
Kategorie: Spielfilm
Darsteller: Andrea Riseborough, Morgan Freeman, Nikolaj Coster-Waldau, Olga Kurylenko, Tom Cruise
Regie: Joseph Kosinski
Filmstudio: Universal Studios
Genre: Action, Science Fiction
FSK: 12
Laufzeit: 124 Minuten
Erscheinungsdatum: 11.04.2013
Sprache: Deutsch
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Das Science-Fiction-Kino lässt sich unterschiedlich genießen. Manchmal tendiert es zu dystopischen Darstellungen von dem, was einst sein könnte. Eine Tendenz, die George Orwell mit seinem Roman 1984 wegweisend verändert hat und die ihre Exemplifikation filmisch zum Beispiel durch Terry Gilliams Brazil (1985) erfahren hat. Manchmal tendiert dieses Genre(-Kino) aber auch zum World-Building und zum Darstellen der möglichen politischen, ökonomischen und kulturellen Veränderungen der Zukunft. Das kann man irgendwo zwischen Perry Rhodan und dem Star Wars Franchise verorten. Immer häufiger passiert es in jüngeren Jahren, dass beide Tendenzen in einem cineastischen Kompromiss enden. Ein solcher Fall ist Joseph Kosinskis Oblivion (2013) mit Tom Cruise in der Hauptrolle.
Inhalt des Films
Cruise spielt Jack Harper, einen Drohnen-Techniker, der auf der Erde stationiert ist, um ebensolche Maschinen zu reparieren. Eine gefährliche Aufgabe, wie sich herausstellt, denn die Erde ist verwüstet nach einem Krieg gegen außerirdische Feinde. Die Menschheit hat den Krieg zwar angeblich gewonnen, muss aber auf dem Saturn-Mond „Titan“ hausen. Jack hält sich mit seiner Partnerin im doppelten Sinne, Victoria (Andrea Riseborough), in einer gesicherten Basis auf, um seine Aufgaben tagtäglich zu erfüllen. Allerdings ist er nicht die perfekte ausführende, menschliche Maschine, als die ihn seine „Vorgesetzten“ gerne betrachten würden.
Er hat wiederkehrende Träume, in denen er im New York der Vergangenheit glückliche Momente mit einer unbekannten Frau hat (Olga Kurylenko). Außerdem hat er sich auf der Erde eine Hütte am See gebaut, mit allerhand Memorabilia der Vorkriegszeit. Als er dann auch noch eine Überlebende birgt, die bei einem Absturz in ihrer Tiefkühlkapsel fast den Tod gefunden hätte, wird alles nur noch komplizierter. Es ist die Frau aus seinen Träumen. Zusätzlich stellt sich heraus, dass die „Scavengers“ tatsächlich Menschen sind, und sowieso ist alles anders als gedacht.
Die Inszenierung
Plünderer, die sich inmitten von Büchern aufhalten, welche mindestens seit H. G. Wells Die Zeitmaschine immer an verbleibende Menschlichkeit erinnern sollen. Vorgesetzte, die über allzu künstlich aussehende Videoaufnahmen kommunizieren und Code-Sätze verwenden. Klinische Optik, futuristische Gewehre und Untergrund-Kämpfer, die aussehen wie aus einer Filmkombination aus Resident Evil (dem Videospiel) und Game of Thrones (der Serie). Kommt einem das bekannt vor? Ja. Wenn dann noch außerirdische Hyper-Intelligenzen, Klone, eine Liebesgeschichte und fliegende Laserkanonen dazukommen, glaubt man sich wieder in den guten alten 70er Jahren.
Oblivion ist klar als Hommage an diese Film-Ära ausgewiesen und betrachtet man diesen Sci-Fi-Blockbuster aus der Perspektive, funktioniert er prächtig. Leider ist es aber auch ein eigenständiger Film aus den 2010er Jahren und sollte daher zumindest einige Punkte vorweisen können, die ihn originell und sehenswert machen. Da wird es knifflig. Zwar sind die Visuals bombastisch, aber wer kann das mittlerweile nicht mehr? Der Soundtrack, der Plot, die Auflösung am Ende, das kennt man alles zur Genüge. Einzig ein irrsinnig motivierter und begeisterter Tom Cruise in seiner Rolle als Jack Harper überzeugt über die Versatzstücke hinweg und lässt einen glauben, man hat es mit dem besten Film dieser Gattung seit 2001: A Space Odyssey (1968) zu tun. Was nicht der Fall sein dürfte.
Fazit
Trotzdem: man merkt dem Film an, dass das gesamte Team mit Euphorie bei der Sache war, Hommage hin oder her. Und der Funke springt am Ende doch rüber, selbst wenn es rein technisch betrachtet ein Seherlebnis mit Mängeln ist.
3,5 von 5 verbrannten Popcornkörnern
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