Asylum

31.08.2021 von Marcus Pohlmann

Asylum

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Spieleranzahl: 1 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: 30 oder 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 27.03.2021

Sprache: Deutsch

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Als Spieler sieht man sich häufig mit ungewöhnlichen Ausgangssituationen konfrontiert. Besonders unangenehm ist dies bei Asylum. Hier beginnen die Spieler als Insassen einer gemütlichen Zelle in einer Nervenheilanstalt. Bis zu drei Patienten können sich hier einen Weg in die Freiheit bahnen. Panini Books haben das Spiel des französischen Verlages Hachette Livre für den heimischen Markt übersetzt und kümmern sich um den Vertrieb.

Was steckt drin?

Die quadratische Schachtel hält ein kleines Heft im DIN A5-Format und zwei Packen mit Karten bereit. Das, mit 48 Seiten recht umfangreich ausgefallene, Spielheft umfasst die Anleitung. Darüber hinaus liefert es den Spielern auch Hilfestellungen bei ihrem Fluchtversuch. Das eigentliche Spielmaterial besteht jedoch aus Karten, die sich wiederum in verschiedene Kategorien aufteilen. In der Schachtel sind 108 Anstalt-Karten aus denen sich drei Gebäude mit jeweils ansteigendem Schwierigkeitsgrad bauen lassen.

Dabei besteht jede Anstalt aus vier Stockwerken à 9 Karten. Auf der Vorderseite ist der graue Anstaltskorridor oder eine hübsch ausgepolsterte Zelle abgebildet. Außerdem ist hier aufgeführt, auf welcher Etage sich der Spieler befindet und um was für eine Art Raum es sich handelt. An jedem Kartenrand sind zusätzlich eine Ansammlung von Zahlen, Buchstaben und Symbolen in unterschiedlichen Farben und Längen aufgedruckt. Passend dazu ist auf der Rückseite ein neun mal neun Felder großes Raster, in dem sich eben diese Elemente wiederfinden.

Willkommen in der Anstalt

Willkommen in der Anstalt

Wird mit einem Wärter gespielt, kommen außerdem die zwölf entsprechenden Karten zum Einsatz. Sowohl Vorder- als auch Rückseite sind mit Code-Kombinationen bedruckt. Bei den letzten zehn doppelseitigen Karten handelt es sich um die „Medikamente“. Auf diesen sind Tabletten oder Spritzen abgebildet, zusammen mit einigen Notizen und der Strukturformel des Wirkstoffes. Besonders auffällig sind die quadratischen Stanzungen, die manchmal einzeln, aber auch in Gruppen auf der Karte angeordnet sind.
Die Zeit für den Ausbruch ist auf 30 bzw. 60 Minuten begrenzt – daher sollte auch ein Timer bereit liegen.

Wie wird’s gespielt?

Vor dem Beginn der Partie müssen die Spieler entscheiden, aus welcher der drei Nervenheilanstalten sie entkommen wollen. Anschließend werden jeweils neun Karten pro Etage in einem drei mal drei Felder-Raster ausgelegt – die Zelle in der Mitte. Übernimmt ein Spieler die Rolle des Wärters, erhält er die zwölf dazugehörigen Karten. Die Medikamente werden nach ihren Wirkstoffen in drei Stapel aufgeteilt. Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und der Ausbruch aus dem Asylum kann beginnen.
Die Zellenkarte wird umgedreht und die Spieler müssen eine Medikamenten-Karte finden, deren Ausstanzungen auf die Teile des gesuchten Codes passt. Dafür können sie die Karte drehen, wenden und schieben. Je nachdem wie umfangreich der Code ist, kommen bis zu vier Medikamente zum Einsatz. Haben die Spieler alle Teile gefunden, decken sie die gelöste Karte auf und die Suche beginnt von Neuem.

Die Freiheit ist nahe!

Die Freiheit ist nahe!

Kombinieren die Spieler verschiedene Medikamente miteinander, kann dies Konsequenzen für die Flucht haben. Beispielsweise kommt der Patient wieder in seine Zelle, Räume werden gedreht oder Medikamenten-Karten aus dem Spiel entfernt. Dies ist aus einer Tabelle am Ende des Spielbuches ersichtlich und sollte in den Aufgabenbereich des Wärters fallen. Außerdem hat dieser ebenfalls die Möglichkeit, Räume zu verschieben oder zu drehen.

