8Bit Box

24.05.2019 von Marcus Pohlmann

8Bit Box

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Spieleranzahl: 3 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: variabel

Erscheinungsdatum: 17.12.2018

Sprache: Deutsch

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Mit 8Bit Box gehen Iello einen etwas ungewöhnlichen Weg. Im Prinzip handelt es sich hier lediglich um eine Grundausstattung an Spielmaterial. Diese ermöglicht es, verschiedenste „Module“ – eigenständige Brettspiele – zu spielen. Diese Spiele unterscheiden sich stark in Ablauf, Regelkonstrukt und Inhalt. Allen gemein ist jedoch, dass sie auf Materialien aus der Box zurückgreifen und von klassischen Konsolenspielen der 1980er Jahre inspiriert sind.

Was steckt drin?

In der relativ großen Box stecken drei kleine Schachteln mit Spielen, sowie dem eigentlichen Spielmaterial. Hier fallen vor allem die sechs Steuergeräte auf, die Controllern von Konsolenspielen nachempfunden sind. Auf diesen finden sich drei Skalen, die je nach Anforderungen des Spiels eingestellt werden können. Die erste Skala dient dazu, eine von acht Richtungen einzustellen, auf der zweiten können Zahlen von „0“ bis „9“ gewählt werden. Die letzte Skala verfügt über die Buchstaben A, B, C und D in vier unterschiedlichen Farben. 12 große und 42 kleine weiße Quader aus Kunststoff werden für unterschiedliche Zwecke eingesetzt, ebenso wie die 18 farbigen Quader in sechs unterschiedlichen Farben. Fünf sechsseitige Würfel gehören ebenfalls zum Spielmaterial. Auf den Seiten sind verschiedene Zahlen und Symbole zu sehen, beispielsweise Xse, Kreise oder auch Leerseiten. Die vierseitige Anleitung liefert einen Überblick über den Inhalt der Schachtel und dessen Verwendung.

Die Grundausstattung

Die drei Spielmodule enthalten jeweils ihr eigenes Spielmaterial. „Pixoid“ liefert vier doppelseitig bedruckte Bodenpläne, die zu einem großen Quadrat zusammen gelegt werden. Hinzu kommen eine umlaufende Punkteleiste, vier Marker für die Spieler und die Anleitung. Deutlich mehr Material befindet sich in der Schachtel zum Rennspiel „Outspeed“. Sechs Papp-Raumschiffe zum Zusammenstecken und drei doppelseitige Renntableaus bilden die Grundlage. Hinzu kommen zwölf Strecken- und vier Zielkarten, sowie 32 Bonus- und 7 Kraftfeldplättchen. Die 16-seitige Anleitung komplettiert das Material. Mit 16 verschiedenen Wettbewerbstafeln kann das Sportspiel „Stadium“ aufwarten. Die eine Seite der Tafel zeigt einen der verschiedenen Wettbewerbe, beispielsweise Taekwondo, Gewichtheben oder Golf, die Rückseite einen Rennparcours. Außerdem sind noch Medaillenübersichten für beide Teams, sechs Athletentafeln für die Spieler und zwei Marker in der Schachtel. Die eigentlichen Spielregeln und die detaillierte Beschreibung der Wettbewerbe gehören ebenfalls dazu.

Wie wird’s gespielt?

Bei „Pixoid“ jagen drei Spieler einen vierten mit ihren Spielsteinen durch ein vorher ausgelegtes Labyrinth. Dazu werden die vier Spielplanteile beliebig aneinandergelegt, ein Spieler übernimmt den Pixoid, die andere die Bugs. Auf die markierten Felder des Spielplans werden neutrale, weiße Quader gelegt. Zwölf weitere Quader dienen als Runden- und Punktmarkierungen. Die Spieler legen jeweils einen Quader ihrer Farbe auf die Wertungsleiste und setzen einen in das Labyrinth.

Die Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen…

Alle Spieler stellen gleichzeitig auf ihrem Steuergerät Richtung und Reichweite ein. Daran schließt sich die Bewegungsphase an, bei der zuerst der Pixoid-Spieler seine Figur entsprechend bewegt. Zieht er dabei über einen der weißen Quader, so gibt dieser in der Abrechnung einen Bonuspunkt. Anschließend sind die Spieler der Bugs an der Reihe. Der Pixoid erhält einen der zwölf Quader und eine neue Runde beginnt.
Der Durchgang endet, wenn sich ein Bug auf oder über den Pixoid bewegt oder alle zwölf Quader aufgebraucht sind. Der Pixoid erhält für jeden Quader in seinem Besitz einen Punkt, die Bugs erhalten Punkte entsprechend der übrig gebliebenen Quader.
Anschließend wechselt der Spieler des Pixoid und ein neuer Durchgang beginnt. Das Spiel endet, wenn jeder einmal als Pixoid an der Reihe war. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Bis zu sechs Spieler können sich bei „Outspeed“ ein futuristisches Rennen liefern. Vor Spielbeginn erhält jeder Spieler ein Raumschiff, das Steuergerät und zwölf weiße Quader als Benzinvorrat. Zwei der drei Renntableaus, jedes in sieben Zonen unterteilt, werden aneinandergelegt. Die zwölf Streckenkarten werden gemischt und bereitgelegt, ganz nach unten kommt ein zufälliges Zielkärtchen.

