A Song of Ice & Fire

16.05.2019 von Marcus Pohlmann

A Song of Ice & Fire

Kategorie:

Autor: , , ,

Zeichner: , , , , ,

Entwickler: ,

Verlag / Publisher:

Genre: ,

Serie:

Spieleranzahl: 2 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 25.10.2018

Sprache: Deutsch

Bei Amazon bestellen

Wer die letzte Dekade nicht auf einer einsamen abgelegenen Insel verbracht hat, kam an Game of Thrones nicht vorbei. Die Romane (und noch viel mehr die acht Serienstaffeln) haben in vielerlei Hinsicht Maßstäbe gesetzt. Da ist es nicht verwunderlich, dass dieser opulente Hintergrund für das eine oder andere Spiel herhalten darf. Eric M. Lang, Chef-Spieledesigner von Cool Mini Or Not hat nun, gemeinsam mit Michael Shinall, den Kampf um den Eisernen Thron als Tabletop umgesetzt. Mit A Song of Ice & Fire legen Asmodee eine Einsteigerbox vor, mit der zwei Spieler die Fürstenhäuser Lennister und Stark aufs Schlachtfeld führen können.

Was steckt drin?

Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf den über 100 Figuren in der Schachtel. Das Königreich im Norden schickt 13 Berserker des Hauses Umber, 4 Vorreiter, und 26 Geschworene Schwerter in die Schlacht. Angeführt werden diese von Großjohn Umber und Robb Stark. Weitere Charaktere sind der Wolf Grauwind, Catelyn und Sansa Stark. Diesen stehen 13 Hellebardiere und 26 Gardisten, sowie 12 Gefolgsmänner des „Berges“ gegenüber. Mit dem „Berg“ ist natürlich Ser Clegane gemeint, eines der vier Charaktermodelle des Hauses Lennister. Jaime Lennister als Oberbefehlshaber ist ebenso dabei, wie seine Geschwister Cersei und Tyrion.

Opulente Ausstattung

Die Figuren sind einteilig, aus Kunststoff und im gängigen 32 mm-Maßstab gehalten. Alle Einheiten und Charaktermodelle verfügen über eine entsprechende Karte, auf denen Spielwerte, Rekrutierungskosten und ein kurzer Hintergrundtext aufgedruckt sind. Die Werte umfassen die Bewegungsreichweite, die Anzahl der Angriffswürfel und den Kampfwert, außerdem die Moral, Befehle und den Verteidigungswert. Hinzu kommen besondere Fähigkeiten, die im Spielverlauf zum Einsatz kommen. Außerdem liegen zusätzliche Bewegungstableaus bei, auf denen die Figuren über das Spielfeld gerückt werden.

Mehrere Pappschablonen dienen als Geländeteile, beispielsweise Sumpflöcher, Burgmauern oder Leichenhaufen. Marker für unterschiedliche Spieleffekte sowie Siegpunkte, Aktivierungen oder Verwundungen sind auf drei Stanzrahmen verteilt. Neben den Einheitenkarten liegen noch Karten für Missionen, Spielziele, Belagerungen und Taktiken bei. Auch Übersichtskarten und eine Taktiktafel sind vorhanden. Zwei Maßstäbe (in Zoll), 11 sechsseitige Würfel und das 32-seitige Regelheft vervollständigen das Spielmaterial.

Wie wird’s gespielt?

Wie in den meisten Tabletops müssen sich die Spieler auf eine Spielgröße einigen und ihre Truppen nach entsprechender Punktzahl zusammen stellen. Mit den Figuren dieser Box kommen beide Spieler auf ca. 30 Punkte pro Seite. Zur Auswahl stehen verschiedenen Spielmodi, beispielsweise eine offene Feldschlacht, die Erfüllung geheimer Missionen oder die Eroberung von Missionszielen. Entsprechend der Szenarienbeschreibung wird das Spielfeld (120 x 120 cm oder 120 x 180 cm) aufgebaut, sowie Marker und Figuren platziert. Jeder Spieler kann auf ein eigenes Deck mit Taktikkarten zurückgreifen.

Anatomie einer Einheitenkarte

Diese erlauben besondere Kampfmanöver, schwächen den Gegner oder verleihen einer Einheit außergewöhnliche Fähigkeiten. Auch der jeweilige Anführer der Armee steuert einige Karten bei. Schließlich wird noch die Taktiktafel bereit gelegt. Auf dieser führen die „zivilen“ Figuren ihre Aktionen aus.
Sind diese Vorbereitungen abgeschlossen, kann die eigentliche Schlacht beginnen. Eine Runde teilt sich dabei in zwei unterschiedliche Phasen auf. In der Aktivierungsphase führt ein Spieler mit einer seiner Einheiten eine Aktion aus. Kampfeinheiten können sich bewegen oder gegnerische Modelle attackieren. Dazu nimmt der Spieler eine Anzahl Würfel, die Zahl ist dabei von der Einheitengröße abhängig, und wirft diese.

