
Kategorie: Spielfilm
Darsteller: Dominic Monaghan, Larry Fessenden, Ron Perlman
Regie: Glenn McQuaid
Filmstudio: Glass Eye Pix, Splendid Film, Warner Bros
Genre: Horrorkomödie
FSK: 16
Laufzeit: 85 Minuten
Erscheinungsdatum: 10.10.2008
Sprache: Deutsch
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Warum entstehen Filme, die als Hommage oder als ironischer Querverweis gedacht sind, wie im Falle von I Sell the Dead? In letzterem Fall könnte man argumentieren, dass eine direkte Parodie auf ein Genre oder einen spezifischen Film eventuell die überzeugendere Alternative wäre. Dann wiederum ist es manchmal schwer, einen ironischen Querverweis von einer gelungenen Horrorkomödie zu unterscheiden. Und wenn das Ganze dann noch voller Hommage-Allüren steckt, dann hat man den Gedärme-Salat. Doch diese Verwirrung entsteht nicht bei jedem Film (zum Beispiel nicht bei Shaun of the Dead (2004)). Und wenn sie entsteht – ist das ein Zeichen für geringe Qualität?
Inhalt des Films
Irgendwie hat es 2008 Ron Perlman, Larry Fessenden und Dominic Monaghan in eine Independent-Horrorkomödie rund um Grabräuber, Zombies und halbgare Vampire verschlagen. Monaghan spielt in I Sell the Dead Arthur, einen jungen Mann mit wenig Mitteln, der als Junge in die Leichenräuber-Lehre bei Willy Grimes (Fessenden) gegangen ist. Zusammen befördern sie sich aber im Laufe der Jahre selbst zu Grabschändern, die mit Zombies Geld machen (wer will Zombies kaufen? – ich warte noch auf die Aufklärung). Mit ihrem Dienst können sie außerdem viele Geschichten sammeln, die sich um viktorianische Cartoon-Gangs, eingefrorene Aliens und manipulative Frauen drehen. Die ganze Palette an Pulp-Publikumslieblingen eben.
Das Ganze erfahren wir durch eine Rahmenhandlung, in der Grimes bereits geköpft wurde und Arthur einige Stunden Gnadenfrist bekommt, damit ein geheimnisvoller Priester (Perlman) ihn seine Lebensgeschichte berichten lässt. Warum sollte ein Priester sich für die Machenschaften eines Leichenräubers und Grabschänders interessieren? Die Antwort darauf ist selbstverständlich die große Überraschung am Ende.
Die Inszenierung
Wie man sieht, stellen sich beim Sehen des Films viele Fragen. Rein inhaltlich werden wenige zufriedenstellend beantwortet und auf formaler Ebene bleibt man teils-frustriert zurück. Immer wieder werden im Film Shots eingefroren und die Stills anschließend mit einer Art Comic-Filter überlagert. Man kann munkeln, dass diese Technik auf Horror-Comics verweisen soll, doch die schwarzromantische, viktorianische Geht-so-Gothic-Atmosphäre der Handlung verlangt wohl kaum danach. Weiterhin sind die Tropen-Andeutungen (Zombies, Aliens, etc.) allerhöchstens Andeutungen, wenn nicht eher panische Nasenstüber, die nach ein paar Sekunden wieder vorbei sind und die zuschauende Person perplex und genervt zurücklassen.
Weder der Plot noch der Humor sind sonderlich innovativ, die Effekte sind mittelmäßig und die Figuren langweilig. Die einzigen überzeugenden Aspekte von I Sell the Dead sind die Musik, welche in bester Richard-Band-Manier verspielt und makaber zugleich ist und das Setting, welches durch Matte Paintings und intelligenten Einsatz von Green-Screens überzeugt.
Fazit
Allerhöchstens für Horrorfilm-Einsteiger eine Sichtung wert, ansonsten für Feinschmecker, die sich mit Filmmusik und Setting-Variation auseinandersetzen wollen.
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