
Kategorie: Spielfilm
Darsteller: Choi Woo-shik, Hyeri, Kim In-kwon, Park Hee-Soon
Regie: Huh Jong-Ho
Filmstudio: Plaion Pictures
Genre: Action, Fantasy, Horror, Martial Arts
FSK: 16
Laufzeit: 105 Minuten
Erscheinungsdatum: 12.09.2018
Sprache: Deutsch
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Das Blockbuster-Kino hat es bei der Kritik oftmals schwer. Es wird verschrien als kommerzialisiert, zu massentauglich, minder in Qualität und als Sünde jedes ernstzunehmenden Cineasten. Gleichzeitig kann man auf Websites wie Rotten Tomatoes lesen, dass auch Hyper-Blockbuster wie Marvel’s The Avengers (2012) bei der Kritik übermäßig gut abschneiden. Im angeführten Fall mit einem „Tomatometer“ von 91 %. Dass elitäres und pseudo-intellektuelles Verhalten von Kinobesuchern, die sich nur in Off-Kinos wagen, fragwürdig ist, sollte selbstredend sein. Zusätzlich beweisen viele Filme, die mit Riesenbudgets und Hollywood-Unterstützung aufwarten, dass sie deswegen nicht inhaltlich im Minusbereich agieren. Ein solches Beispiel ist Monstrum (2018) von Huh Jong-Ho, wenn man die amerikanischen Gewohnheiten auf koreanische Verhältnisse übersetzt.
Inhalt des Films
Korea im Mittelalter: König Jungjong (Park Hee-soon) muss sich mit Korruption und Intrigen herumschlagen. Insbesondere geht das Gerücht um, ein blutgieriges und brutales Monstrum würde in den Bergen sein Unwesen treiben. Auch zur Debatte steht, ob ebendieses Monster verantwortlich für die Pest ist, die unter dem Volk für Angst und Schrecken sorgt. Um das Mysterium über das Ungetüm aufzuklären, ruft Junjong seinen in Ungnade gefallenen, ehemals besten Mann Yun-kyum (Kim Myung-min) zu sich. Begleitet wird dieser in Kampfkunst und Investigation geübte Soldat von Sung-han (Kim In-kwon), seinem treuen Gefährten, Myung (Lee Hye-ri), seiner Pflegetochter und dem königlichen Soldaten Hur (Choi Woo-shik). Gemeinsam versucht die Truppe, die Existenz und das Versteck des Monstrums aufzuklären.
Nach einigen Annäherungsversuchen im Bemühen um Aufklärung, werden die Helden der Geschichte mit einem Suchtrupp aus gezwungenen Freiwilligen und den Soldaten von Sim Woon (Lee Kyeong-yeong), einem der vielen Antagonisten des Films, in die Berge geschickt. Dort offenbart sich das Monster und das wahre Gesicht Sim Woons, was eine Reihe von miteinander verwobenen Handlungslinien auslöst, welche auf ein im wahrsten Sinne des Wortes bombastisches Ende zustrebt.
Die Inszenierung
Monstrum ist ein monströser Blockbuster und ein wahrliches Monstrum an Genre-Elementen. In manchen Szenen scheint der Detektivfilm sich ins koreanische Mittelalter zurückzuversetzen. In anderen Szenen handelt es sich um einen Action-geladenen und sehr modernen Monsterfilm, irgendwo zwischen Peter Jacksons King Kong (2005) und The Incredible Hulk (2008). Dann wiederum, wenn die Helden durch unterirdische Verliese rennen und über Klippen springen müssen, wird ein Abenteuer-Epos evoziert, das an Raiders of the Lost Ark (1981) erinnert. Die Intrigen rund um den König, welche mit fulminanten Kulissen und detailverliebten Kostümen gestützt werden, bringen eine historische Note mit ins Seherlebnis. Dabei darf man an Shakespeare denken oder an die Sandalen-Epen der goldenen Hollywood-Ära. Hinzu kommen noch zusätzlich schön inszenierte Martial-Arts-Momente und eine einigermaßen erzwungene Liebesgeschichte zwischen Myung und Hur.
Fazit
Warum also ist Monstrum ein guter und gelungener Blockbuster? Zum einen, es ist für jeden Geschmack etwas dabei, es sei denn, man sucht nach nihilistischen Gesprächen und Vergewaltigungs-Meditationen im Sinne von Naked (1993) (zwar sarkastisch, aber der Film ist unbedingt zu empfehlen). Dann, dieser südkoreanische Popcorn-Reißer ist von der ersten bis zur letzten Minute unterhaltsam, witzig, einfallsreich, kreativ, verblüffend, schockierend und mitreißend. Was kann man mehr von kurzweiliger und Effekt-geladener Leinwand-Unterhaltung erwarten?
Nicht viel mehr, soviel sei gesagt. Außerdem zeigt es erneut, dass man auch abseits von autonomen Dörfern aus Superhelden, jugendlichen Zauberern und The Rock aufwendigste Kino-Magie finden kann. Zum Beispiel in Südkorea.
4 von 5 verbrannten Popcornkörnern
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