Abgrundtief – Namenloses Grauen

14.12.2025 von Marcus Pohlmann

Abgrundtief - Namenloses Grauen

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Spieleranzahl: 3 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: ca. 120 bis 240 Minuten

Erscheinungsdatum: 30.01.2025

Sprache: Deutsch

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Seit seinem Erscheinen kommt Abgrundtief regelmäßig bei den heimischen Spielrunden zum Einsatz. Sowohl Thema wie auch Ausführung haben schnell dafür gesorgt, dass sich die Schifffahrt über den Atlantik zu einem meiner Favoriten entwickelt hat. Wie bei Spielen aus den Arkham Horror Files üblich, haben Fantasy Flight Games natürlich auch an Erweiterungen gedacht. Veröffentlicht wird Abgrundtief – Namenloses Grauen für den hiesigen Markt von Asmodee.

Was steckt drin?

Die Box beinhaltet eine ganze Reihe von zusätzlichen Komponenten. In erster Linie sind dies Karten, um die bereits vorhandenen Decks zu ergänzen. So gibt es beispielsweise zehn neue Etappenziele für die Reise, elf Gegenstände und über 70 Mythoskarten. Acht frische Charaktere wagen die Überfahrt auf der Atlantica, so eine Fischerin, ein Schnüffler oder die Antiquarin. Hier umfasst die Ausstattung den eigentlichen Charakterbogen, mit Werten, Fähigkeiten und Hintergrundgeschichte, je eine Talentkarte und einen Papp-Aufsteller. Neue Übersichtsbögen ersetzen diejenigen aus dem ursprünglichen Spiel, ebenso wie die Karten für Kapitän und Buchwächter.

Die Erweiterung

Die Erweiterung

Außerdem bringt die Erweiterung gleich mehrere neue Mechaniken mit sich, die Material benötigen. Der augenfälligste Punkt ist der „Horror“. Dieser umfasst drei Kunststoff-Miniaturen (Schoggothe, Geist eines Ertrunkenen, greifendes Tentakel), ein eigenes Kartendeck mit vier Karten und einen Marker. Optional können die Spieler vor Beginn der Partie die 15 Prologkarten nutzen. Diese verändern den Spielaufbau, können den Charakteren helfen oder diese behindern. Die Gunstkarten ergänzen die Fertigkeitskarten, dienen aber als eine Art Joker. Schließlich gibt es insgesamt 12 Verbündetenkarten. Dabei handelt es sich um Passagiere, die die Spieler bei ihrer Reise unterstützen. Für die neuen Karten sind zwei Ablagemarker für das Spielfeld enthalten. Die Anleitung umfasst 12 Seiten.

Wie wird’s gespielt?

Vor Spielbeginn müssen die Spieler entscheiden, ob sie die Prologkarten nutzen. Diese modifizieren den Aufbau und die Startbedingungen ein wenig. So gibt es beispielsweise zusätzliche Resourcen, das Schiff ist von Anfang an beschädigt oder Tiefe Wesen haben sich an Bord geschlichen. Damit lässt sich der Schwierigkeitsgrad etwas anpassen, je nachdem, ob die Spieler mehr Tag-, Zwielicht- oder Nacht-Karten nutzen.

Schreckliche Monster

Schreckliche Monster

Bei der Charakterauswahl stehen nun acht weitere Personen zur Auswahl. Jede davon wiederum mit ihren eigenen Regeln und Hintergrund. So kann beispielsweise der Schnüffler Minus-Karten aus einer Probe auf die Hand nehmen, die Matrosin eine zusätzliche Bewegung auf Deck nutzen oder die Köchin mehr Karten ziehen.

Der restliche Aufbau folgt in weiten Teilen dem Grundspiel. Einige wenige Komponenten werden ersetzt, so die Übersichtsbögen. Die Stapel der neuen Karten und die Horror-Kreaturen werden außerdem auf dem Spielbrett platziert. Der Chaos-Stapel erhält neben den üblichen zwei Verratskarten nun noch zwei zusätzliche Gunstkarten.

