
Kategorie: Spielfilm
Darsteller: Dennis Quaid, Forest Whitaker, Sigourney Weaver, William Hurt, Zoe Saldana
Regie: Pete Travis
Filmstudio: Columbia Pictures
Genre: Action
FSK: 12
Laufzeit: 90 Minuten
Erscheinungsdatum: 22.02.2008
Sprache: Deutsch
Bei Amazon bestellen (Affiliate*)
Um gleich am Anfang etwas aufzuklären: dass der versprochene Inhalt (8 Blickwinkel) nicht eingehalten wird, liegt am deutschen Verleihtitel. Im Original heißt 8 Blickwinkel nämlich Vantage Point und bezieht sich eher auf die unterschiedlichen Perspektiven, über die (und die sie innehabenden Figuren) der Verschwörungs-Plott am Ende aufgeklärt wird. Geht man mit der Erwartung in den Film, genau acht Perspektiven zu bekommen, muss man sich zwangsläufig nach ungefähr vier ärgern. Denn ab der fünften verschwimmen die zuvor selektiv gezeigten Charakter-Blickwinkel in einer einzigen Masse, die zum „fulminanten“ Finale führen.
Inhalt des Films
Der von Pete Travis inszenierte Action-Thriller 8 Blickwinkel ist vor allem eines: voll besetzt. Nicht stark besetzt, um das voneinander zu trennen. Voll besetzt mit allen möglichen Schauspielgrößen und Ex-Schauspielgrößen. Darunter: Dennis Quaid, Forest Whitaker, Sigourney Weaver, Zoe Saldana und William Hurt. Den bekanntesten Talenten werden jeweils eigene Episoden in der ersten Hälfte des Filmes gewidmet, die die jeweiligen Blickwinkel zeigen. Denn Folgendes passiert: bei einer politischen Veranstaltung in Salamanca, Spanien, wird bei einer Rede der Präsident der Vereinigten Staaten erschossen. Kurz darauf explodieren in der Innenstadt und darauf im Rednerpodium Bomben, die mehreren Menschen das Leben kosten. Der Sicherheitsdienst rund um Thomas Barnes (Quaid) versucht patriotisch-beherzt, den oder die Assassinen ausfindig zu machen. Grund: es handelt sich um muslimische Terroristen.
Die Inszenierung
Die Reporter um Rex Brooks (Weaver) haben eine pseudo-distanzierte Einstellung zum Geschehen, bis ihre Reporterin vor Ort – Angie Jones (Saldana) – bei der Bombe im Podium ums Leben kommt. Der amerikanische Tourist Howard Lewis (Whitaker) filmt alles (wirklich alles) mit seiner Handkamera und ist dabei unglaubwürdig begeistert von allen Objekten und Menschen. Er freundet sich nicht nur mit einem kleinen spanischen Mädchen an (welches eine zentrale Rolle am Ende spielen wird), er hilft auch dem Sicherheitsdienst und agiert selbstständig. Im Finale rettet er scheinbar sogar seine angeknackste Ehe übers Telefon. Ja, Mensch! Abgesehen von den heroischen und heimatbegeisterten und terrortraumatisierten Amerikanern, gibt es auch noch eine unübersichtliche Anzahl von multinationalen Terroristen, die eines gemeinsam haben: sie sind muslimisch und ausgebildet bei irgendwelchen Special Forces.
Man könnte dem Film die grausig-schlechte Kameraführung verzeihen und sogar ein Auge zudrücken, wenn es um allzu offensichtliche und krude platzierte CGI-Effekte geht. Selbst den wenig unterhaltsamen Inhalt und die im Vergleich zum heutigen Standard bestenfalls lauwarmen Choreografien und Feuergefechte könnte man stoisch hinnehmen. Wenn es aber zu den beinahe beliebig angeordneten Schurken kommt, muss man sich parteiisch entscheiden, ob sich der Verschwörungs-Thriller lohnt, eine Sichtung durchzuhalten. Die „Bösewichte“ sind allesamt blass, unlogisch und schablonenhaft. Zum Beispiel Suarez (Saïd Taghmaoui), scheinbar der Strippenzieher, der kein Problem damit hat, hunderte Leute in die Luft zu jagen, dann aber dem kleinen Mädchen auf der Straße mit dem Auto ausweicht und seine ganze Mission dafür opfert… Allem Anschein nach ein Terrorist mit Wankelmut.
Fazit
Wer weiß, welcher amerikanische Terror-Quatsch schlimmer ist, 8 Blickwinkel oder Ausnahmezustand (1998)? Vielleicht sollte man gänzlich auf Hollywood-Interpretationen von muslimischen Extremisten verzichten und sich lieber mit britischen Satiren diesbezüglich abgeben. Man denke an Four Lions (2010).
1 von 5 verbrannten Popcornkörnern.
* Affiliate-Link: Mit einen Kauf bei Amazon über diesen Link unterstützt du die Redaktion. Das Produkt kostet dich dabei nichts extra.