
Kategorie: Spielfilm
Darsteller: Danielle Mason, Nathan Meister, Peter Feeney, Tammy Davis
Regie: Jonathan King
Filmstudio: Ascot Elite, Stone Street Studios
FSK: 18
Laufzeit: 87 Minuten
Erscheinungsdatum: 29.03.2007
Sprache: Deutsch
Bei Amazon bestellen (Affiliate*)
Der Zombiefilm bekam im ersten Jahrzehnt der 2000er Jahre immer regelmäßiger Neuzugänge, die mit den altbekannten Tropen des Genres auf ironische, fast satirische Weise spielen konnten. So der mittlerweile zum Kultfilm gewordene Shaun of the Dead (2004), aber auch Output von Großmeistern wie George A. Romero, mit Diary of the Dead (2007).
Zu bemerken ist dabei, dass der Zombiefilm im Prinzip nie ein Genre war, welches streng mit den eigenen Regeln gewesen wäre, weder von Seiten der Filmschaffenden noch von Seiten der Konsumierenden (siehe z.B. Messiah of Evil von 1974). Vielleicht ist es deswegen auch keine große Überraschung, wenn gerade aus Neuseeland, dem Heimatland von Braindead (1992), ein Film kommt, der sich mit fleischfressenden, genmanipulierten Schafen befasst, die Menschen nach einem Biss in – „Werschafe“? – verwandeln.
Inhalt des Films
Henry Oldfield (Nathan Meister) kommt nach Jahren zurück aufs Land, um seinen Teil an der Farm des verstorbenen Vaters von seinem rein kapitalistisch denkenden Bruder (Peter Feeney) abzukaufen. Dabei trifft er auch auf Jugendfreund Tucker (Tammy Davis) und auf die liebenswerte, Haggis-zubereitende Haushälterin Frau Mac (Glenis Levestam). Problem ist nur, dass Henry eine durchaus pathologische Furcht vor Schafen hat, die in einer schrecklichen Erfahrung in seiner Kindheit begründet liegt. Das wäre nicht weiter dramatisch, wenn nicht Bruder Angus zufällig Genexperimente mit den Wollspendern von einer gewissen Dr. Astrid Rush, ihres Zeichens Josef Mengele in weiblich, praktizieren ließe.
Hinzu kommen noch stümperhafte Öko-Aktivisten (Danielle Mason und Oliver Driver), die aus Versehen ein toxisches Babyschaf-Wurm-Getier freilassen, welches dann prompt Grant (Driver) das Ohrläppchen abbeißt und die restlichen, gefühlt 200 Schafe der Farm, infiziert. Das ist verknappt formuliert die Ausgangslage, aber was dann die restliche Laufzeit des Films über passiert, ist ein völlig durchgedrehtes, in der Verrücktheit kaum wiederzugebendes Splatter-Fest aus Penis-fressenden Killerschafen, mutierenden Mensch-Schaf-Hybriden, fragwürdigem zoophilen Subtext und einer bombastischen flatulenten Auflösung.
Die Inszenierung
Was wäre dieser kleine, feine Trash-Schatz doch ohne die großartig-brutalen Spezialeffekte? Und was wären die Spezialeffekte nur ohne Weta Workshop, verantwortlich für alles Gute an Peter Jackson: Meet the Feebles (1989), The Frighteners (1996) und bekannterweise Der Herr der Ringe (2001 – 2003). Denn Gore und Splatter stehen bei Black Sheep definitiv im Vordergrund, wenn auch darüber nicht der sympathische Plot verloren geht oder zu stark überdeckt wird. Die Effekte werden gezielt eingesetzt und ufern nicht in Übertreibung aus. Dabei funktionieren sie als Verstärkung des schwarzen Humors und sind sozusagen die rote, Gedärme ausspuckende Kirsche auf den jeweiligen Pointen.
Dieselben werden von den Schauspielenden durch die wundervoll originell und satirisch konturierten Figuren besonders nahbar platziert, sodass man verstört grunzen und schallend lachen muss, wenn Grant irgendwann ein drei Meter hohes Mann-Schaf-Ungetüm ist und von Experience (Mason) mit Akkupunktur außer Gefecht gesetzt wird. Bei aller nahe-an-Indizierung-vorbeigeglittener expliziter Gewalt, ist der Film im Grunde eine schwarze Familienkomödie, die Elemente des Zombie- und Werwolf-Films vereint. Technische Aspekte wie Belichtung, Schnitt, Ton, Score, usw., kann man dabei eher ignorieren, da sie als reine Handlungsträger und -unterstützer auftreten. So sollte man Jonathan Kings Filmerstling als einen Genre-Film sehen, der dabei als einer der wenigen zur Entstehungszeit vorhandenen Comedy-Splatter-Filme funktioniert, jedenfalls in der Post-Braindead-Zeit und mit den dafür neu dazugewonnenen Regeln.
Fazit
Ein Film für Leute, die genau so einen Film sehen wollen. Für alle sonstigen verirrten Wandernden in den blutgetränkten Landschaften Neuseelands: Es määht hier zwar kein Rasenmäher, aber trotzdem wird allerhand Gedärms verteilt, Köpfe werden zerschossen und Schafshoden werden verzehrt – das Letztere soll aber wohl normal sein.
* Affiliate-Link: Mit einen Kauf bei Amazon über diesen Link unterstützt du die Redaktion. Das Produkt kostet dich dabei nichts extra.