Wolfen

22.09.2025 von Leonardo Beckert

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Darsteller: , ,

Regie:

Filmstudio: ,

Genre: ,

FSK: 16

Laufzeit: 115 Minuten

Erscheinungsdatum: 25.09.2025

Sprache: Deutsch

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In Wolfen (1981) kann man das Medien- und Kulturphänomen des Werwolfs aus einer besonders seltenen Perspektive betrachten. Gestaltwandlung als spirituelles Geschehen. Abgerückt wird also vom Fluch, der bei Vollmond seine Wirksamkeit entfaltet und hingewendet wird sich zu einer Art Folk-Horror, der den Glauben der indigenen Bevölkerung Nordamerikas mit einfließen lässt. Zusätzlich ist dieser etwas in Vergessenheit geratene Kultfilm definitiv kein Body-Horror, sondern weist alle Merkmale eines Detektivfilms auf. Entgegen mancher Meinung, sehe ich tatsächlich wenig Noir-Elemente. Doch wird das Publikum durch solch eigenwillige Mischung auch tatsächlich unterhalten?

Inhalt des Films

In New York City wird ein steinreicher und einflussreicher Immobilienmogul mitsamt seiner Frau und seinem haitianischen Leibwächter verstümmelt im Park gefunden. Dewey Wilson (Albert Finney) kommt gerade vom Laufen und futtert grimmig ein süßes Teilchen, als er zum Tatort berufen wird. Zusammen mit dem Pathologen (der warum auch immer gleichzeitig mit-ermittelt) und gutem Freund Whittington (Gregory Hines), versucht Dew nun, die seltsamen Verstümmelungsfälle aufzuklären. Hilfe bekommen beide von der Terror-Expertin/Psychologin Rebecca Neff (Diane Venora), denn die Polizei glaubt an irgendeine Form von Terror-Exekution.

Während die Untersuchungen anlaufen, finden sich immer mehr zerstückelte Leichen. Die Vermutung kommt auf, dass irgendetwas Bestialisches die Ursache ist. Zoo-Mitarbeiter, Wolfexperte und anscheinend auch Pathologenfreund Ferguson (Tom Noonan), versucht mit halb-esoterischen Aussagen zu helfen. Doch schnell wird klar, dass die Täterschaft im Bereich der indigenen Community der Stadt zu finden ist. Eddie Holt (Edward James Olmos) zum Beispiel kommt gerade frisch aus dem Knast, arbeitet auf der Brücke und rennt auch mal nackt am Strand durch die Gegend, heult den Mond an und hat Schaum vorm Mund.

Die Inszenierung

Die Detektivarbeit von Dew wird in bester Thriller-Manier erzählt, bleibt dabei jedoch sehr schablonenhaft. Auch die Figur, die Finney immerhin glaubhaft spielt, ist blass und uninteressant. Die immer wieder eingeschnittenen POV-Aufnahmen der Killerwölfe sind mit einem an Tron (1982) erinnernden Farbfilter hinterlegt, der visuell zumindest einige innovative Töne mit einbringt. Ebenso sind die Effekte bei den Kill-Scenes von einer Qualität, die dem Film wahrscheinlich auch zu seinem Kultstatus verholfen haben. Weiterhin kann man die Ambition nur ehrenwert nennen, die Kultur der Native Americans immerhin filmisch anzudeuten und ein soziopolitisches Motiv zu etablieren.

Trotzdem gestaltet sich das Sehvergnügen eher gering. Es werden eigenartige Plot-Fetzen nicht zu Ende erzählt – warum zum Beispiel wird man mit etlichen implizierten Terrorhandlungen zurückgelassen? Auch sind die Motive und Taten der indigenen Gruppe zwar interessant, aber nicht genau genug ausgeführt, als dass es zum Nachdenken anregen könnte. Problematisch ist aber vor allem, dass der Krimi-Plot für fast zwei Stunden Laufzeit geradezu erschöpft anmutet und mit Figuren gespickt ist, die jeglicher Anziehungskraft entbehren. Somit passiert das, was einem Suspense-Film nicht passieren darf: es kommt Langeweile auf.

Fazit

Obwohl man mit vielen Lücken und Mängeln konfrontiert wird, bietet Wolfen dennoch in manchen Passagen fesselnde und kreative Filmunterhaltung. Um jedoch das Potential der gesellschaftlichen Kritik voll ausschöpfen zu können, hätte es präzisere Ausformulierung benötigt.

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