Elysium

13.02.2026 von Leonardo Beckert

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Regie:

Filmstudio:

Genre: ,

FSK: 16

Laufzeit: 109 Minuten

Erscheinungsdatum: 09.08.2013

Sprache: Deutsch

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Science-Fiction leidet oftmals an zu großen Ambitionen oder an einer scheinbar aussagekräftigen Philosophie, die aber im Endeffekt nur ein Aufguss von bereits hundertmal vorgestellten Ideen ist. Da ist es gleichgültig, ob es sich um Romane, Filme oder Videospiele handelt, oder selbst Musik. Exemplare dieses Genres, die sich auf Worldbuilding und Fantastik konzentrieren, wie zum Beispiel auch die Star Trek Filmreihe (um einmal nicht Star Wars aufzuführen), sind äquivalent mit High Fantasy. Es gibt bekanntlich Dark Fantasy. Das Science-Fiction Genre hat nun das Problem, das jegliche negativ oder schaurig inszenierte technologische Fantasterei in Dystopie endet.

Man hat so zwar zahllose dystopische Schrecken, von Überwachungsstaaten bis hin zu Gentechnologien, aber eine Variante, die das Fantasiereichtum von Space Operas mit einer gewissen Deftigkeit kombiniert, lässt sich nur schwer finden. Manchmal entsteht solch ein Beispiel aber zufällig und unbeabsichtigt: die Filmemacher wollen eine originelle negative Utopie erschaffen, aber aus Mangel an Ideenreichtum kommt so etwas wie Dark-Science-Fiction heraus. Vorhang auf für Neill Blomkamps Elysium (2013) mit einem glatzköpfigen Matt Damon.

Inhalt des Films

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die Erde mal wieder verwüstet und die privilegierten Bürger haben es auf eine Weltraumstation geschafft. Dort ist alles schön grün und sauber und generische klassische Musik läuft. Auf der Erde sieht alles heruntergekommen, dreckig und kriminell aus und L.A. scheint fernab jeglichen Wassers in Südafrika gelegen zu sein. In diesem angeblichen L.A. haust und arbeitet Ex-Autoknacker Max Da Costa (Matt Damon). Seine Arbeit in einer Fabrik für Roboter (die auf der Erde und auf „Elysium“, dem Ort der Reichen, für Ordnung und Sicherheit sorgen) ist anstrengend und geprägt von einer Ignoranz aller menschlichen Schwächen und Sorgen.

Immerhin hat Max einen guten Freund, Julio (Diego Luna), und eine Kinderliebe: Frey (Alice Braga). Eines Tages aber passiert Max ein Arbeitsunfall und er ist derart radioaktiv verstrahlt, dass ihm nurmehr fünf Tage bleiben. Da entschließt er sich, zu seinem früheren kriminellen Arbeitgeber zu gehen, Spider (Wagner Moura). Der soll ihm einen illegalen Flug nach Elysium organisieren, da dort eine jede Person eine Heilstation im Haus herumstehen hat. Diese kann alle Krankheiten und Gebrechen wegzaubern, von eingewachsenen Zehnägeln bis hin zu einem Hirntumor.

Aber Max soll im Gegenzug einen Bürger Elysiums entführen und Daten von ihm stehlen. Sozusagen als Gegenleistung für die Spritztour ins Paradies. Perfektes Opfer: Max‘ vorheriger Fabrikarbeitgeber John Carlyle (William Fichtner). Denn der ist sowohl ein gehöriges Arschloch als auch verwickelt in einen Coup, um die Regierung Elysiums zu stürzen. Angeführt von Verteidigungsministerin und Immigrationsgegnerin Delacourt (Jodie Foster).

Da Max aber leider so stark verseucht ist, dass er sich kaum auf den Beinen halten kann, bekommt er prompt ein Exoskelett angeschraubt. Nunmehr ist er ein Kampfkoloss und könnte bei Real Steel (2011) mitmachen. Ab diesem Punkt kommt auch noch Sleeper-Agent Kruger (Sharlto Copley) ins Spiel, ein ganz böser Bub mit viel Gewaltbereitschaft. Der Sleeper-Agent und sein Team, Verteidigungsministerin Delacourt und ihre Schergen, Spider und seine Leute, Max im Alleingang und Frey mit todeskrankem Kind. Alle sind darauf aus, den einen oder anderen auszuschalten und nach Elysium zu kommen.

Die Inszenierung

Auf dem Weg dahin und dann auch dortselbst, explodieren ständig Leute und es gibt aufregende Stahlfaustkämpfe. Selbstredend auch Schießereien und beeindruckende CGI-Effekte – das volle Programm also. In der Tat ist das volle Programm einmal der springende Punkt. Egal ob andere Ambitionen mit im Spiel waren, wie zum Beispiel das Immigrationsthema, schlechte Arbeitsbedingungen, Ausbeuterei und die berühmte Schere zwischen Arm und Reich anzusprechen. Elysium bietet knallharte Action, einen Plot, der so in jedem 80er Jahre Sci-Fi-Actioner seinen Platz gehabt hätte und eine Menge Stars, die begeistert ihr Schauspiel vortragen. Man wünscht sich förmlich, dass Neill Blomkamp den Charles Band Klassiker Trancers (1984) neu verfilmt hätte. Das Einzelkämpfermotiv, futuristische Visionen von L.A., eine Romanze und viel überbrutale Laserwaffengewalt. Kombiniert mit Blomkamps Sensitivität gegenüber sozialen Themen, wäre dieses Projekt wohl das Beste, was man sich wünschen könnte. Ohne zu wissen, dass man es sich jemals hätte wünschen sollen.

Fazit

Elysium hat also viel Potenzial, auf ganzer Linie zu enttäuschen, weil die angedeuteten Problemfelder verkommener Gesellschaften nicht überzeugend genug angesprochen werden. Andererseits hat der Film aber auch viel Potenzial, gänzlich zu überzeugen, weil das was übrigbleibt wahnsinnig unterhaltsam und derb inszeniert wird. Nämlich Action.

3,5 von 5 verbrannten Popcornkörnern

 

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