Gelingt es den Spielern in der vorgegebenen Zeit alle vier Stockwerke zu durchlaufen und den Ausgang zu erreichen, sind sie erfolgreich entkommen. Damit haben die Insassen gewonnen und der Wärter verloren. Überschreiten sie jedoch das Zeitlimit, werden sie in die Zelle zurück verfrachtet und müssen einen neuen Anlauf wagen.

Die Regeln bieten gleich drei Spielvarianten an. Beim klassischen Ablauf übernehmen bis zu drei Spieler die Rolle des Patienten, ein weiterer ist für den Wärter verantwortlich. „Freiheit für alle“ verzichtet komplett auf einen Wärter und kann auch als Solo-Variante gespielt werden. Allerdings stehen für die Flucht nur 30 Minuten zur Verfügung. Die letzte Version erfordert zwei Ausgaben von Asylum. Die Spieler teilen sich in zwei Teams auf und versuchen als erste zu entkommen.

Kann das Spiel was?

Die Aufmachung von Asylum hat bei mir zuerst falsche Erwartungen geweckt. Weder handelt es sich hier um ein Escape-Room-, noch ein Deduktions- oder Rätselspiel. Der Schwerpunkt liegt eher im Suchbereich – dies unter erschwerten Bedingungen. In den Testrunden kamen die Solo-Variante zum Einsatz und der Wettkampf zwischen Wärter und Patient. Für den Wärter gibt es einen Großteil der Zeit wenig zu tun und ich vermute, bei mehreren Patienten bleibt die Hauptaufgabe an einem Spieler hängen. Dabei hat mir tatsächlich das Spiel alleine am besten gefallen.

Wirkliche Abwechslung sucht man im Spielablauf jedoch vergeblich; das Vorgehen wiederholt sich für jede Karte auf jedem Stockwerk. Auch das häufige Blättern im Strafkatalog stört bereits nach wenigen Räumen. Die Zeit ist, grade bei der 30-Minuten-Variante, recht knapp bemessen. Allerdings gibt es auch keine Konsequenzen, wenn die Spieler dieses Limit überschreiten. Kommt der Spieler nicht weiter, so lassen sich die einzelnen Räume auch durch bloßes Ausprobieren öffnen. Dies kann, vor allem bei den beiden höheren Schwierigkeitsstufen, durchaus eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Die Hilfestellungen im Spielbuch sind dabei nur bedingt von Nutzen.

Ein Griff in die Apotheke

Ein Griff in die Apotheke

Es gibt die Möglichkeit, Karten der verschiedenen Schwierigkeitsstufen zu kombinieren. Auch können diese immer wieder neu angeordnet oder ausgerichtet werden. Daraus ergibt sich eine nahezu unendliche Varianz im Aufbau. Ein Wiederspielwert ist also durchaus gegeben.
Die Aufmachung von Schachtel und Spielbuch sind stimmig und passen sehr gut zur Thematik. Auch die Medikamenten-Karten sind gelungen und deutlich dicker als das restliche Kartenmaterial. Das Design der anderen Karten fällt im direkten Vergleich ein wenig ab – grade die Wärter-Karten sind recht unübersichtlich. Ansonsten sind die Zeichen und Symbole gut zu lesen – was in diesem Fall die Hauptsache ist. Mit der Anleitung hatte ich anfangs einige Probleme, da ich das Grundprinzip von Asylum falsch verstanden habe. Hier hätte ich mir teils eindeutigere Formulierungen und aussagekräftige Beispiele gewünscht.

Mehr Informationen zum Spiel (und den anderen Ablegern der Serie) gibt es auf der Homepage von Panini Books. Unsere französischsprachigen Leser erfahren auf der Seite von Hachette außerdem noch etwas über den Autor.

Vielleicht bin ich mit einer völlig falschen Einstellung an Asylum herangegangen – aber so wirklich will das Spiel für mich nicht funktionieren.

 

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