Zwei glorreiche Halunken

09.11.2025 von Leonardo Beckert

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Filmstudio:

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Serie:

FSK: 16

Laufzeit: 160 Minuten

Erscheinungsdatum: 23.12.1966

Sprache: Deutsch

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Fast schon wie in einem Comic gestaltet sich die Konzentration auf mit ins Auge springenden Merkmalen ausgestattete Figuren. Im Amerikanischen heißt Zwei glorreiche Halunken (1966) The Good, the Bad and the Ugly und dieser Titel fängt das Geschehen weit besser ein als der deutsche Vermarktungstitel (wie das oft der Fall ist). Rückwärts präsentieren die ersten Filmminuten allerdings die benannten Parteien: „the Ugly“, also der Hässliche (im Sinne der charakterlichen Verderbtheit), ein mexikanischer Bandit mit schalkhafter Komik (Eli Wallach). „The Bad“, also der Schlechte (im Sinne der moralischen Verwerflichkeit), ein rücksichtsloser Killer (Lee Van Cleef) und zu guter Letzt „the Good“, der Gute (was aber eine ironische Note mit sich bringt, da die Figur nur im Vergleich zu den anderen beiden „gut“ ausfällt), ein Kopfgeldjäger und leidenschaftlicher Zigarren-Raucher (Clint Eastwood).

Inhalt des Films

Alle drei schlagen sich durch einen vom Bürgerkrieg verwüsteten, enthumanisierten Wilden Westen und suchen nach nur einer Sache: eine Goldschatulle, vergraben auf dem „Sad Hill“-Friedhof in einem Grab, dessen Namen nach einiger Zeit nur „Blondie“ (the Good) kennt. Sergio Leone, der Regisseur, legt bei seinem über zweieinhalbstündigen Meisterwerk wenig Wert auf eine klar nachvollziehbare Handlungslinie. Vielmehr kann man das Sehen des Films mit einem Besuch im Kunstmuseum vergleichen, bei dem man lange Gänge mit sich unterscheidenden Ausstellungswerken durchschreitet. So darf man die Betrugsunternehmungen von Blondie und „Tuco“, dem mexikanischen Banditen, ansehen, die darin enden, dass zuerst Blondie Tuco und dann Tuco Blondie in der Wüste aussetzt. Auch darf man Zeuge werden, wie die beiden Halunken als Strafgefangene im Gefängnis und als Möchtegern-Soldaten in einer Schlacht um eine Brücke enden.

Die Inszenierung

Diese Passagen werden zusammengehalten durch atemberaubende Weitwinkelaufnahmen und immer wieder überraschende, explizite Gewalt, die insbesondere im Zeit-Kontext besonders drastisch erscheint. Es wird gefoltert, Kinder werden umgebracht, Leichen von Zügen überrollt, Kriegsszenen tauchen immer wieder auf und Blondie wird fast zu Tode durch die Wüste gehetzt. Dieses Filmmerkmal, die Mosaik-hafte Erzählstruktur, der experimentelle und ikonische Score und die Schonungslosigkeit in der Darstellung von menschlichen Abgründen machen diesen Spaghetti-Western zu einem transgressiven Filmerlebnis. Episch ist Zwei glorreiche Halunken durchaus, aber insbesondere beeindruckt die entschlossene Zuwendung zu den drei Hauptfiguren. Egal welche Wendungen im Plot auftreten, die Figuren scheinen unsterblich zu sein (teilweise bis zum Schluss) und tauchen immer wieder auf. Durch unfreiwillige Einschreibungen in den Militärdienst und verhunzte Betrüge, drängt sich das Bild eines Schelmenstücks auf. Diese literarische Tradition verschärft noch zusätzlich die Gewalt und Brutalität, da man lachen muss, direkt nachdem mehrere Menschen blutig niedergeschossen worden sind.

Fazit

Ein Klassiker des Spaghetti-Western, ein vielerorts einflussreicher Kultfilm, ein transgressiver Film und natürlich eines der vielen Beispiele, wo man den Schatten eines sich eifrig Notizen machenden Quentin Tarantino ausmachen kann.

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