Lyronian – Side Scan

11.03.2010 von Marcus Pohlmann

Lyronian - Side Scan

Musiker:

Label: ,

Genre: , , ,

Laufzeit: 66 Minuten

Tracklist:
01 - Matthew The Clown
02 - The Place Above
03 - Life Is A Show
04 - The Sleep Of The Just
05 - Broken Crockery
06 - Neverending Warmth
07 – Inferno
08 - Silvery Light
09 - Your Perception
10 - For All Eternity
11 - Hidden Track

Erscheinungsdatum: 01.10.2009

Sprache: Englisch

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Lyronian nennt sich das Projekt des, zumindest mir bis dahin unbekannten, Österreichers Alex Kern, der mit Side Scan sein Debüt abliefert. Mittlerweile gehört schon eine gehörige Portion Mut und Selbstvertrauen dazu, sich auf solch einen übersättigten Markt, wie den der elektronischen Musik, zu wagen und sich als Neuling gegen die etablierten Platzhirsche zu behaupten.

„Matthew The Clown“, das erste Stück des Albums, nimmt einen sofort gefangen. Spontan fallen einem Vergleiche mit den großen Synthie-Poppern der frühen 90er Jahre ein, ohne jedoch antiquiert zu klingen. In die gleiche Richtung führt auch „The Place Above“. Hier gesellt sich noch ein treibender Beat dazu, der das Lied immer weiter nach vorne bringt und sich, zusammen mit dem Refrain, in Gedächtnis einprägt. Auch gut für die Tanzfläche eignet sich „Life Is A Show“ mit seinem sauber und schnörkellos produzierten Rhythmus und dem eindringlichen Gesang. Bei „The Sleep Of The Just“ drängen sich wieder Vergleiche mit schon längst verschwundenen Bands auf, die heute wahrscheinlich so ähnlich klingen würden, hätten sie die Zeit gehabt sich weiter zu entwickeln. Schon fast als eine Ballade könnte man „Broken Crockery“ bezeichnen, die schön melancholisch daher kommt, aber durch Gitarreneinsatz vor dem Abgleiten in Kitsch gerettet wird. Auch eher etwas für den gepflegten Chill-Out ist „Neverending Warmth“, eine entspannte und absolut eingängige Pop-Nummer. Etwas schneller und treibender wird es dagegen bei „Inferno“. Vom gesampelten Intro an nimmt einen das Stück mit und lässt bis zum letzten Ton nicht mehr los. „Silvery Light“ hat schon fast hymnischen Charakter mit seinem mehrstimmigen, alles überragenden Gesang und dem dezent eingesetzten Rhythmus. Dagegen fällt „Your Perception“ ein wenig gegenüber den anderen Titeln ab und bietet nichts wirklich Neues oder Spannendes. Zu neuen Höhen läuft dann „For All Eternity“ auf, das sich mit seinem treibenden, schnellen Beat und dem eingängigen Text wohl auch auf den einschlägigen Tanzflächen etablieren wird. Der namenlose, fast 10minütige Abschlusstrack bietet noch mal alles auf, was dieses Album so besonders macht. Ruhige Passagen mischen sich mit Gitarrenuntermalung, einem beeindruckenden mehrstimmigen Gesang und einigen schnelle Momenten.

Auf Side Scan findet sich in der einen oder anderen Form alles wieder, was in den letzten gut 25 Jahren Einfluss auf die elektronische Musikszene hatte. Ständig hat man den Eindruck, dass man dieses oder jenes Lied schon seit Jahren kennt. Wunderschöne Wavestücke stehen neben perfekten Synthiepop-Songs und auch Tanzbares für den Club findet sich auf der CD. Das große Kunststück von Lyronian liegt darin, die verschiedenen Lieder trotz der offensichtlichen Anleihen an die großen Vorbilder frisch und eigenständig klingen zu lassen und sich bei aller Ähnlichkeit nicht in einer bloßen Kopie zu verlieren. Sicher trägt die Stimme von Herr Kern einen nicht unwesentlichen Teil dazu bei, diesem Album eine sehr individuelle Note zu geben. Mal spärlich eingesetzt, dann wieder vielstimmig oder durch den Computer verzerrt kann man sich ihrer Ausstrahlung nur schwer entziehen. Dazu kommt eine saubere Produktion, die sich jegliche Längen und unnötigen Spielereien spart und ganz auf das Wesentliche konzentriert ist. Obwohl die CD als Ganzes sehr gut am Stück hörbar ist, wissen auch die einzelnen Tracks, jeder für sich alleine, zu überzeugen und verlieren nichts von ihrer Eindringlichkeit. Für mich ein rundum gelungenes Debüt, dem gerne noch einige weitere Alben folgen dürfen.

Selten findet man eine CD wie Side Scan, die man von vorne bis hinten durchlaufen lassen kann und die auch beim mehrmaligen Hören nicht wirklich langweilig wird.

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