Aluminum Babe – Illegal

07.01.2012 von Marcus Pohlmann

Aluminum Babe - Illegal

Musiker:

Label: ,

Genre: , ,

Laufzeit: 38 Minuten

Tracklist:
01 – Oh Yeah
02 – Tonight
03 – Same Boots
04 – Let’s Go
05 – C-u-n-t
06 – Illegal
07 – B Loved
08 – Everybody Loves You
09 – Slip Slide
10 – If U Like It
11 – Quackers

Erscheinungsdatum: 01.11.2011

Sprache: Englisch

Bei Amazon bestellen

Das New Yorker Sextet Aluminum Babe war mir gänzlich unbekannt bis die Rezensions-CD auf meinem Schreibtisch landete. Auf der Suche nach weiteren Informationen über Band und Album war die Homepage der Band unter www.aluminumbabe.com leider keine große Hilfe, hier finden sich lediglich eine Diskographie und die aktuellen Tourdaten gelistet. Was mich aber auch nicht davon abhalten kann, die CD ins Laufwerk zu schieben und zu hören welche Art von Musik die Herren und die Dame am Mikrofon abliefern.

Der erste Track des Albums, „Oh Yeah“, lässt Zweifel aufkommen, ob ich auch tatsächlich die richtige CD in den Player eingelegt habe. Und tatsächlich es läuft Illegal von Aluminum Babe aus dem Jahr 2011 und nicht etwa Transvision Vamp von 1988. Fröhlicher, unbeschwerter Pop-Punk mit leicht kieksiger Frauenstimme der gut ins Ohr und auch in die Beine geht, allerdings auch schon wieder nach gut zweieinhalb Minuten zu Ende ist. Ebenso geht es mit „Tonight“ weiter, wobei hier das Schlagzeug und die Gitarre weiter in den Vordergrund treten, nicht ganz so eingängig wie der vorangegangene Track aber immer noch recht hörenswert. In eine völlig andere Richtung geht es dann mit „Same Boots“. Hier steht die Elektronik eindeutig im Vordergrund und auch der Gesang von Anna Liedberg hat hätte Lockerheit verloren und trägt den spartanischen Text schon fast gesprochen vor, sehr eintönig, sehr monoton und nicht wirklich hörenswert. Zu etwas ruhigeren und melodiöseren Klängen findet die Band mit „Let’s Go“ zurück. Zwar kann auch dieser Track nicht wirklich durch originelles Songwriting und anspruchsvolle Komposition überzeugen, allerdings stört er auch nicht weiter. Bei „C-u-n-t“ kehrt die Band stilistisch wieder zum Anfang des Albums zurück und entsprechend funktioniert auch dieses Lied recht gut mit der Kombination aus Gitarre, Schlagwerk und Gesang. Wieder mehr auf elektronische Elemente setzt der Titeltrack „Illegal“, der aber auch recht gelungen die Gitarren nicht außer Acht lässt. Etwas störend fällt hier allerdings der verzerrte Gesang auf, der nicht unbedingt zu dem Stück passt. Hektisch wird es bei „B Loved“. Hier schrubbt das Schlagzeug, die Keyboards wummern, die Gitarre wimmert und über allem hängen die Vocals. Allerdings scheint hier alles nicht so wirklich zusammen zu passen, so dass sich ein durchweg unausgegorenes Bild dieses Stücks ergibt. Sehr Baßlastig präsentiert sich dann „Everybody Loves You“ was dem Stück eine gewisse Eingängigkeit verleiht, ansonsten aber eher leichte Kost für den Hörer bietet. Den Tiefpunkt des Albums stellt für mich das folgende „Slip Slide“ dar. Hier werden die verschiedensten Stile gemixt, mit Klängen experimentiert und jegliche Melodie über Bord geworfen. Gelegentlich kann der Hörer zwar strukturierte Musik wahrnehmen, doch wird diese fast augenblicklich durch etwas anderes abgelöst. Ähnlich Nerven strapazierend ist die Einleitung von „If U Like It“, glücklicherweise fängt sich das Stück nach einem Drittel etwas, dennoch bin ich froh, als die drei Minuten Spielzeit vorbei sind. Den Abschluss des Albums bildet das nur mit Gitarre und mehrstimmigem Gesang vorgetragene „Quacker“, das einen ruhigen, entspannten Schlusspunkt setzt. Warum es allerdings so leise abgemischt wurde, dass es kaum zu hören ist bleibt wohl das Geheimnis der Band.

Aluminum Babe bezeichnen ihre Musik als Mischung zwischen Elektro und Glam Rock, erweitern ließe sich diese Einschätzung noch durch Begriffe wie Post-Punk und Pop. Die Band bedient sich dabei an großen und kleinen Vorbildern aus den letzten 30 Jahren Musikgeschichte und vermischt sie zu einem mal mehr, mal weniger gelungenen Gesamtwerk. Eine abschließende Einschätzung für dieses Album zu geben gestaltet sich für mich recht schwer, da mir ein Drittel der Tracks recht gut gefallen hat, ein weiteres Drittel eher als Füllmaterial in unterschiedlicher Qualität dient und bei einigen Songs hatte ich tatsächlich das dringende Bedürfnis die CD auszuschalten. In technischer Hinsicht geht die Produktion der CD völlig in Ordnung. Sie lässt den Stücken ihre Ecken und Kanten, was aber meist recht gut passt und im Zeitalter der weichgespülten Massenware einen kleinen Lichtblick darstellt. Die Aufmachung des Digipack erinnert entfernt an verschiedene Punk-Bands, geizt aber mit Informationen zu Album und Band. Lediglich eine Auflistung der Beteiligten findet sich hier sowie der Text zum Titelstück.

Für Freunde der Retro-Welle ist Illegal trotz einiger Durchhänger ganz interessant, bietet aber letzten Endes zu wenig originelles Material um über die gesamte Länge des Albums zu überzeugen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.