Die Gefährten – Der erste Teil der Herr der Ringe-Trilogie

11.09.2019 von Joanna Lenc

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FSK: 16

Laufzeit: 218 Minuten

Erscheinungsdatum: 19.12.2001

Sprache: Deutsch

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Ich kenne Menschen, die schauen sich jedes Jahr zu Weihnachten die Der Herr der Ringe Trilogie an. Natürlich am Stück und in der Extended-Version. Das sind insgesamt knapp 12 Stunden Filmspaß und diese 12 Stunden verursachen vor allem eines: einen platten Hintern. Eigentlich wollten wir das auch machen, aber bei unserem Terminkalender ist es gerade einfach nicht möglich so viel Zeit am Stück zu entbehren. Daher müssen wir doch die Filme einzeln sehen. So kann ich sie aber auch ganz in Ruhe auf mich wirken lassen und meine Eindrücke in Schriftform festsetzen. Hier geht es also los mit Die Gefährten.

Ein schicksalhafter Ring

Bilbo Beutlin lebt im Auenland und führt ein einigermaßen ruhiges Leben. Das war jedoch nicht immer so. Im Gegensatz zu allen anderen Hobbits hat er Abenteuer erlebt, von denen andere nicht einmal träumen möchten. Er kämpfte Seite an Seite mit Zwergen, bezwang einen Drachen und fand einen Ring. Dieser Ring jedoch hat unermessliche Kräfte, von denen auch Bilbo profitiert hat. Unter anderem verlängerte er sein Leben und selbst mit einundelfzig (111) Jahren sieht er noch aus wie zu seiner besten Zeit.

Das ist auch dem Zauberer Gandalf nicht entfallen und er überredet Bilbo den Ring an seinen Neffen Frodo zu vererben. Bilbo packt seine Sachen und will sich noch in ein letztes Abenteuer stürzen, bevor der Tod ihn einholt. Er verlässt das Auenland und nimmt alles mit, was er tragen kann. Nur den Ring lässt er zurück, wie er es versprochen hatte.

Von einer Ahnung getrieben entdeckt Gandalf Hinweise darauf, dass es sich bei dem Schmuckstück um den einen Ring handeln könnte. Tatsächlich ist das Erbstück, das nun in die Hände von Frodo gefallen ist, ein mächtiges Artefakt. Es wurde vom einst bösen Herrscher Sauron dazu genutzt die ganze Welt zu unterjochen. Sauron ist vor tausend Jahren besiegt und der Finger mit dem Ring von der Hand geschlagen worden. Doch der Ring spürt, dass sein Meister als Geist noch lebt und sucht nach einem Weg zurück. Frodo bleibt nichts anderes übrig als aus dem Auenland zu fliehen und sich von mächtigeren Verbündeten Rat und Hilfe zu holen. Der Ring muss vernichtet werden, doch wie?

Die Gefährten – Der Herr der Ringe

Der erste Teil von Der Herr der Ringe – mit dem Titel Die Gefährten – wird nun volljährig und wir haben ihn schon eine Weile nicht mehr gesehen. Damals war es für einen Phantastik-Fan wie mich Pflicht ins Kino zu gehen. J. R. R. Tolkien hat eine wundervolle Welt erschaffen, ganze Völker erdacht und sogar Sprachen und Schriften entwickelt. Und obwohl ich das Gesamtpaket sehr mag, so habe ich mich durch das erste Buch der Trilogie gequält. Die beiden Fortsetzungen gingen etwas besser von der Hand, aber die Einführung fand ich sehr langatmig und mit zu viel Gesang verziert. Im Gegensatz zur Kinoversion haben wir ihn in der Extended Special Edition vorliegen. Diese bietet auf zwei DVDs verteilt einen Umfang von fast vier Stunden.

