
Kategorie: Spielfilm
Darsteller: Alan Arkin, Jon Bernthal, Kevin Hart, Kim Basinger, Robert De Niro, Sylvester Stallone
Regie: Peter Segal
Filmstudio: Warner Bros
FSK: 12
Laufzeit: 113 Minuten
Erscheinungsdatum: 25.09.2013
Sprache: Deutsch
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Sport- und insbesondere Box-Filme haben eine Tradition, im Sozialdrama verortet zu sein. Ein Klassiker des Genres ist wohlbekannt das Rocky/Creed-Franchise (1976 – 2023), welches nicht zuletzt durch Sylvester Stallones Darbietung des Titelhelden Erfolg hatte. Doch neben ambitionierten Kassenschlagern gab es Box-Filme, die mehr im Autorenkino verortet waren, wie zum Beispiel Martin Scorseses Raging Bull (1980) mit Robert De Niro in der Hauptrolle. Beide Filmvarianten drehen sich um den Boxkampf, könnten aber verschiedener nicht sein. Wer also auf die Idee gekommen ist, eine Komödie mit Stallone und De Niro als zwei gegeneinander boxende Erzrivalen zu drehen, sollte er- und hinterfragt werden. Ergebnis ist nämlich Zwei vom alten Schlag (2013).
Inhalt des Films
Billy “The Kid“ McDonnen (Robert De Niro) und Henry “Razor” Sharp (Sylvester Stallone) liegen sich seit Jahrzehnten in den Haaren, da sie früher mehrere Boxkämpfe ausgefochten haben. Angeblich zu Unrecht besiegt Razor The Kid, woraufhin The Kid ihm angeblich die Freundin ausspannt. Folge ist Kontaktabbruch und kein Re-Match. Der Film setzt etliche Jahrzehnte nach diesen Ereignissen an und zeigt zwei alte Männer, die von Dante Slate Jr. (Kevin Hart), einem halbgaren Promoter, zu einem „Grudge-Match“ gedrängt werden. Die ganze Filmhandlung hinweg, bis es endlich zum Kampf kommt.
Während des Vorbereitungstrainings vertieft Razor seine Freundschaft mit dem noch älteren Ex-Trainer von ihm, Lightning (großartig: Alan Arkin). Zusätzlich findet seine alte Liebe Sally (Kim Basinger) zurück zu ihm. Währenddessen lernt The Kid seinen Sohn kennen, B.J. (Jon Bernthal), der gut in Form ist und ihn deshalb auch trainiert. Nach zahlreichen Zu- und Absagen bezüglich des Kampfes, schaffen es beide Kämpfer vom alten Schlag am Ende doch in den Ring. Wer schließlich gewinnt, soll hier nicht verraten werden. Aber ist es überhaupt relevant?
Die Inszenierung
Die Figurenpalette ist schnell vorgestellt und schon früh wird klar, dass es hier nicht ernsthaft um einen bevorstehenden Boxkampf geht. Eher geht es darum, Robert De Niro und Sylvester Stallone möglichst albern und nahezu herabwürdigend darzustellen. Ob man die Kinogrößen jetzt in schlechtsitzende Motion-Capture-Suits steckt, oder über die „Männertitten“ herzieht, es ist alles dabei, was man aus einem Adam Sandler Film kennen könnte. Nebenbei werden Witze über das Alter, Oralverkehr und kleine Leute gerissen und Gesichter werden offensichtlich mangelhaft auf andere Körper digital übertragen.
Die große Überraschung nach ungefähr fünfzig Minuten ist dann aber, dass man sich an den überzogenen Ton und die Schamlosigkeit gewöhnt hat und trotzdem lachen muss. Eher weniger bei allem, was rund um De Niros Figur passiert, dafür umso mehr bei jeglicher Dialogzeile, die Alan Arkin ausspricht. Seine Darstellung als „800 Jahre“ alter Ex-Box-was-auch-immer, ist eine unerwartet einschlagende Comedy-Faust ins Zwerchfell. Fernab jeglicher Korrektheit, wird alles und jeder in die verbale Mühle genommen, was in der Tat die 80 % an dumpfem Humor wettmacht, die die restlichen Szenen des Films füllen.
Fazit
Man kann also getrost auf langweilige Montage-Szenen, zwei alte schwitzende Männer im Ring und auf erzwungen komische Kevin Hart Einlagen verzichten und seine ganze Aufmerksamkeit Alan Arkin zuwenden, wenn er in seinem elektrischen Rollator vor Sylvester Stallone herfährt und keine Miene verzieht.
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