Der Flug des Phoenix

23.01.2026 von Leonardo Beckert

Kategorie:

Darsteller: , , ,

Regie:

Filmstudio:

Genre: ,

FSK: 12

Laufzeit: 145 Minuten

Erscheinungsdatum: 18.03.1966

Sprache: Deutsch

Bei Amazon bestellen (Affiliate*)

Die Maschine als Zentrum des Katastrophen-, Kriegs- und Abenteuerfilms zu setzen, ist spätestens seit den epischen Hollywood-Blockbustern der 50er und 60er Jahre eine Norm. Ob es nun ein Flugzeug ist, ein Schiff, ein Zug oder unter Umständen sogar ein Raumschiff. Die Möglichkeiten der Raum- und Objekt-bezogenen narrativen Strukturen und die inszenatorischen Varianzen von Aktion (Action), erscheinen schier unendlich. Zunehmende Industrialisierung, Materialismus und ein gewissermaßen kollektiver Maschinen-Fetisch scheinen plausible Gründe zu sein für diese Kino-Obsessionen. Nicht umsonst gibt es ein Carsploitation-Genre und immer wieder neu sich entfachende Begeisterungswellen des Publikums für abstürzende Flugzeuge, einstürzende Wolkenkratzer, sinkende U-Boote, etc. Doch selten werden die zwischenmenschlichen Spannungen der Figuren so eindringlich gezeigt und gespielt wie in Robert Aldrichs Klassiker Der Flug des Phoenix mit James Stewart und Richard Attenborough.

Inhalt des Films

Frank Towns (James Stewart) ist Pilot und muss mehrere Ölarbeiter zu einem neuen Standort fliegen, doch als ein Sandsturm das Flugzeug zu einer Notlandung in der Sahara zwingt, finden sich die unterschiedlichsten Menschentypen in einem Überlebenskampf wieder. Towns Kopilot Lew Moran (Richard Attenborough) ist – neben einem Hang zum Alkohol – noch der Vernünftigste unter einer Gruppe aus teils-labilen und exzentrischen Charakteren. Einige von diesen sind beim Absturz umgekommen, andere finden in der sengenden Hitze der Wüste ihr Ende, wie der psychisch-angeknackste Trucker Cobb (Ernest Borgnine). Als die Tage ohne Hilfe immer mehr werden, sich Gruppenmitglieder immer verzweifelter zeigen und der Wasservorrat knapper wird, kommt dem jungen deutschen Flugzeugdesigner Heinrich Dorfmann (Hardy Krüger) die entscheidende Idee. Er will aus den Wrackteilen der Maschine ein neues Flugzeug bauen, welches die Rettung sein soll.

Die Inszenierung

Ein beeindruckend-inszeniertes Setting – die Wüste – bietet den Hintergrund für viele Mann-zu-Mann-Auseinandersetzungen, die allerdings so verschieden in Natur und Schauspiel sind, dass es durchgehend fesselnd bleibt. Dabei ist der tatsächliche Bau der neuen Maschine eher Nebensache – schade – aber auch notwendig, um genügend Raum zu geben für die intensiven Diskussionen und Streitereien. Selbst bei einer Laufzeit von fast zweieinhalb Stunden ist gerade genug Zeit da, um diese verbalen Figurenduelle zu zeigen. Herausragend ist dabei die Gegenüberstellung des radikalen Rationalismus Dorfmanns und der eher konservativen, ethisch-emotionalen Haltung von Towns. Aber auch kleinere Momente wie die egozentrische Scham des Soldaten Watson (Ronald Fraser), der Selbstmord des schwerverwundeten Gabriele (Gabriele Tinti) und die Charakterentwicklung des dünnhäutigen Standish (Dan Duryea) sind bemerkenswerte Filmmomente.

Trotz aller Dialog-Lastigkeit kommt das Bild nicht zu kurz. Die unwirtliche Wüste und das halb-zerstörte Flugzeug sind über die gesamte Laufzeit des Films eine ästhetische Antithese, die kulturell stark einprägsam gewesen sein dürfte. Bis hin zu Videospielen (Uncharted 3: Drake’s Deception von 2011) kann man das Bild der detailarmen und dennoch bedrohlichen Wüste in Kombination mit martialischer Konstruktion nachverfolgen. Die sonnverbrannten Männer, allesamt nahe am Wahnsinn, tun das ihrige, um dem offenen Kammerspiel eine zusätzliche Note der Drastik zu geben.

Fazit

Ein Film-Klassiker, der in der Hollywood-Tradition tief verankert ist und trotzdem über brillantes Schauspiel darüber hinaus wirksam bleibt. Außerdem ein wahrer Augenschmaus – am besten auf Blu-Ray gucken!

4 von 5 verbrannten Popcornkörnern.

 

 

* Affiliate-Link: Mit einen Kauf bei Amazon über diesen Link unterstützt du die Redaktion. Das Produkt kostet dich dabei nichts extra.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert