15 Men

17.04.2020 von Marcus Pohlmann

15 Men

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Spieleranzahl: 2 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: ca. 45 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.02.2020

Sprache: Deutsch

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Entgegen der landläufigen Meinung waren die Piraten des 16. und 17. Jahrhunderts erstaunlich demokratisch organisiert. Wenn also die Mannschaft mit ihrem Kapitän nicht mehr zufrieden war, konnte es durchaus sein, dass dieser abgewählt wurde – manchmal mit unschönen Konsequenzen. In eben jener Situation befinden sich die Spieler bei 15 Men. Der Kapitän und ein treuer Gefolgsmann versuchen die Seeleute auf ihre Seite zu ziehen, während die Meuterer ihrerseits Einfluss ausbauen. Entwickelt hat das Spiel der italienische Verlag Pendragon, Überzeugung und Vertrieb im deutschsprachigen Raum liegen in der Verantwortung von Asmodee.

Was steckt drin?

Im Zentrum des Geschehens liegt der (beinahe runde) Spielplan, Round Robin genannt. Dieser ist in 15 Seiten unterteilt und durchnummeriert und bietet Platz für die Piratenkarten. Auf den Karten, insgesamt gibt es 29, ist auf der Vorderseite das Porträt eines blutrünstigen Seeräubers zu sehen. Darüber hinaus gibt es Informationen zu seiner Nationalität (Engländer, Franzosen und Spanier), der Aufgabe an Bord, beispielsweise Bukanier oder Steuermann und die Siegpunkte, die er am Ende der Partie bringt. Schließlich verfügt jeder Freibeuter über eine besondere Fähigkeit. So kann Anne Bonny die Position von zwei Piraten tauschen, die drei Hawkins-Brüder bringen Extra-Siegpunkte oder Emanuel Wynne ermöglicht es dem Spieler einen Piraten aufzudecken. Auf der Rückseite sind dagegen nur die Nationalität und seine Aufgabe angegeben – diese müssen jedoch nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen.

Die Meuterei bricht los

Die Meuterei bricht los

Die Partien werden auf verschiedenen Schiffen gespielt. Insgesamt stehen sieben Schiffskarten zur Verfügung. Jede davon verfügt über eigene Bedingungen, Regeln und bringt häufig Vorteile für eine bestimmte Nation. Bei Partien mit zwei und fünf Spielern kommen außerdem die Wächterkarten zum Einsatz. Diese bieten dem Kapitän einen gewissen Schutz vor den Meuterern. Für die Spieler gibt es fünf Fraktionskarten, eine für den Kapitän, eine für seinen loyalen Gefolgsmann und drei für die Meuterer. Bis auf den Kapitän bleiben diese Karten während der Partie verdeckt. Schließlich gibt es noch fünf Übersichts- und vier Szenarienkarten. Für jeden Spieler gibt es sieben Dublonen mit unterschiedlichen Werten, sowie eine Kugel. Diese Marker sind aus Holz und in der jeweiligen Spielerfarbe gehalten. Die 16seitige Anleitung vervollständigt das Spielmaterial.

Wie wird’s gespielt?

Der Spielplan kommt in die Tischmitte, die Piratenkarten gemischt und 15 davon verdeckt angelegt. Die restlichen Karten kommen in dieser Partie nicht zum Einsatz. Anschließend wird eine zufällige Schiffskarte gezogen – welche die Regeln ein wenig modifiziert. Dies gilt ebenso für die Szenarien. Jeder Spieler wählt eine Farbe und nimmt sich das entsprechende Spielmaterial – Dublonen und die Kugel. Schließlich erhält jeder noch eine Fraktionskarte. Der Kapitän muss seine Karte aufdecken, die restlichen bleiben verdeckt. Je nach Spieleranzahl greifen verschiedene Sonderregeln, beispielsweise kommen die Wächter zum Einsatz.