Der Herr der Ringe - Die Gefährten: Ein Ring sie zu knechten ... © Warner Bros

Der Herr der Ringe – Die Gefährten: Ein Ring sie zu knechten …
© Warner Bros

Ich muss zugeben, der Abend hatte etwas von einem Wiedersehen mit alten Freunden. Nicht nur, dass ich einzelne Passagen immer noch mitsprechen kann, der erste Teil ist wirklich gut gelungen. Vor allem mag ich es immer noch, dass Tom Bombadil keinen Platz darin erhalten hat. Dieser wäre nämlich für den vielen Gesang verantwortlich gewesen und das hätte aus dem Film zum größten Teil ein Musical gemacht.

Sicherlich, die Tricktechnik von damals kann sich mit der heutigen kaum vergleichen lassen, tatsächlich wirken einige Effekte wie aus einem B-Movie von The Asylum, aber damals war es das Beste, was es auf dem Markt gab und man konnte sich nur schwer vorstellen, das Fantasy noch realistischer werden konnte. Der Großteil jedoch ist auch heute noch, selbst auf DVD eine Augenweide und macht Spaß! Unter anderem liegt das daran, dass bei den meisten Passagen auf Computergenerierte Effekte verzichtet wurde. Die Hobbits sind deshalb so klein, weil entweder Kinder als Double eingesetzt wurden, oder weil die Erzwungene Perspektive zum Einsatz kam

Der Beginn eines unvergesslichen Abenteuers

Die Gefährten bietet eine umfassende Einführung in Tolkiens Mittelerde, wird dabei aber nicht so langatmig wie das Buch. Natürlich ist es viel schöner sich die Landschaften anzusehen als eine Beschreibung davon zu lesen und die Kulisse zum Dreh ist an Schönheit nicht zu übertreffen. Neuseeland bietet sowohl die Berge als auch die Wälder, die Mittelerde ausmachen.

Ebenso lernt der Zuschauer alle wichtigen Figuren kennen, angefangen bei den vier Hobbits Frodo, Sam, Pippin und Merry, weiter über Streicher, auch Aragorn genannt, den Zwerg Gimli, den Elb Legolas, den Zauberer Gandalf und den Menschen Boromir. Diese neun Figuren sind die Gefährten und Namensgeber des ersten Buches. Sie alle vertreten ein Volk und sind dafür verantwortlich, dass der eine Ring nicht wieder in die Hände Saurons gelangt.

Der Herr der Ringe - Die Gefährten: Gandalf der Graue ©Warner Bros

Der Herr der Ringe – Die Gefährten: Gandalf der Graue
© Warner Bros

Der erste Film der Trilogie ist anfangs noch sehr fröhlich mit einem Hauch Melancholie. Sobald die Hobbits sich auf den Weg machen, wechselt die Stimmung etwas, es wird düsterer. Sie stoßen auf Menschen, die allein durch ihre Größe bedrohlich auf sie wirken. Alles was sie sehen ist neu und eigentlich nicht für Hobbitaugen gedacht. Mit Aragorn an ihrer Seite, dem ersten Freund außerhalb des Auenlandes, fühlen sie sich stärker und geschützter.

So schaffen sie es selbst den Nazgûl zu entkommen und sicheren Unterschlupf bei den Elben in Bruchtal zu finden. Hier nimmt das Schicksal der Hobbits eine Wendung, eine Gruppe wird gebildet, die namensgebenden Gefährten, die zusammen das drohende Unheil besiegen sollen. Dies ist die Atempause, die der Zuschauer braucht, schließlich hat an dieser Stelle der Film bereits die normale Spielfilmlänge erreicht, bevor es in die zweite Runde geht. Erneut auf Reise über fremde Täler und Berge, bedroht durch schreckliche Feinde und kaum zu erahnende Gefahren geht es weiter.

