Arschlochkind

06.12.2019 von Marcus Pohlmann

Arschlochkind

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Spieleranzahl: 3 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Spieldauer: 60 bis 90 Minuten

Erscheinungsdatum: 24.10.2019

Sprache: Deutsch

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Kampfhummel Spiele haben uns vor einiger Zeit ein, nicht immer geschmackssicheres, Party- und Kommunikationsspiel beschert. Das neue Spiel des Schweizer Verlages beschäftigt sich dagegen mit Pädagogik, genauer gesagt mit der Kindeserziehung – oder eben dem Mangel daran. Bei Arschlochkind besteht die Aufgabe der bis zu sechs Spieler darin, ihren Nachwuchs zu möglichst unangenehmen Menschen zu erziehen.

Was steckt drin?

Insgesamt zehn Kinder liegen für die Spieler bereit. Dabei stehen eine Illustration und ein typisches Zitat im Zentrum der Karte. Die Autoren bedienen klassische Archetypen, wie beispielsweise den Streber, die Petze, die Heulsuse oder Muttis kleinen Liebling. Außerdem verfügt jedes Kind über vier Attribute, und zwar Gesundheit, Freiheit, Liebe sowie Erfolg. Die Werte reichen dabei von -4 bis +3, ergeben in der Summe aber immer -2. Insgesamt 210 Karten aus transparentem Kunststoff stehen zur Verfügung, jeweils 70 pro Spielphase.

Erziehung ist keine Glückssache

Erziehung ist keine Glückssache

Viele der Karten decken einen oder mehrere Attributswerte ab und ändern diese positiv oder negativ. Dazu kommen noch entsprechende Begründungen für die Änderungen. So könnte ein Kind aus der Kirche ausgetreten sein, gerne baden oder von Mutti zu Hause unterrichtet werden. Daneben gibt es noch Aktionskarten, die die Spieler Karten tauschen lassen, Extrazüge gewähren oder die Spieldauer verlängern. Sowohl die Karten mit Attributsänderungen als auch Aktionen können durch die Abwehrkarten aufgehoben werden. Die zweiseitigen Spielregeln und ein Wertungsblock vervollständigen das Spielmaterial.

Wie wird’s gespielt?

Jeder Spieler zieht ein zufälliges Arschlochkind und vergibt einen passenden Namen. Die transparenten Karten werden gemischt und kommen in den drei Erziehungsphasen des Kindes (Kleinkind, Schulkind und Teenager) zum Einsatz. Jeder Spieler erhält drei Karten der aktuellen Phase auf die Hand. Anschließend deckt der Startspieler die oberste Karte vom Nachziehstapel auf – diese zeigt die aktuelle Runde an.
Ist ein Spieler an der Reihe, nimmt er zuerst eine Karte vom Nachziehstapel. Anschließend darf er eine seiner Handkarten mit einer der offen ausliegenden Rundenkarten tauschen. Nun hat er die Möglichkeit, eine Aktionskarte auszuspielen. Am Ende seines Zuges legt der Spieler eine Erziehungskarte (die Attribute modifiziert) auf sein eigenes Kind oder das eines Mitspielers. In der vierten und letzten Runde einer Phase darf jedoch keine Karte auf das eigene Kind gespielt werden. Danach endet der Durchgang und die Spieler addieren oder subtrahieren die Attributswerte ihres Kindes. Der Spieler mit dem höchsten negativen Wert ist Startspieler der nächsten Phase.

Das perfekte Arschlochkind

Das perfekte Arschlochkind

Nach der letzten Phase wird der (laut Anleitung) finale Arschlochfaktor bestimmt. Der Spieler mit den meisten Minuspunkten hat sein Kind erfolgreich verzogen und gewinnt die Partie.
Zudem gibt es noch optionale Trinkspielregeln, bei denen der Name des Kindes eine besondere Bedeutung hat.

Kann das Spiel was?

Natürlich sollten die Spieler Arschlochkind nicht allzu ernst nehmen. Es macht einfach Spaß, die Kinder der Mitspieler zu guten Menschen zu erziehen, beispielsweise in dem man sie zu veganer Ernährung anhält, zu den Pfadfindern schickt oder Märchenkassetten vorspielt. Der eigene Nachwuchs wird stattdessen mit Whisky ruhig gestellt, vor die Spielkonsole gesetzt oder postet Nacktbilder im Internet. Die Anleitung empfiehlt, die gespielten Karten entsprechend zu kommentieren und auszuschmücken. Dies trägt erheblich zum Spielspaß bei – vor allem, wenn es einen tatsächlichen Bezug zu den Spielern hat. Die Autoren liefern hier ein lockeres, einfach gehaltenes Kartenspiel ab, das weder viel Vorbereitungs- noch Erklärzeit benötigt. Eine Partie ist schnell gespielt und eignet sich recht gut als Absacker eines ernsthaften Spieleabends, oder um die Wartezeit auf die Pizza zu überbrücken.

Aktions- und Abwehrkarten

Aktions- und Abwehrkarten

Die Illustrationen der Kinder sind niedlich anzuschauen, bedienen dabei aber die Klischees ihres jeweiligen Archetypen. Der Umgang mit den Kunststoffkarten ist zu Beginn etwas ungewohnt, vor allem beim Mischen kommt es häufiger vor, das zwei Karten zusammen kleben. Von dieser Kleinigkeit abgesehen, macht das Spielmaterial einen sehr robusten Eindruck. Die Anleitung ist klar strukturiert und verständlich geschrieben. Für eilige Spieler gibt es zudem ein Tutorial-Video.

Kampfhummel haben extra für das Spiel eine Homepage eingerichtet. Hier erhalten neugierige Spieler weitere Informationen.

Wer ein schwarzhumoriges, etwas böses Spiel über die lieben Kleinen sucht, bekommt mit Arschlochkind genau das Richtige!

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