem sie im Spielverlauf gezogen werden. Eine Rundentafel, eine Spielhilfe und die beiden Hefte mit der Anleitung komplettieren das Spielmaterial.

Wie wird’s gespielt?

In der Grundversion nimmt sich jeder Spieler sein Material – einen Spielplan mit Friedhof und legt fünf Gebäude an den unteren Spielfeldrand. Der Turm mit seinen vier Stockwerken kommt in die Mitte, die Heldenfigur obenauf. Außerdem gehören noch sechs Fallenplättchen zur Ausstattung. Alle Skelettplättchen kommen in den Beutel.
Jeder Spieler zieht so lange Skelette, bis er vier verschiedene Symbole hat – diese vier werden an die entsprechenden Stellen des Spielfeldrandes gelegt. Der Rest kommt zurück in den Beutel. Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und die Partie beginnt.

Das Ende ist nah!

Das Ende ist nah!

In seinem Zug durchläuft ein Spieler nacheinander vier Schritte – dabei agieren alle gleichzeitig. Zuerst muss sich der Held auf ein angrenzendes Feld bewegen. Betritt er ein Feld, auf dem sich eines oder mehrere Skelette befinden, zerstört er diese – die Plättchen kommen zurück in den Beutel. Im zweiten Schritt kann der Spieler entweder eine Falle auf dem Spielplan platzieren oder eine bereits ausgelöste Falle zurück auf die Hand nehmen.

Anschließend bewegen sich alle Skelette auf dem Spielplan ein Feld in Marschrichtung. Erreichen sie mit ihrer Bewegung eine Falle, löst diese aus. Felder mit einem Pfeil ändern die Bewegungsrichtung. Zieht ein Skelett auf ein Gebäude, so wird dieses zerstört, bzw. eine Turmebene abgelegt. Sollte ein Monster über den Spielfeldrand hinaus ziehen, darf der Spieler es in den Friedhof eines Mitspielers legen. Im letzten Schritt zieht er drei neue Skelettplättchen aus dem Beutel und legt diese in seinen Friedhof. Plättchen, die sich bereits dort befinden, werden entsprechend der Symbole am Spielfeldrand platziert.

Sind alle Gebäude oder Turmebenen eines Spielers zerstört, endet das Spiel. Dieser darf an der Endwertung nicht mehr teilnehmen. Die verbliebenen Spieler erhalten Punkte für Häuser, intakte Fallen und Turmebenen. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt die Partie.

Verschiedene Spieloptionen stehen außerdem zur Verfügung. So erhält jeder Spieler ein Budget, aus dem er sich Fallen oder Waffen für den Helden kaufen kann. Damit lässt sich der Spielstil und die Taktik anpassen. Anführer bringen neue Effekte für die Skeletthorde und sorgen für Überraschungen im Spielverlauf. Im kooperativen Modus müssen die Spieler gemeinsam ein Dorf in der Spielfeldmitte verteidigen.

Kann das Spiel was?

Obwohl eigentlichen allen Tower-Defense-Spielen das gleiche Prinzip zu Grunde liegt, unterscheiden sie sich doch teils erheblich voneinander. Bad Bones kombiniert dabei sehr gelungen die taktischen Aspekte mit großer Vielseitigkeit und einem durchaus vorhandenen Ärgerpotential. Es ist nicht so schlimm, wenn eigene Gebäude in Flammen aufgehen – wichtiger ist es, dass es bei den Mitspielern schneller geht. Grade die Möglichkeit, gezielt Skelette auf andere Spielfelder zu setzen, gewinnt so an Bedeutung. Die Grundversion des Spiels ist gut spielbar und bietet auch für jüngere Spieler viel Spielspaß. Für meine Spielrunde waren es jedoch die Erweiterungen, die den eigentlichen Reiz ausmachten. Die Möglichkeit, seine Fallen und die Ausrüstung des Helden individuell zusammenzustellen, unterstützt den eigenen Spielstil. Die Verwendung der Skelett-Anführer steigert dagegen den Schwierigkeitsgrad.

Das Material im Detail

Das Material im Detail

Das Spielmaterial macht einen ausgesprochen soliden Eindruck. Spielbretter und -plättchen sind auf stabilen Karton gedruckt, die Stanzungen sind sauber und die Kunststoff-Komponenten ordentlich gestaltet. Trotz des düsteren, untoten Themas nehmen sich die Illustrationen nicht übermäßig ernst und bedienen Fantasy-Klischees. Die zweiteilige Anleitung beschreibt die Abläufe sehr übersichtlich und verständlich, so dass einer schnellen Partie nichts im Wege steht. Zipp-Beutel sorgen dafür, dass das Material ordentlich verstaut ist

Neben mehr Bildmaterial und Informationen zum Spiel haben Pegasus Spiele auf ihrer Homepage zudem die Regeln als Download bereitgestellt.

Bad Bones ist ein spannendes, lustiges Spiel, das mit jeder Spielerkonstellation funktioniert und Spaß macht.

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