Gelungene Adaption trotz Abweichungen vom Original

Es ist erstaunlich, wenn man dem Film tatsächlich eine Pause in Bruchtal gönnt, wirkt es, als würde die Geschichte erneut beginnen, der gesamte Handlungsstrang wiederholt sich, natürlich mit Abweichungen, aber der Spannungsbogen ist ähnlich aufgebaut. Tolkien hat hier vorgemacht, wie es geht, auch wenn er im Buch noch etwas mehr ausgeschmückt hat. Der Film verzichtet auf Nebensächlichkeiten und fokussiert auf das, was wichtig ist. So entsteht im Zuschauer eine Stimmung, untermalt durch die hervorragende Musik und die Farbpalette des Szenenbilds.

Der Herr der Ringe - Die Gefährten: Die neun Gefährten ©Warner Bros

Der Herr der Ringe – Die Gefährten: Die neun Gefährten
© Warner Bros

Das Ende bleibt natürlich offen, schließlich wissen wir, dass es eine Trilogie ist und es entsprechend weiter gehen muss. Aber es hinterlässt vor allem hohe Erwartungen an die Nachfolger, denn hier passiert schon sehr viel und weckt Neugier auf das Kommende. Irgendwie muss die Geschichte sich ja noch steigern, schließlich kann das nicht schon alles gewesen sind, oder?

Die Gefährten – Karrieresprungbrett für Nachwuchs

Die Wahl der Schauspieler ist für diesen Film sehr ausgewogen und bietet vom alteingesessenen Genremeister bis hin zum Newcomer alles, was das Herz begehrt. Doch ganz gleich, wie bekannt oder unbekannt die Akteure waren, Jackson machte aus ihnen dank diesem Film Legenden. Orlando Bloom hatte zuvor nur eine kleine Rolle im Film Wilde inne und kam frisch von der Ausbildung an der Guildhall School of Music and Drama. Dank der Rolle des Elben Legolas standen ihm alle Wege in Hollywood offen. Ähnlich aber etwas weniger erfolgreich erging es Billy Boyd, der als Pippin erstmals international in Augenschein getreten ist und Dominic Monaghan, der seine Kindheit sogar in Deutschland verbrachte. Der Cast ist entsprechend ähnlich vielseitig wie die Völker in Tolkiens Mittelwerde und bietet eine spannende Abwechslung.

Fantasy-Boom auf der Kinoleinwand

Die Gefährten haben sehr viel bewegt. Nicht nur, dass der Film vielen Schauspielern ein Karrieresprungbrett geboten hat, auch Peter Jackson hat sich als Weltklasse-Regisseur einen Namen gemacht. Insgesamt wurde der Film für 13 Oscars nominiert, von denen er schließlich 4 für sich beanspruchen konnte: Beste Filmmusik, Beste visuelle Effekte, Bestes Make-Up und Beste Kamera. Auch heute, 18 Jahre später, kann ich nur sagen: Verdient!

Die Gefährten lösten zudem einen Fantasy-Boom aus. Bis zum Erscheinen des Film war sie eher Stiefmütterlich behandelt worden, Kinofilme hatten kaum eine Chance und auch in Deutschland waren Publikationen einheimischer Autoren eher eine Seltenheit. Nach dem Film wurde es zum Glück anders, der Boom hält sogar bis heute an, obwohl ich zugeben muss, dass von der Produktion her nur wenige Filme dem Niveau von Der Herr der Ringe standhalten können.

Insgesamt kann man nur sagen, dass Die Gefährten auch aus heutiger Sicht absolut sehenswert sind und es immer noch Spaß macht den Film zum wiederholten Male zu schauen, selbst, oder gerade in der Extended Version. Die Qualität ist nach wie vor großartig und wirkt nur an vereinzelten Stellen etwas veraltet. Und das, obwohl wir ihn auf DVD und nicht auf Blu-ray gesehen haben.

Ein Gedanke zu “Die Gefährten – Der erste Teil der Herr der Ringe-Trilogie”

  1. Avatar Sven Müller sagt:

    Wunderbar!

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