Anansi

22.01.2021 von Marcus Pohlmann

Anansi

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Spieleranzahl: 3 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 22.10.2020

Sprache: Deutsch

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Ähnlich wie bei Coyote, so greifen HeidelBÄR Games bei diesem Kartenspiel auf einen mythologischen Hintergrund zurück. Auch hier steht ein Trickster im Mittelpunkt: die westafrikanische Gottheit Anansi – häufig in Form einer Spinne dargestellt. Der kurze Fluff dreht sich um das Erzählen von Geschichten und die Beeinflussung von Zuhörern. Im Kern handelt es sich hier um ein Stich-Kartenspiel für bis zu fünf Teilnehmer.

Was steckt drin?

Die Schachtel beherbergt eine ganze Reihe von Karten, die sich in unterschiedliche Kategorien aufteilen. Die drei Trumpfkarten zeigen eine Hornisse, eine Schlange und einen Leopard. Auch auf den 42 Story-Karten sind diese drei Tiere zu sehen. Jede ist von „1“ bis „14“ durchnummeriert und einige verfügen zudem über Kopf-Symbole. 36 Zuhörer-Karten zeigen auf der einen Seite und (uninspiriertes) schwarz-weiß Bild. Die andere (inspirierte) ist deutlich farbenfroher. Schließlich gibt es noch die 15 Bonuskarten mit jeweils fünfmal den Werten „2“, „4“ und „7“. Die doppelseitige Anleitung hat außer den Regeln noch einen QR-Code parat. Unter diesem findet man verschiedene Spielvarianten, beispielsweise für zwei Spieler.

Wie wird’s gespielt?

Die Zuhörer werden mit der uninspirierten Seite auf die Spielfläche gelegt, daneben kommen die drei Stapel mit den Tricksterbonus-Karten, getrennt nach Wert. Wiederum darunter platzieren die Spieler die drei Trumpfkarten nebeneinander. Schließlich werden die Story-Karten gemischt und griffbereit gelegt. Damit sind die Spielvorbereitungen abgeschlossen und die erste der drei Runden kann starten.

Bereit für drei Geschichtenerzähler

Bereit für drei Geschichtenerzähler

Zu Beginn kommen zwei aufgedeckte Story-Karten unter die entsprechende Trumpffarbe. Diesen bilden nun die Auslage. Abhängig von der Zahl der Mitspieler zieht nun jeder Spieler zwischen acht und zehn Story-Karten auf die Hand. Der Startspieler legt eine seiner Handkarten offen in die Tischmitte und eröffnet damit den Stich. Die Mitspieler spielen ebenfalls eine Karte in den Stich – dabei müssen sie die angespielte Farbe bedienen. Ist dies nicht möglich, können sie einen Trumpf ausspielen. Möchte der Spieler dies nicht, kann er stattdessen eine Karte quer vor sich ablegen. In diesem Fall nimmt er sich die aufgedruckte Anzahl Zuhörer und legt sie vor sich ab. War jeder einmal an der Reihe, endet der Durchgang und der Stich wird ausgewertet. Der Spieler mit der höchsten Karte gewinnt und legt den Stich als Storystapel vor sich ab. Liegt vor ihm zudem eine Zuhörer-Karte, ordnet er sie dem Stapel zu und dreht sie auf die inspirierte Seite.

Die Trumpfschlange frisst die Hornissen

Die Trumpfschlange frisst die Hornissen

Haben alle sämtliche Handkarten ausgespielt, endet die aktuelle Runde. Ist es gelungen, alle Zuhörer zu inspirieren – hat der Spieler also die entsprechende Anzahl Stiche gemacht – erhält er außerdem eine Bonuskarte. Diese bringt bei Spielende zusätzliche Punkte.
Dann beginnt der Ablauf von Neuem. Insgesamt werden so drei Runden gespielt. Um den Sieger zu ermitteln, zählen sie die Anzahl ihrer inspirierten Zuhörer und addieren etwaige Bonuskarten. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt.

Auf der Homepage liefern Heidelbär Games noch drei weitere Spielvarianten. Dabei stehen, auf Grund der aktuellen Situation und des akuten Spielermangels, die Solo- und Variante zu zweit im Vordergrund. Hier wird der Spielablauf etwas modifiziert – beispielsweise erhält jeder Spieler 14 Handkarten pro Runde und ist zwei Mal in einem Durchgang an der Reihe.

Kann das Spiel was?

Leider konnte ich nur wenige Runden Anansi zu dritt spielen. Diese waren allerdings recht spannend und durchaus taktisch. Alleine die gewonnenen Stiche bringen keine Punkte – es ist auch wichtig, die passende Anzahl Zuhörer-Karten zu haben. So muss der Spieler immer abwägen und auch die Trümpfe und das Vorgehen seiner Mitspieler beachten. Wie bei den meisten Stichspielen hilft es, die Karten mitzuzählen. Außerdem lohnt es sich, auf die Bonuspunkte hinzuarbeiten, da diese in der Regel die Wertung entscheiden. Die Varianten für zwei und einen Spieler funktionieren ebenfalls sehr gut, sind sogar noch ein wenig taktisch geprägter. Durch die zwei Komponenten, die es für einen Punktgewinn braucht und durch die Art wie Trümpfe wechseln, erhält das Spiel einen gewissen Tiefgang. Die Dauer ist, für ein Stichspiel, mit einer guten halben Stunde noch im Rahmen, zumal das Spiel selbst keinen „Längen“ aufweist.

Schickes, ungewöhnliches Design

Schickes, ungewöhnliches Design

Die Gestaltung setzt auf grelle, moderne Neon-Elemente, was im starken Kontrast zur mythologischen Hintergrundgeschichte steht. Dabei wirkt das Design aufgeräumt und übersichtlich, ohne langweilig zu sein. Der metallische Druck, den HeidelBÄR Games schon bei anderen Spielen eingesetzt haben, und die Farbwahl sorgen für ein, auch optisch, sehr ansprechendes Produkt. Die Regeln sind verständlich geschrieben, wobei das Video eigentlich bereits alles Notwendige erklärt.

HeidelBÄR Games liefern auf ihrer Homepage umfangreiche Informationen zum Spiel und seiner Entstehung. Beispielsweise findet sich ein Interview mit den Autoren, ein Entwicklertagebuch sowie ein Tutorial-Video auf der Seite. Die eigentlichen Regeln stehen dort als Download bereit, zusammen mit den Regelvarianten für einen oder zwei Spieler.

Anansi setzt die Reihe der optisch und spielerisch sehr reizvollen Stichspiele des Verlages nahtlos fort.

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