
Kategorie: Spielfilm
Darsteller: John Goodman, Kelly Preston, Kevin Bacon
Regie: James Wan
Filmstudio: 20th Century FOX, Concorde
FSK: 18
Laufzeit: 101 Minuten
Erscheinungsdatum: 31.08.2007
Sprache: Deutsch
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Dass Gewalt Gegengewalt erzeugt, dürfte hoffentlich klar sein. Die berühmte Spirale der Gewalt wurde schon in vielen Filmen dargestellt, die nicht unbedingt als Rache-Thriller gelten müssen. Insbesondere diese tendieren ja dazu, einen einsamen Rächer darzustellen, der entweder durch das ihm zugefügte Leid zu einem solchen wird, oder schon immer berufsbedingt dazu in der Lage war, einer zu sein. Man kann an die Taken-Reihe (2008 – 2014) mit Liam Neeson denken, oder an Man on Fire (2004).
In der Tat erscheint ein Ursprung im Western-Genre nicht allzu abwegig, in dem oft ein Pistolenheld oder -schurke gegen eine Gruppe von Gegenspielern vorgeht, die auf die eine oder andere Art einen Moral-Code verletzt hat. Unforgiven (1992) mit Clint Eastwood oder auch der unterschätzte, von Nick Cave geschriebene The Proposition (2005) sind Beispiele. Selten passiert es allerdings, dass dargestellt wird, dass Vergeltungsakte Vergeltungsakte als Antwort haben können. Vorhang auf für Death Sentence – Todesurteil (2007) mit dem wunderbaren Kevin Bacon.
Inhalt des Films
Nick Hume (Kevin Bacon) ist ein gewöhnlicher, friedlicher Manager und Familienvater. Seine Frau (Kelly Preston), sein jüngster Sohn Lucas (Jordan Garrett) und sein Erstgeborener Brendan (Stuart Lafferty) führen mit ihm zusammen ein normales Leben, bis eines Tages auf dem Nachhauseweg von einem Hockeyspiel Brendan in einer Tankstelle von einer Jugendbande ermordet wird. Das Ganze ist gleichzeitig die Initiierung für Bandenneuling Joe Darley (Matt O’Leary).
Nachdem die Aussicht auf eine adäquate Bestrafung durch das Recht nicht zu günstig aussieht, spaziert Nick an einem Abend der Verzweiflung in den Heizkeller der Wohnanlage, in der Joe haust und sticht ihn tot. Das ist der erste Schritt in einen teils-unfreiwilligen Feldzug gegen die Bande. Dieser wird auf beiden Seiten schreckliche Opfer erfordern und immer brutaler in der Ausübung sein. Bis am Ende kaum einer übrig bleibt. Dabei verwandelt sich Nick von einem Anzugträger mit ordentlicher Frisur in einen von Wunden übersäten, kahl-rasierten Mörder mit Schrotflinte und Revolver.
Die Inszenierung
Diese Verwandlung wird glücklicherweise einmal sehr organisch und natürlich dargestellt. Ähnlich wie man es aus Breaking Bad (2008 – 2013) oder auch aus Oldboy (2003) kennt. Nick muss erst lernen, sich zu verteidigen; der erste Mord noch ein halbes Versehen, der zweite Notwehr, ab da Morden mit Vorsatz. Dass das buchstäbliche Abschlachten von Feinden nicht von einem Augenblick auf den nächsten möglich ist und auch konsequent in die Hose gehen kann, wird zumindest in der ersten Hälfte des Films gelungen angedeutet. Da wird wütend auf Gegner eingeschlagen, Objekte werden wahllos geworfen und als Waffe benutzt, bis irgendwann die Motivation und der Wille Überhand nehmen (insbesondere nach einem scheußlichen Rückschlag der Bande).
Ab da werden Waffen gekauft, Fluchtwege organisiert, Menschen brutal verhört, wie es der CIA nicht besser hätte veranlassen können. Von den ersten zehn Minuten an, zeigt der Film wie hässlich und schmerzhaft Gewalt ist. Gleichzeitig aber – und das ist nicht verwunderlich – glorifiziert er die Gegengewalt auch. Allerdings wird im Verhältnis zu Film-Abtrünnigen wie I Spit on Your Grave (1978) auch gezeigt, dass die Verletzungen, Konsequenzen der eigenen Handlungen und Ergebnisse des Rachefeldzuges kaum zu verarbeiten sind. Die Schäden sind irreparabel.
Fazit
Kevin Bacon leistet dabei eine wirklich überzeugende schauspielerische Leistung und James Wan bringt einen sicheren und sauberen Regie-Stil mit ein. Death Sentence – Todesurteil funktioniert als „straighter“ Rache-Action-Thriller und als Erforschung von Männlichkeits-Riten, die in sich überbietenden Gewaltorgien jegliche Substanz verlieren.
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