Star Wars Episode VIII: Die Letzten Jedi

27.12.2017 von Joanna Lenc

Star Wars Die Letzten Jedi Filmplakat © Disney

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Erscheinungsdatum: 14.12.2017

Sprache: Deutsch

Zwei Jahre hat es gedauert, bis wir endlich erfahren durften, was Luke Skywalker in Star Wars Episode VIII – Die Letzten Jedi mit seinem Lichtschwert anstellt. Endete der Vorgänger Das Erwachen der Macht damit, dass die Protagonistin Rey dem bis dato letzten Jedi eben dieses reicht. Bevor ich jedoch damit anfange meinen Gedanken hier freien Lauf zu lassen, muss ich ausdrücklich warnen: Eine Rezension funktioniert nicht spoilerfrei. Wer also nichts wissen möchte, der sollte sich auf keinen Fall irgendeine Review durchlesen.

Star Wars – Die Letzten Jedi: Der letzte Kampf beginnt

Dort, wo EpisodeVII endet, beginnt fast nahtlos Episode VIII: Die Letzten Jedi. Wir befinden uns im Weltraum, eine Flotte Rebellen versucht zu fliehen, denn die Erste Ordnung ist ihnen auf den Fersen. Angeführt von Snoke, den wir bereits zuvor als überdimensionales Hologram kennen gelernt haben, sind Prinzessin Leia und ihre Gefolgschaft eingekesselt und versuchen mit Hyperraumantrieb zu entkommen. Leider gelingt ihnen das nicht, denn die erste Ordnung verfügt über Mittel und Wege auch im Hyperraum die Raumschiffe zu orten.

Zeitgleich steht Rey immer noch vor Luke auf seiner Insel, auf der er im Exil lebt und reicht ihm sein Lichtschwert. Er nimmt es entgegen, aber statt sich zu besinnen wer er ist und welche Rolle er im Universum spielt, wirft er es einfach achtlos über seine Schulter hinweg fort. Fassungslos aber Entschlossen folgt ihm Rey auf Schritt und Tritt und versucht ihn zu überzeugen sie zu unterrichten, was ihr schlussendlich auch gelingt. Doch Luke erkennt bald, wie groß die Macht ist, die sich in ihr verbirgt und fürchtet sich davor. Diese Macht sah er zuvor auch in Kylo Ren, der kurze Zeit sein Schüler war.

Zwischen den Unterrichtseinheiten können Rey und Kylo Ren dank der Macht miteinander kommunizieren. Rey erkennt in ihm Zweifel und ist fest davon überzeugt ihn auf die Helle Seite der Macht ziehen zu können, Kylo hingegen hofft Rey die wahre Größe zu zeigen und will sie auf seine Seite ziehen. Wer wird siegen?

Es kommt auf das „Wie“ an

Zu den wichtigsten Filmen meines Lebens zählt insbesondere die Star Wars Saga. Als richtiger Fan meine ich natürlich damit die Episoden vier bis sechs, also die erste Trilogie. So ungern ich Science Fiction lese, so gern sehe ich sie auf der Leinwand. Und diese drei Star Wars Filme zählen zu meinen Top 5. Auch heute noch, nach nun 40 Jahren verzaubern mich die Filme immer wieder aufs Neue. Mitunter war das auch der Grund, warum mir Episode VII: Das Erwachen der Macht so gut gefiel. Es war für mich eine Art Remake des alten Zaubers, neu verpackt aber mit einem ähnlichen Charme und voller Hoffnung.

Leider macht aber nun der Nachfolger alles zunichte, was ich mit Star Wars verbinde. Und damit meine ich noch nicht einmal den Handlungsstrang, denn der stört mich gar nicht. Die Story erzählt alles weiter, was für den großen Showdown wichtig ist. Das „Was“ ist also für mich kein Problem, das „Wie“ hingegen umso mehr.

Star Wars Die Letzten Jedi: <br /> Luke Skywalker<br /> © <a href="http://disney.de/filme/star-wars-die-letzten-jedi/" target="_blank" rel="noopener">Disney</a>

Star Wars Die Letzten Jedi: Luke Skywalker
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Beginnen wir gleich mit dem Anfang, den Übergang von Episode VII zu VIII. Rey reicht Luke das Lichtschwert. Ich bin vor zwei Jahren mit einer Gänsehaut aus dem Kino gekommen, voller Erwartungen und Hoffnungen an diesen Film. Voller Vorfreude. Und was macht Luke? Er schmeißt sie gleich als Erstes weg. Als würde er mir damit sagen wollen: „Du, der Film wird dich enttäuschen, ich fange gleich damit an, damit der Schmerz von Anfang an richtig sitzt und die Enttäuschung nicht langsam wächst. Jetzt weißt du, was du zu erwarten hast!“ Autsch, das hat weh getan.