Auch untote Piraten gibt es

Auch untote Piraten gibt es

Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, beginnt die erste Phase des Spiels – die Bestechung. Der Spieler links vom Kapitän legt eine seiner Dublonen auf einen Piraten; damit übernimmt er (vorübergehend) die Kontrolle über diesen. Nun darf sich der Spieler die Vorderseite der Piratenkarte anschauen, ebenso eine benachbarte Karte. Beide Karten werden anschließend wieder verdeckt an ihre Position gelegt. Einige Piraten verfügen über Aktionen, die sie diesem Schritt des Spiels einsetzen. So kann beispielsweise Augustin Blanco die Dublonen zweier Piraten tauschen, Diabolito kann sich eine zusätzliche Karte anschauen oder Francis Drake tauscht seine Position im Round Robin mit einem anderen Piraten. Wird eine Aktion genutzt, bleibt die Piratenkarte aufgedeckt – die Aktion kann nicht erneut eingesetzt werden. Hat der Spieler seine Bestechungs-Aktion abgeschlossen, ist der nächste an der Reihe. Dieser kann nun einen anderen Piraten bestechen, oder aber durch ein höheres Gebot die Kontrolle über einen bereits „gekauften“ Freibeuter übernehmen.

Haben alle Spieler ihre letzte Dublone ausgespielt oder abgelegt, beginnt der „Showdown“ – die zweite Phase des Spiels. Dabei nutzt jeder seine Kugel und erschießt mit einem Piraten unter seiner Kontrolle einen benachbarten Freibeuter. Haben alle Spieler geschossen oder gepasst, decken sie die Fraktionskarten auf. Der Kapitän und der loyale Seemann addieren die Siegpunkte der von ihnen kontrollierten Piraten, die Meuterer halten dies ebenso. Dabei greifen etwaige Sonderregeln des Schiffes oder des Szenarios. Die Fraktion mit den meisten Siegpunkten hat schließlich gewonnen.

Kann das Spiel was?

Normalerweise gilt es bei Spielen mit verdeckten Identitäten die Fraktionen zu enttarnen – was meist den Reiz ausmacht. 15 Men geht dabei einen anderen Weg; nur bei vier oder fünf Spielern kommt dieser Spielaspekt überhaupt zum Tragen. Zu zweit oder dritt kämpft jeder für sich alleine um den Einfluss unter den Piraten. Durch die wechselnden Karten, die verschiedenen Schiffe und unterschiedlichen Szenarien gleicht dabei keine Partie der anderen. Durch die zusätzlichen Regelmodifikationen gelingt es den Autoren, mit jeder Spieleranzahl eine sehr gelungene und ausgeglichene Partie zu ermöglichen. Der Ärgerfaktor hält sich in einem überschaubaren Rahmen, eine destruktive Spielweise wird hier dankenswerterweise nicht belohnt.

Szenarien & Leibwächter

Szenarien & Leibwächter

Die Regeln sind verständlich geschrieben und nachvollziehbar aufgebaut. Hinzu kommen bebilderte Beispiele für die verschiedenen Spielsituationen. Gut die Hälfte der Anleitung ist der Zusammenfassung der Karten vorbehalten. Neben einer ausführlichen Erklärung der Sonderaktionen gibt es zudem historische Informationen über die Freibeuter. Auch über die Aufmachung des Spiels gibt es nichts Negatives zu sagen. Die Illustrationen sind stimmig, das Piratenthema wird konsequent durchgehalten und das Spielmaterial ist qualitativ hochwertig. Vor allem die Holzdublonen mit dem goldenen Aufdruck haben es mir angetan.

Wie üblich liefern Asmodee auf ihrer Homepage mehr Informationen zum Spiel. Außerdem gibt es dort auch die Regeln als Download. Wer die englischen Version bevorzugt, findet diese bei Pendragon.

Mit 15 Men bekommen die Spieler ein recht strategisches, variantenreiches Kartenspiel, das mit jeder Spieleranzahl hervorragend funktioniert.

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