Der große Eisenbahnraub

03.12.2025 von Leonardo Beckert

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Darsteller: ,

Regie:

Filmstudio:

Genre: ,

FSK: 12

Laufzeit: 12 Minuten

Sprache: Deutsch

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Es scheint, dass seit Anbeginn des Films eine Hauptmotivation für Zeigen und Erzählen (showing and telling) die Aktion ist. Eines der frühesten Genres wäre demnach also (neben dem Horrorfilm) der Actionfilm. So ist der Kampf gegen die Mondbewohner in Die Reise zum Mond (1902) wegweisend und vergleichbar mit späteren Faustkämpfen in Abenteuerfilmen, angeführt von Indiana Jones und Allan Quartermain. Auch wenn es in diesen Fällen Bewohner exotischer Inseln oder Länder sind.

Der moderne Westernfilm hat zum Teil seinen Ursprung in dem von Edwin S. Porter verwirklichten Der große Eisenbahnraub von 1903. Auch in diesem Frühwerk der Filmgeschichte passiert allerhand und tatsächlich schont das Geschehen die Zuschauenden nicht wirklich. So manche Menschen werden erschossen, gefesselt und totgeschlagen – seltsam, dass man sich dann nach Jahrzehnten über die Gewaltdarstellungen in Spaghetti-Western beschweren würde. Auch hier ist das essentielle Motiv die Aktion.

Inhalt des Films

An einem Tag irgendwo in Amerika plant eine kriminelle Gang den Überfall auf eine Eisenbahn und führt denselben dann auch skrupellos durch. Sie überfallen und fesseln einen Stationsvorsteher, besteigen den Zug bei einem Halt zum Nachfüllen von Wasser und sprengen eine Schatulle mit Wertgegenständen durch Dynamit. Dabei kommt ein Angestellter im Zug um – eine Szene, die so parallel in dem modernen Western-Klassiker Butch Cassidy and the Sundance Kid (1969) mit Paul Newman und Robert Redford neu-verwertet wird.

Danach raubt die Gang die gesamten Passagiere aus und flieht anschließend. Der Stationsvorsteher wird von seiner Tochter entdeckt, befreit und direkt danach benachrichtigt der Befreite die Bewohner des handlungstragenden Ortes in einer Art Tanzhalle. Zusammen jagen die bewaffneten Bewohner die Bande und überwältigen sie schlussendlich – was bedeutet, dass sie die Tunichtgute restlos niederschießen. Die letzte Szene des Films zeigt den Bandenführer, wie er mit seinem Revolver direkt in die Kamera feuert.

Die Inszenierung

Es ist in der Tat erstaunlich, wie unterhaltsam dieser kaum 12 Minuten lange Film ist. Verbrecherische Pläne werden geschmiedet, es gibt eine Explosion, Überfälle werden durchgezogen, Flüchtige erschossen. Mitarbeiter werden heimlich totgeschlagen und vom fahrenden Zug geworfen und am Ende muss die ganze Bande dran glauben. Sogar als Zuschauer bleibt man nicht verschont: man verlässt den Film sozusagen durchlöchert.

In der Herangehensweise an das (amerikanische) Erzählen und im Fokus auf mechanische Kulturzentrierungen (Eisenbahn, Revolver, die Kamera als extradiegetisches Hauptaugenmerk), ist Der große Eisenbahnraub ein ungemein visionärer und universell-gültiger „Streifen“. Denn es handelt sich nicht um das künstlerische Ausschöpfen von Mitteln oder um das komplexe Darstellen von sozialen oder philosophischen Ideen. Es ist pure Unterhaltung für die Massen, auf maximalen Gewinn angelegt – ein Blockbuster vor seiner Zeit.

Eine kleine Nachhilfe in Sachen Filmgeschichte, aber auch abgesehen davon ein dynamischer, expliziter und geradliniger Action-Streifen.

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