Freiwillig unkomisch statt unfreiwillig komisch

Was lustig auf den Zuschauer wirken sollte, war für mich ein Schlag ins Gesicht. Wäre es bei dieser einen Szene geblieben, hätte ich vielleicht im Nachgang auch darüber lachen können, aber diese gezwungene Komik zog sich durch den ganzen Film. Ganz gleich wo es niedlich oder witzig wurde, der Regisseur setzte noch eine Schippe drauf und zog damit alles ins Lächerliche. Ganz furchtbar fand ich auch die Szene mit Chewbacca am Lagerfeuer, wo er sich einen Porg grillt. Diese kleinen possierlichen Tierchen leben überall auf Lukes Insel. Lange vor dem ersten Trailer wurden sie schon von Fans angehimmelt und sind zum Kult aufgestiegen. Leider halten sie aber nur bedingt, was sie versprechen.

Während Chewie also versucht herzhaft in das Vogeltier zu beißen, schaut einer von ihnen so verzweifelt, dass er es einfach nicht übers Herz bringt sie zu essen. Stattdessen erlaubt er ihnen sich im Raumschiff breit zu machen und ihm, wo immer es geht, im Weg zu stehen. Wären das nicht die einzigen Szenen, in denen Chewie überhaupt vorkommt, wäre das zu verschmerzen gewesen, aber ihn zu positionieren, damit er zur Lachnummer wird, nein, das bricht mir das Herz. Der Zuschauer lacht nicht mit Chewie, er lacht über ihn.

Star Wars Die Letzten Jedi Rey übt mit dem Lichtschwert<br /> © <a href="http://disney.de/filme/star-wars-die-letzten-jedi/" target="_blank" rel="noopener">Disney</a>

Star Wars Die Letzten Jedi: Porg
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Lieblinge am Rand des Universums

Weg von neuen Figuren komme ich zu den alten, die mir über all die Jahrzehnte so ans Herz gewachsen sind. Darunter sind natürlich R2-D2 und C-3P0. Gab es in Episode VII noch einige Szenen, insbesondere in Verbindung mit BB-8, die mich zum Schmunzeln brachten, sind sie in Die Letzten Jedi nur noch da, weil sie irgendwie dazu gehören. Eine wichtige Rolle spielen sie schon lange nicht mehr. Theoretisch hätte der Film fast ganz auf sie verzichten können, wäre da nicht diese eine Szene, die wir schon aus Episode 4 kennen, in der R2 seinem alten Meister Luke Leias Nachricht an Obi Wan Kenobi zeigt.  Ab hier schlägt Luke einen neuen Weg ein, denn nun ist er die letzte Hoffnung des Universums. Aber was passiert mit den Droiden? Sie haben eine Randerscheinung. Ob sie in dem nun letzten Film überhaupt noch auftauchen werden ist fraglich, und auch nicht notwendig.

Am Schlimmsten jedoch fand ich den Auftritt Yodas. Anderorts im Netz regen sich einige darüber auf, dass Yoda eine neue Stimme hat. Hugo Schrader ist bereits 1993 verstorben, weshalb Tobias Meister die Sprechrolle in Episode 2 und 3 sowie in den anderen Star Wars Werken übernahm. Hier bei Die Letzten Jedi ist es wieder eine neue Stimme, die von Fred Maire. Die Stimme ist es aber nicht gewesen, die mich fassungslos gemacht hat. Erinnert sich noch jemand an den Yoda-Flummi-Kampf aus Episode II? Ich dachte tiefer könnte die Darstellung des Charakters nicht fallen. Und dann kam Episode VIII.

Grammatiksünden mal anders

Unabhängig von der Animation – auf die komme ich gleich zurück – auch was das gesamte Wesen betrifft, war das nicht der Yoda, wie ich ihn kannte. Schlimmer noch, seine Grammatiksünden hat er vergessen. Während seine ersten Sätze noch irgendwie richtig klangen, sprach er den letzten Satz ohne einen Fehler. Hat er es nach über 900 Jahren tatsächlich endlich gelernt die Sätze in der richtigen Reihenfolge zu bauen? Ist das denn ansonsten niemandem aufgefallen? Oder bin ich die Einzige, die sich daran stört? So zumindest fällt es mir nicht schwer Abschied zu nehmen, denn ich befürchte der Charakter wird so nicht noch einmal im letzten Teil auftauchen.

Star Wars Die Letzten Jedi: Casino am Rande des Universums
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Abschied nehmen ist allgemein etwas, was mit Star Wars VIII überhaupt nicht funktioniert. Leia weiß, dass Han Solo gestorben ist, sie trifft auf Luke, über Han verlieren sie kein Wort. Ist ja nur eine kleine Lappalie, wen interessiert denn bitte Han Solo? Leia hingegen wird in den Weltraum geschleudert. Rein physikalisch betrachtet ist das also der Untergang der Figur. Aber nein, in ihr ist die Macht auch stark, sie überlebt und lässt sich dank der Macht zurück zum Raumschiff schweben. Gut, wollen wir hier mal die Logik ein wenig vernachlässigen und lassen das zu. Aber was passiert dann? Die Besatzung öffnet einfach so die Tür und lässt sie hinein schweben. Luftleerer Raum wird vernachlässigt. „Wir öffnen irgendwo im Weltall einfach mal ein Fenster und lüften richtig durch, wird schon nichts passieren!“ sind eigentlich berühmte letzte Worte, oder? Hier jedenfalls hat das keine Konsequenzen.