Auch der Ablauf ändert sich nicht im Wesentlichen. Horror-Monster kommen nach ähnlichen Regeln ins Spiel wie Tiefe Wesen. Der Schoggothe greift zumeist Charaktere und Passagieren an, beschädigt das Schiff oder sorgt dafür, dass Gegenstandskarten aus dem Deck entfernt werden. Der Geist beschädigt Innenfelder und zwingt die Spieler, Zauberkarten abzulegen. Das Tentakel belegt ein Wasser- und ein Deckfeld. Dort greift es Menschen an und zerrt diese ins Wasser – wo die Spieler sie retten müssen. Die Monster können lediglich zurückgedrängt werden. Nur mit einem Ritual können die Spieler sie besiegen.

Tapfere Investigatoren

Tapfere Investigatoren

Die Verbündeten liefern dagegen nützlichen Unterstützung (für einen Preis). Um die Fähigkeit einer Person zu nutzen, müssen diese und die Figur des Spielers auf dem gleichen Feld stehen. Nun zahlt er die Kosten (in Fertigkeitskarten) und führt den angegebenen Effekt aus. So entscheidet ein Würfelwurf beim Glücksspieler, ob der Charakter Gegenständer erhält oder verliert, der Schläger attackiert Monster und Verräter oder die Stewardess unterstützt bei der eigenen Bewegung.
Gunstkarten werden nur unter besonderen Umständen gezogen. Diese können wie Fertigkeitskarten eingesetzt werden, um Proben zu bestehen. Hier zählen sie als beliebiges Symbol. Außerdem verfügen manche Karten über eigene Aktionen, bringen Verbündete ins Spiel oder neutralisieren negative Effekte.
Schließlich werden die Karten für die „charakterspezifischen“ Krisen separat gehalten und stattdessen der Kartentyp „Persönliche Krise“ in das Deck gemischt. Erst wenn ein Spieler eine davon zieht, handelt er seine ganz eigene Krise ab.

An den Sieg- und Niederlagebedingungen bei Spielende ändert sich nichts.

Gehört die Erweiterung ins Regal?

Das Original kommt in meiner regelmäßigen Spielrunde recht häufig auf den Tisch. Daher war ich auf Abgrundtief – Namenloses Grauen besonders gespannt. Und tatsächlich hat die Erweiterung die (zugegeben hohen) Erwartungen nicht enttäuscht. Die Auswahl an mehr Charakteren und Karten ist natürlich ausgesprochen willkommen. Aber für mich sind es vor allem die neuen Mechaniken, die es so gut machen. Die Verbündeten bieten eine spürbare Unterstützung, während sich der knackige Schwierigkeitsgrad mit den Prologkarten in die eine oder andere Richtung verschieben lässt. Die neuen Horror-Monster fügen sich schließlich sehr stimmig ein und sorgen dafür, dass die Spieler noch mehr ins Schwitzen kommen. Den Autoren ist es mit dieser Erweiterung gelungen, Komponenten und Mechaniken zu integrieren, ohne dabei den Ablauf oder die Komplexität unnötig aufzublähen. Die Auswirkungen auf den Schwierigkeitsgrad und die Balance sehe ich sogar eher als positiv. Und auch die besondere Atmosphäre der Arkham Horror Files bleibt erhalten.

Verschiedene Kartentypen

Verschiedene Kartentypen

Die Aufmachung des Spielmaterials fügt sich nahtlos in die des Grundspiels ein. Hier haben die beteiligten Illustratoren ganze Arbeit geleistet. Über die Qualität lässt sich ohnehin nichts Negatives sagen. Hier macht sich die große Erfahrung von Fantasy Flight Games bemerkbar. Die Anleitung geht sehr ausführlich auf die neuen Komponenten und ihre Integration in den Spielablauf ein. Außerdem enthält sie noch einige Erklärungen zu Sonderfällen und eine Kurzübersicht.

Asmodee stellen auf ihrer Homepage Informationen zu dieser Erweiterung und natürlich zum Grundspiel bereit. Wer noch mehr Cthulhu-Mythos auf den heimischen Spieltisch holen möchte, wird HIER fündig.

Für Besitzer des Originals ist Abgrundtief – Namenloses Grauen schlicht ein Pflichtkauf – anders kann ich es eigentlich nicht sagen.

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