Anno Domini – Kuriositäten

30.11.2018 von Marcus Pohlmann

Anno Domini - Kuriositäten

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Spieleranzahl: 2 bis 8 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Erscheinungsdatum: 22.08.2018

Sprache: Deutsch

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Seit 20 Jahren gibt es die Anno Domini-Serie von Urs Hostettler mittlerweile. Grund genug, für Abacusspiele im Jubiläumsjahr einen neuen Ableger herauszubringen. Normalerweise widmen sich die Spiele einem bestimmten Themenkomplex, auch wenn dieser recht frei interpretiert wird. Mit den Kuriositäten legt der Autor hier allerdings eine Sammlung von historischen Merkwürdigkeiten vor, die aus allen möglichen Sparten stammen. Bis zu acht Spieler versuchen diese Ereignisse nun in die richtige chronologische Reihenfolge bringen.

Was steckt drin?

Der Grundaufbau

Der Grundaufbau

In der kleinen Schachtel finden sich 340 Karten. Die (schwarz gedruckte) Vorderseite listet ein Ereignis, beispielsweise „Die Irminsul, der Weltenbaum der Sachsen, die Stütze des Himmels, wird zerstört.“, „Taubenpostbriefmarken“ oder „Die Asche von Kurt Cobain wird aus dem Kleiderschrank seiner Witwe gestohlen.“. Auf der (orangenen) Rückseite findet sich dagegen die genaue Jahreszahl und meist eine weitergehende Erklärung. Zusätzlich ist auf jeder Karte das Symbol der jeweiligen Edition aufgedruckt – in diesem Fall ein Zwerg. Die doppelseitige Anleitung erklärt die Spielregeln und gibt Informationen zum Spiel sowie der Idee dahinter.

Wie wird’s gespielt?

Alles ganz einfach, oder?

Alles ganz einfach, oder?

Jeder Spieler bekommt neun Karten ausgeteilt, wobei niemand dabei die Rückseite der Karte lesen darf. Wenn die Spieler ihre Karten haben, wird die oberste Karte des Nachziehstapels in die Tischmitte gelegt. Diese gibt nun den „Nullpunkt“ vor, um den sich die anderen Ereignisse gruppieren.
Ist der erste Spieler am Zug, so wählt er eine seiner Karten aus. Er entscheidet, ob das dort beschriebene Ereignis zeitlich vor oder nach dem Ereignis auf der bereits ausliegenden Karte eingeordnet wird. Entsprechend legt er seine Karte ober- oder unterhalb. Die nachfolgenden Spieler haben nun zwei Möglichkeiten: Entweder sie legen eine ihrer eigenen Karten in die Reihenfolge. Oder sie zweifeln die korrekte Zuordnung der chronologischen Ereignisse an. In diesem Fall werden alle bereits ausliegenden Karten umgedreht und die Jahreszahlen überprüft. Ist die Reihenfolge richtig, muss der anzweifelnde Spieler vier Karten vom Stapel ziehen. Liegen die Ereignisse jedoch nicht in der korrekten Abfolge, muss der vorangegangene Spieler zwei Karten ziehen.
Die ausgelegten Karten wandern auf den Ablagestapel; in die Mitte kommt eine neue Karte vom Nachziehstapel. Nun ist es am Zweifler (wenn er richtig lag) oder am nachfolgenden Spieler ein neues Ereignis abzulegen. Gelingt es einem Spieler, seine letzte Karte abzulegen, gewinnt er die Partie.

Kann das Spiel was?

Das Spielprinzip ist ebenso simpel wie effektiv – die Erklärung der Regeln nimmt praktisch keine Zeit in Anspruch. Auch die restlichen Vorbereitungen sind rasch abgeschlossen, so dass sich die Spieler voll auf die Ereignisse konzentrieren können. Mir gefällt dabei die Kombination von Bluff und obskurem Wissen, die bei Anno Domini – Kuriositäten nötig ist, sehr gut. Häufig geben die Karten zumindest einen groben Hinweis auf ihren zeitlichen Rahmen; ein wenig Allgemeinbildung ist ebenfalls hilfreich. Letzten Endes ist es jedoch wichtig, beim Kartenablegen möglichst überzeugend zu wirken – so dass den Mitspielern keinerlei Zweifel an der Richtigkeit der eigenen Zuordnung kommen. Bei der Auswahl der Ereignisse hat der Autor mit seinem Team einen Streifzug durch alle möglichen Themengebiete unternommen: Biologie, Archäologie und Politik sind ebenso vertreten wie Kunst, Kultur oder Technik. Dazu kommen noch einige wirklich obskure Ereignisse, von denen wahrscheinlich noch nie jemand etwas gehört hat. Der Autor empfiehlt die Kombination verschiedener Anno Domini-Sets, für eine größere Themenbandbreite – wobei ich diese Meinung nicht teile. Normalerweise ist eine Partie schnell und flüssig, jedoch kann es grade bei vielen Spielern zu einigen Längen kommen. Wir haben in unserer Spielerunde zu fünft oder sechst recht gute Erfahrungen gemacht.

Da hat sich ein Fehler eingeschlichen

Da hat sich ein Fehler eingeschlichen

Die Aufmachung der kleinen Karten präsentiert sich sehr spartanisch: einige Zeilen Text, ein kleines Symbol und die Nummer der Karte. Mehr braucht es allerdings auch nicht, da das Spiel nicht auf optische Reize setzt, sondern die Ereignisse in den Vordergrund stellt. Die Regeln sind verständlich und gut strukturiert geschrieben, so dass die Spieler direkt loslegen können.
Mehr Informationen zu diesem Spiel und zu den anderen Teilen der Serie gibt es auf der Homepage von Abacusspiele – ebenso wie die Regeln als Download.

Bei Anno Domini – Kuriositäten haben die Spieler endlich die Gelegenheit ihr, zumeist nutzloses, Nischenwissen sinnvoll zu nutzen und damit dieses Bluffspiel für sich zu entscheiden.

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