Jedes Ergebnis gleich oder höher dem Angriffswert zählt als Treffer. Nun darf der Angegriffene sich mit ebenso vielen Würfel verteidigen. Dabei muss er gleich oder höher seinem Rüstungswert würfeln um einen Treffer zu negieren. Jeder nicht auf diese Weise verhinderte Treffer verursacht eine Wunde. Hat ein Modell seine letzte Wunde verloren, wird es aus dem Spiel entfernt. Fähigkeiten und Taktikkarten können dabei diese beiden Würfe weiter modifizieren. Aktiviert ein Spieler dagegen eine zivile Einheit, setzt er diese auf die Taktiktafel.

Die sympathische Familie Lennister…

Damit löst er einen von fünf Effekten aus. Beispielsweise erhält eine eigene Kampfeinheit einen freien Angriff oder eine gegnerische Einheit muss eine Moralprobe ablegen. Außerdem aktiviert der Spieler damit die besondere Fähigkeit der Figur. So zieht Tyrion beispielsweise eine zusätzliche Taktikkarte oder Sansa Stark kann eine bereits abgelegte Karte nutzen. Beide Spieler können durch ausgespielte Karten in dieser Phase Einfluss zu nehmen. Anschließend aktiviert der nächste Spieler eine Einheit. Wurden die Aktionen aller Einheiten abgehandelt, folgt die Aufräumphase. Hier greifen anhaltende Spieleffekte, Siegpunkte werden, abhängig vom Szenario, verteilt und die Kartenhand wird aufgefrischt.
Gespielt wird so lange, bis es ein Spieler keine Einheiten mehr auf dem Schlachtfeld hat, ein Spieler die Vorgaben des Szenarios erfüllt oder die sechste Runde beendet ist. In diesem Fall gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Kann das Spiel was?

Das Grundprinzip von A Song of Ice & Fire unterscheidet sich kaum von anderen Tabletop-Spielen: Truppenblöcke prallen aufeinander, Würfel geworfen und Siegpunkte angehäuft. Allerdings ist es den beiden Autoren hier gelungen, ein sehr elegantes, einfaches Regelwerk mit niedriger Einstiegshürde zu entwerfen. Dadurch eignet es sich sehr gut für absolute Neulinge. Die meisten Informationen stehen auf den Karten, ansonsten gibt es wenig zu beachten. Für erfahrene Tabletop-Spieler bringen dagegen die unterschiedlichen Taktikkarten und der Einsatz der zivilen Figuren Tiefe und Flexibilität ins Spiel. Die Abhängigkeit von Würfelwürfen ist zwar gegeben, der Einsatz von Karten und Fähigkeiten gleicht dies aber etwas aus. Mit dem Material in der Box (vier Einheiten pro Fraktion) lassen sich einige durchaus abwechslungsreiche Schlachten schlagen. Doch natürlich ist auch dieses Tabletop auf Erweiterungen ausgelegt. Separat erhältliche Truppen- und Charakterpacks stocken sowohl die Miniaturenauswahl als auch die Bandbreite an taktischen Möglichkeiten auf.

…und ihr Pendant aus dem hohen Norden!

Beim Artwork bedienen sich Asmodee häufig aus dem reichhaltigen Fundus der restlichen Spielreihe, vor allem beim dazugehörigen Kartenspiel. Trotzdem (oder grade deswegen) sieht das Material sehr gut aus. Auch die restliche grafische Aufmachung macht einen sehr stimmigen Eindruck.

Das gelungene Design der Miniaturen stammt von Dark Sword Miniatures. Die Firma liefert schon seit vielen Jahren Zinnfiguren nach den Vorlagen von G. R. R. Martin, die sich vornehmlich an Sammler und Miniaturenmaler richten. Beim Kunststoff-Guss sind zwar einige Konturen etwas weicher geraten, aber die Qualität ist durchgängig hoch. Mit etwas Feinarbeit lassen sich auch die dezenten Gussgrate entfernen. Durch das recht harte Plastik ist anschließend eine Bemalung problemlos möglich. Um es Anfängern etwas leichter zu machen, müssen die Figuren vor dem Spiel außerdem nicht zusammengebaut werden.
Ein Überblick über das Grundspiel und das restliche Spielmaterial findet sich auf der Seite von Asmodee. Auch die Regeln und erratierte Karten hat der Verlag hier bereitgestellt.

A Song of Ice & Fire ermöglicht einen hervorragenden Einstieg in die weite Welt der Tabletops – und ist durch seine Mechanismen auch für erfahrene Spieler recht interessant.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.