
Kategorie: Spielfilm
Darsteller: Bruce Dern, Carrie Fisher, Corey Feldman, Tom Hanks
Regie: Joe Dante
Filmstudio: Universal Studios
Genre: Horrorkomödie
FSK: 16
Laufzeit: 101 Minuten
Erscheinungsdatum: 17.02.1989
Sprache: Deutsch
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Filmische Kritik am insbesondere amerikanischen Spießbürgertum gibt es seit Jahrzehnten in Mengen. Dabei rangiert die Drastik der satirischen Mittel von mild (Pleasentville von 1998), über moderat (American Beauty von 1999), bis hin zu verstörend und bösartig (Willkommen im Tollhaus von 1995 oder auch The Baby von 1973). Archetypen der Vorstadt und vor allem stereotypisches Verhalten dieser Figuren sind das Zentrum der Darstellung und die Botschaft ist fast immer gleich. Ignoranz, Heuchelei und Narzissmus sind verwerflich und lassen eine Gemeinschaft welcher Art auch immer verrotten. Diese Botschaft ist in manchen Filmen dramatisch so zugespitzt, dass man anschließend keinen Fuß mehr in Familienhaus-Siedlungen mehr setzen möchte. In manchen Filmen siegt aber trotz allem der Unterhaltungsaspekt, wie zum Beispiel bei The People Under the Stairs (1991) oder bei Meine teuflischen Nachbarn von 1989.
Inhalt des Films
Im amerikanischen Original heißt Joe Dantes Horrorkomödien-Klassiker The ‘Burbs, also eine umgangssprachliche und abgekürzte Form von „suburbs“ – die Vorstädte, oder einfach Vorstadt. Genau das ist nämlich das inhaltliche Zentrum. Die Vorstadt, genauer gesagt eine kleine Straße mit überschaubaren Häusern und zu belauschenden Nachbarn. Diese da wären der ur-amerikanische Normalo Ray Peterson mit seiner Frau Carol (Tom Hanks und Carrie Fisher). Veteran Mark Rumsfield (Bruce Dern), jugendlicher Tunichtgut Ricky (Corey Feldman), der paranoide Daueresser Art (Rick Ducommun) und nicht zuletzt die neuen Nachbarn, die vorerst unsichtbar bleiben. Leider bewohnen sie aber ein völlig heruntergekommenes Haus, das aussieht wie eine Mischung aus Hell House und dem Geburtshaus von Michael Myers. Zusätzlich kommen seltsame Geräusche und Lichter aus dem Keller und als dann auch noch der altersschwache Nachbar Walter verschwindet, ist sich die Nachbarschaft sicher: die Klopeks sind mordende Monster!
Die Inszenierung
Die Unternehmungen, um diese Hypothese zu überprüfen und zu bestätigen, sind natürlich voller Klamauk, Slapstick und schwarzhumorigen Fehltritten. Ein bisschen, als hätte man die erste Hälfte von Harper Lees Wer die Nachtigall stört in eine Gruselkomödie verwandelt. (ohnehin ist immer wieder ein enormer Einfluss dieses Romans auf die amerikanische Kultur zu vermerken)
Tatsächlich passiert auch nicht viel mehr, als dass die aufgeführten Figuren alles daran setzen zu beweisen, dass die Klopeks Leichen im Keller haben. Narrativer Wendepunkt ist am Ende, nachdem Ray das Haus der Verdächtigten buchstäblich in die Luft gejagt hat, dass derselbe eine Gewissenskrise durchlebt und zu der Erkenntnis gelangt, dass er und seine Kumpanen die eigentlichen Monster sind. Monster der spießbürgerlichen Verdächtigungen. Aber es wäre ja keine Horrorkomödie (oder doch?), wenn dann ganz am Ende nicht die eigentliche Erkenntnis erfolgen würde: beides ist wahr. Das erfährt Ray dann nochmals hautnah, nachdem er bei der Explosion angekokelt davongekommen ist.
Fazit
Man kann sich streiten, ob Meine teuflischen Nachbarn die besten Einfälle hat, oder die gelungensten Darstellungen amerikanischer Vorstadt-Klischees, oder ob der Plot-Twist am Ende wirklich nötig gewesen wäre. Mit Sicherheit sind Filme wie Society (1989) oder Blue Velvet (1986) weitaus eindringlicher und künstlerisch-wertvoller, aber Joe Dantes kleiner 80er Jahre Seitenhieb auf gelangweilte und langweilige Amerikaner ist immerhin kurzweilig, inspiriert und hat Corey Feldman mit einem schlecht rausgewachsenen Vokuhila.
3 von 5 verbrannten Popcornkörnern.
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