Das Für und Wider der Technik

Die Animation von Prinzessin Leia hingegen ist wirklich sehr gut gelungen. Von allen Effekten das Zweitbeste, was Star Wars zu bieten hat. Das Beste ist eine Szene, die ohne Charaktere, ja sogar ohne Ton auskommt: Amilyn Holdo nutzt die letzten Karftstoffreserven des Widerstandschiffs Raddus dazu in den Hyperraum zu springen und dabei den überdimensionalen Sternzerstörer der Ersten Ordnung zu rammen. Der Zusammenprall ist überwältigend und hinterließ bei mir wirklich einen bleibenden Eindruck.

Dem gegenüber stehen aber andere Charaktere, die eben durch die Technik einfach nur ins Lächerliche gezogen werden. Snoke konnte ich kaum ernst nehmen, weil er so unecht war. Wäre er nur ein Hologram geblieben. Und Yoda? Wurden da etwas die Praktikanten der Crew an die Rechner gesetzt? Sicherlich, Yoda und Humor sind eigentlich unzertrennlich, aber auch hier lacht man über den Jedi-Meister, er wird immer mehr zur Witzfigur.

Trotz allem: Solide Schauspielleistung

Umso glaubwürdiger ist dafür der Kampfpilot Poe Dameron. Er ist der einzige, der die Sache richtig ernst nimmt und damit der einzige wirklich glaubhafte Charakter. Er versucht nicht zwanghaft witzig zu sein, oder besonders mystisch, er ist, was er ist: ein Hitzkopf, der durch die Wand will. Oscar Isaac habe ich alles abgekauft. Interessant waren auch Daisy Ridley (Rey) und Adam Driver (Kylo Ren). Ihre Verbindung war anfangs mystisch und vor Allem vielversprechend, leider wurde es durch Snoke zunichte gemacht. Zudem eröffnete Kylo ihr, dass sie nichts Besonderes, ihre Gabe nur Zufall sei. Dieser Umstand spaltet die Fangemeinde erneut in mehrere Lager.

Star Wars Die Letzten Jedi: Poe Dameron<br /> © <a href="http://disney.de/filme/star-wars-die-letzten-jedi/" target="_blank" rel="noopener">Disney</a>

Star Wars Die Letzten Jedi: Poe Dameron
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Sollte die Behauptung endgültig sein und das Thema nicht nochmal aufkommen, bin ich als Zuschauer mehr als enttäuscht. In Episode VII dreht sich vieles um Reys Herkunft. Lukes Lichtschwert ruft sie, erweckt die Macht in ihr. Sie hat Erinnerungen an ihre Kindheit, die Flucht der Eltern als sie auf Jakku zurückgelassen wurde. So viele Szenen und Relevanz für den Aufbau eines Handlungsstrangs, der mit „Du bist Niemand, du hast es schon immer gewusst“ abgeschlossen wird? Fehlt noch, dass wir in der nächsten Episode eine Hauptfigur haben, die Liebevoll eingeführt, in einer halben Stunde aufgebaut, und dann lieblos abgeschlachtet wird ohne Sinn und Zweck für die kommende Handlung. Ich befürchte allerdings, dass es Intrige ist. Noch ist nicht sicher, woher Rey wirklich kommt und nur weil Kylo Ren etwas sagt, muss es noch lange nicht stimmen. Sicher können wir uns erst nach Episode IX sein, falls dort die Auflösung kommt.

Hoffnung auf das Finale

Alle anderen Charaktere blieben eher blass.  Sie tauchten nur auf, weil sie dazu gehören, eine wichtige Rolle spielten sie jedoch nicht. Selbst die neu eingeführten Charaktere waren überflüssig, zumindest an dieser Stelle. Der Verräter DJ, gespielt von Benicio Del Toro, hätte genauso gut auch wegbleiben können, als Ersatz hätten sich auch andere Wege finden lassen und die neue Liebschaft von Finn (John Boyega), Rose (Kelly Marie Tran) ist auch nur irgendwie ein Lückenfüller, weil Rey zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Das alles liegt aber nicht an der schauspielerischen Leistung der Darsteller, sondern einfach an den Rollen selbst.

Warum die Verantwortlichen auf die Idee kamen einen Regiewechsel vorzunehmen, ist mir ein Rätsel. J.J. Abrams machte meines Erachtens seine Arbeit bei Das Erwachen der Macht gut. Und ich freue mich sehr darauf, dass er für Episode IX wieder im Regiestuhl Platz nimmt. Schlimmer als bei diesem Film kann es nicht werden. Für mich ist Star Wars Episode VIII – Die Letzten Jedi der schlechteste Film, den es im Star Wars Universum gibt, die Episoden 1-3 eingeschlossen. Nicht wegen der Handlung, aber die Umsetzung ist noch weniger erträglich als es ein Flummi-Yoda oder Jar Jar Binks je sein könnte.

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