Die Motoren glühen schon

Eine Partie geht über 13 Runden, die sich wiederum in vier Phasen aufteilen. In der ersten Phase können die Spieler Bonuskarten ausspielen. Diese liefern ihnen beispielsweise mehr Treibstoff oder behindern die Mitspieler. In der Programmierungsphase wählen die Spieler verdeckt auf ihrem Spielgerät eine von drei möglichen Bewegungsrichtungen aus. Die Streckenkarte gibt dabei die Richtung vor, aber auch Bedingungen, Kosten (in Benzin) und entsprechende Vorteile. Die Spieler ziehen ihre Raumschiffe in der dritten Phase entsprechend. Schließlich wird am Ende der Runde eine neue Streckenkarte aufgedeckt.
Gespielt wird so lange, bis die die Zielkarte aufgedeckt wird. Der Spieler, dessen Figur am weitesten vorne steht, gewinnt. Raumschiffe, die kein Benzin mehr haben, scheiden aus. Sollte nur noch ein Spieler im Rennen sein, gewinnt dieser.

Für „Stadium“ müssen sich die Spieler in zwei gleich große Teams aufteilen, daher ist es nur mit vier oder sechs Teilnehmern spielbar. Zur Spielvorbereitung werden zufällig zehn der insgesamt 16 Wettbewerbe ausgelegt. An die Enden kommen die Medaillenübersichten beider Teams, außerdem erhält jeder Spieler eine Athletentafel und legt einen Quader seiner Farbe auf das Energiefeld mit dem Wert 25.

Die Teams sind in Position

Nun werden die Wettbewerbe einer nach dem anderen durchgespielt – jeder davon mit seinen eigenen Regeln. So setzen beispielsweise die Spieler beim Rugby einen gewissen Energiewert ein. Alle Werte des Teams werden addiert und das Team mit dem höheren Wert erhält den Punkt (oder in diesem Fall die Medaille). Beim Bogenschießen würfeln alle Spieler nacheinander. Die drei Spieler mit dem höchsten Wert erhalten am Ende der Runde Punkte. Würfe können dabei gegen den Einsatz von Energie wiederholt werden. Um im Springreiten zu bestehen, müssen die Spieler die vorgegebene Schwierigkeit der jeweiligen Hürde mit einem Würfelwurf erreichen. Energie kann dabei dazu eingesetzt werden, das Ergebnis zu erhöhen.
Für jede errungene Medaille gibt es Siegpunkte, das Team, das am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.

Kann das Spiel was?

Die Idee hinter 8Bit Box ist originell, schwimmt aber gleichzeitig auf der Retro- und Nostalgiewelle. Die Umsetzung der Konsolen-Originale ist sehr ordentlich gelungen, vor allem „Pixoid“ sticht dabei hervor. Optik und Spielabläufe dürften wohl wirklich jedem bekannt sein – was dem Spiel einen besonderen Charme verleiht. Eine Partie geht erstaunlich schnell, jeder darf sich durch das Labyrinth jagen lassen und die Punkte sind hart umkämpft. Die Nutzung der Steuergeräte ist einfach und für dieses Spiel perfekt. „Outspeed“ ist dagegen schon etwas komplexer und strategischer. Im Prinzip hat jeder Spieler nur eine Entscheidung pro Runde zu treffen, diese bestimmt jedoch sowohl Rennverlauf als auch Spieltaktik. Trotz der relativ langen Spieldauer laufen die einzelnen Runden doch sehr flüssig ab.

Ein Wettkampf im Detail

Mit „Stadium“ liegt schließlich noch ein kooperatives Teamspiel bei. Hier liegt der Fokus eindeutig auf Ressourcenmanagement und Bluff. Die 16 Einzelspiele sind einfach gehalten und folgen einem ähnlichen Schema. Entweder geht es um direkten Einsatz von Energie oder um Würfel, die mittels Energieeinsatz modifiziert werden. Bei einigen Wettbewerben dürfen sich die Spieler absprechen, bei anderen dagegen nicht. Dies erschwert die Handlungsoptionen deutlich, erhöht jedoch den Risikofaktor.

Alle drei Spiele machen Spaß und sollten zumindest bei der älteren Spielergeneration entsprechende Erinnerungen wecken. Aber auch ohne den Nostalgiefaktor sorgen die Spiele für einige unterhaltsame Runden. Die Vorbereitungen nehmen wenig Zeit in Anspruch, häufig agieren die Spieler gleichzeitig und die Regeln sind durchweg unkompliziert.

Schicker Controller

Bei „Pixoid“ entspricht die Grafik weitgehend dem digitalen Vorbild. Die anderen Spiele haben eine deutlich höhere Auflösung, was den Gesamteindruck aber nicht stört. Die Gestaltung wirkt zwar knallbunt und überladen, ist aber tatsächlich durchdacht und schnell zu erfassen. Auch die Regeln sind sehr übersichtlich geschrieben und mit erklärenden Grafiken ergänzt. Das Design der Steuergeräte orientiert sich am realen Vorbild und auch die Nutzung in den verschiedenen Spielen ist durchdacht und stimmig. Der einzige Kritikpunkt, den ich bei den Modulen habe, ist die verwendete Pappe; diese ist schlicht zu dünn und labberig. Die Schablonen und Marker zeigen schon nach wenigen Spielen starke Gebrauchsspuren. Grade da beim restlichen Material so viel Wert auf Qualität und durchdachtes Design gelegt wurde, ist dies besonders ärgerlich.
Ausführliche Informationen zur Box und zu den Modulen gibt es auf der Homepage von Iello. Weitere Spiele auf dieser Plattform sind bereits angekündigt, beispielsweise ein kooperatives Prügelspiel.

8Bit Box bringt drei der frühen Konsolenklassiker in einer Unplugged-Variante auf den heimischen Spieltisch.

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